Die Steuererklärung soll wegfallen (Quellensteuer): Direkter Steuerabzug vom Lohn
«Quellensteuer für Alle»: Die Steuererklärung soll in der Schweiz wegfallen, indem die Steuern automatisch und direkt vom Lohn abgezogen werden. Dies fordert BDP-Nationalrat Heinz Siegenthaler mittels

«Quellensteuer für Alle»: Die Steuererklärung soll in der Schweiz wegfallen, indem die Steuern automatisch und direkt vom Lohn abgezogen werden. Dies fordert BDP-Nationalrat Heinz Siegenthaler mittels parlamentarischer Motion 18.3902.
Inhalte:
Automatischer Steuerabzug:
Beim Schweizer Ländernachbar Deutschland werden den Arbeitnehmern die Steuern jeweils direkt vom Lohn abgezogen. In der Folge sanken die Verwaltungskosten, der administrative Aufwand und auch die Steuerausfälle.
Der komplizierte Inkasso-Prozess fällt weg.
Kein Ausfüllen von Steuererklärungen nötig.
Keine langwierigen Überprüfungen von eingereichten Steuerunterlagen durch das Steueramt.
Dieses vereinfachte Quellenbesteuerungs-Modell schwebt Nationalrat Siegenthaler nun auch für die Schweiz vor.
Steuerschulden sind die häufigsten Schulden von Privatpersonen in der Schweiz: Sébastien Mercier, Geschäftsleiter von Schuldenberatung Schweiz, erklärt im «Tagesanzeiger», dass um die «80 Prozent der Personen, die Hilfe bei Schuldenberatungsstellen suchen» Steuerschulden haben.
DIESE PARTEIEN KOSTEN
die Schweiz 21,4 Mrd. Fr. pro Jahr
an Steuerhinterziehung

Während alle mit dem empörten Mahnfinger auf potentielle Sozialhilfebetrüger zeigen (Deliktsumme: 80 Millionen Franken pro Jahr), wird Steuerhinterziehung von den grossen Parteien in der Politik hofiert und aktiv geschützt („Kavaliersdelikt“summe: 21.4 Milliarden Franken pro Jahr) ...
Das will die Motion:
«Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Änderung der betreffenden Gesetze vorzulegen, welche es ermöglicht, das System der Quellenbesteuerung bei allen Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit anzuwenden.»
Argumente & Begründung:
«Das heute gültige System bei der Steuerveranlagung ist sehr aufwändig. Das Ausfüllen der Steuererklärung durch die Steuerpflichtigen, die Kontrolle und das Inkasso der Steuern, verursacht einen grossen administrativen Aufwand. Insbesondere bei Einkünften aus unselbständiger Tätigkeit ist dieser Aufwand heute kaum mehr gerechtfertigt. Lohnbezüge werden administrativ einfach erfasst und der Spielraum bei der Veranlagung ist kaum mehr gegeben. Im Weiteren führt dieses System des "Nachvollzugs" des Inkassos zu grösseren Steuerausständen.
Das System der Quellenbesteuerung hat sich bei den betroffenen ausländischen Personen bewährt. Der administrative Aufwand ist für alle Beteiligten geringer und durch das direkte Inkasso entfallen die Steuerausstände zum grössten Teil.»
«Die Quellensteuer funktioniert in Deutschland seit Jahrzehnten», so Siegenthaler.
Mercier gibt im «Tagesanzeiger» zu bedenken, dass bei einer Einführung der Quellensteuer in der Schweiz gleichzeitig das Existenzminimum in sämtlichen Kantonen des Landes von den Steuern befreit werden muss. Andernfalls könnten schlechtverdienende Personen (mit niedrigem Einkommen) zu wenig Geld zum Leben haben.
Als erstes wird die grosse Kammer (Nationalrat) als erstbehandelnder Rat über die Motion befinden müssen.
Weiterführende Informationen:
• Motion 18.3902 „Quellensteuer für Alle“ (Parlament.ch)
• Die Arbeitgeber sollen die Steuern eintreiben (Tagesanzeiger)
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