Die Schweiz produziert Klimaflüchtlinge

Die Schweiz treibt mit Milliarden von Franken die globale Erderwärmung um 4 bis 6 Grad voran. Mit katastrophalen Konsequenzen für Mensch und Umwelt.

Mit 843 Milliarden Franken ist die Schweizerische Nationalbank (SNB) fast so reich wie Chinas Staatsfonds. Durch die Wahl ihrer Aktien-Anlagen stösst sie jährlich mehr CO2 aus (48,5 Mrd. Tonnen) als die ganze Schweiz zusammen (48,3 Mrd. Tonnen). Mit gravierenden Umweltschäden für den Globus. Die SNB kann den Verlauf des Klimawandels beeinflussen. Und tut dies mit ihrem Portfolio. Sie investiert Milliarden von Franken in die grössten Klimasünder der Welt und in Konzerne, die schwerste Menschenrechtsverletzungen begehen.


Dabei hätte die SNB mit klimafreundlichen Investitionen (-50% CO2-Ausstoss) einer Studie von «Artisans de la transition» zufolge 2016-2017 rund 20 Milliarden Franken mehr verdient.
 

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Die Schweiz schädigt ausgerechnet jene Länder, die sie mit 2 Milliarden Entwicklungshilfe unterstützt:

Die Schweizerische Nationalbank verwaltet mit 843 Milliarden Franken eines der grössten Vermögen der Welt: Sie hat z.B. mehr Facebook-Anteile als Gründer Mark Zuckerberg, ist fast so reich wie Chinas Staatsfonds mit 870 Milliarden Franken und hat ihr Vermögen zwischen 2009 und 2017 vervierfacht - trotzdem hat die SNB keine Klimapolitik. Im Gegenteil. Sie widerspricht damit den Klimazielen der Schweiz, schadet ihrer Reputation und torpediert das Pariser Klimaabkommen. Sie finanziert mit über 2 Milliarden Franken ausgerechnet jene Strompoduktion, die das Klima am meisten schädigt. Und sie finanziert mit mindestens 6,2 Milliarden Franken Ölfirmen, um noch mehr Treibstoffe zu fördern.


Die Nationalbank torpediert sogar die Schweizer Entwicklungshilfe: Die Schweiz unterstützt jedes Jahr arme Länder mit 2 Mrd. Franken. Genau diese Länder aber schädigt wiederum die SNB.
 

«Von den Schwerpunktländern, auf welche die Schweiz ihre Hilfe konzentriert, gehören 80 Prozent zu den vom Klimawandel am stärksten betroffenen Staaten.»

 

Klimaschädliches Schweizer Portfolio:

Klimawandel Erde Schweiz


Brisant: Gerade mal 60% des Aktienportfolios der Schweizer Nationalbank sind identifizierbar (95,6 Milliarden US-Dollar). Die SNB gibt sich diesbezüglich sehr diskret. Nicht ohne Grund. So finanziert sie u.a. Unternehmen mit besonders hohem CO2-Ausstoss, diverse Waffenproduzenten, die international geächtete Waffen wie Streubomben herstellen, Waffenkonzerne, deren Bomben im Jemen gegen Zivilisten eingesetzt werden, Atomwaffenhersteller mit Masenvernichtungswaffen sowie Konzerne die schwerste Menschenrechtsverletzungen begehen.

Allein diese 60% ihrer Aktienanlagen sind schon für 48,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr verantwortlich. Das sind mehr als die Gesamtemissionen der Schweiz 2016 mit 48,3 Millionen Tonnen pro Jahr.


Rechnet man die geheimen 40% Investitionen hinzu, dürften die investierten Anlagen das Zwanzigfache der Schweizer CO2-Emissionen übersteigen (siehe Video).
 

Die Treibhausgasemissionen stammen schwergewichtig durch die Verbrennung fossiler Energieträger von den Kohle-, Erdöl- und Erdgas-Konzernen. Im Portfolio sind aber nicht nur Klimasünder vertreten, sondern auch Konzerne, die «zudem für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich» sind, so die Studie. Umgekehrt aber investiert die Nationalbank sehr wenig in den Bereich der erneuerbaren Energien:


Nur 11% der SNB-Aktien entfallen im Bereich Stromproduktion auf neue erneuerbare Energien. Dafür investiert sie 73% dieser Aktien in die fossile Stromproduktion.
 

 

 

Die SNB treibt die Klimaerwärmung weiter voran:

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Die Schweizerische Nationalbank betreibt eine klimaschädliche Anlagepolitik. Durch die Wahl ihrer Anlagen und Investitionen fördert sie «eine globale Temperaturerhöhung von 4 bis 6 Grad Celsius». Ein solcher Temperaturanstieg bleibt nicht ohne Folgen - für die Schweiz und die gesamte Welt. Millionen von Menschen leiden «unter den schädlichen Auswirkungen eines Raubbaus, den die SNB bedenkenlos mitfinanziert», fasst die Studie zusammen. Globale Armut und Millionen Klimaflüchtlinge werden die Folge sein. «Nichts wird so sein, wie zuvor.» Auch unser Land wird von diesen Auswirkungen betroffen sein. «Auf allen Ebenen, auch für die Wirtschaft.»


Klimafolgen: Hitzewellen, Dürren, starke Regenfälle, Hangrutsche, Überschwemmungen, irreversible Landschaftsveränderungen, schmelzende Gletscher, verminderte Biodiversität und schlechtere Wasserqualität.
 

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«Wir konnten beweisen, dass die Anlagepolitik der Nationalbank die Bemühungen der Schweiz um den Klimaschutz und um eine Verbesserung der Situation der ärmsten Länder zerstört», so Markus Keller, Vizepräsident des Vereins Fossil-free.ch, gegenüber «swissinfo».

Einerseits schadet die Schweiz ihrem Ruf nachhaltig zu sein und andererseits verstösst die SNB gegen die eigenen Richtlinien. Die Schweiz gerät zudem international betrachtet deutlich ins Hintertreffen. «Bereits haben die Europäische Zentralbank sowie acht Zentralbanken und Aufsichtsbehörden von England, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Schweden, China, Singapur und Mexiko erklärt, ihre Führungsrolle beim Klimaschutz wahrzunehmen.» Unser Land jedoch schlägt zur Zeit die entgegengesetzte Richtung ein. «Wie lange wird die Nationalbank noch ignorieren, dass ihre Investitionen systematisch gravierende Umweltschäden verursachen?»

Weiterführende Informationen:
Studie zur Anlagepolitik der Schweizerischen Nationalbank (Artisans de la transition)


Die brennende Frage [video]:


 

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(Last updated: 14.08.2018, 23:31)