Parlamentarier-Lohn 2019:
Nationalrat + Ständerat Schweiz

Parlamentarier-Löhne (Nationalrat + Ständerat)

So viel verdient ein Schweizer Nationalrat + Ständerat pro Jahr für 3 Monate Session (4 Sessionen pro Jahr à 3 Wochen) für ein 30-50-Prozent-Pensum* (Quelle).

Hier gibt es die detaillierte Auflistung der Parlamentarier-Löhne inklusive Zulagen.

 


Inhalte:

 

 

Übersicht Parlamentarier-Löhne

Basis-Jahreseinkommen:

26'000 Franken (steuerpflichtig)
Lohn pro Parlamentarier
(wird monatlich ausbezahlt).

 

Taggeld:

40'205 Franken (steuerpflichtig)
pro Parlamentarier im Jahr
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
oder 440 Franken pro Sitzungstag
(wird monatlich ausbezahlt).

 

Zwischenrechnung:


Macht zusammen rund 66'000 Franken Grundlohn für einen Parlamentarier.
 

Dies ist das steuerbare Einkommen eines Bundesparlamentariers. Nun zu den steuerfreien Berufsauslagen.

 

Verpflegung:

10'074 Franken (steuerfrei)
pro Nationalrat im Jahr
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
oder 115 Franken pro Sitzungstag
(wird monatlich ausbezahlt).

 

Übernachtung:

9'429 Franken (steuerfrei)
Übernachtungsentschädigung
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
oder 180 Franken für jede Nacht zwischen zwei Sitzungstagen (wird monatlich ausbezahlt).

Nationalräte und Ständeräte erhalten 180 Franken, wenn sie während der Session in Bern übernachten müssen. Diesen Betrag erhalten sie allerdings auch, wenn sie gar nicht im Hotel schlafen, sondern nach Hause fahren. Von dieser Regelung ausgenommen sind lediglich jene Parlamentarier, die in unmittelbarer Nähe des Sitzungsorts wohnen. Würde nur jenen Parlamentariern die Übernachtungsspesen bezahlt, die auch tatsächlich wie vorgesehen im Hotel übernachten, könnten rund 600'000 Franken eingespart werden, schätzt die Staatspolitische Kommission.

 

Pauschale für Personal- und Sachauslagen:

33'000 Franken (pauschal - steuerfrei)
für jeden Parlamentarier, gestützt auf das Parlamentsressourcengesetz zur "Deckung der Personal- und Sachauslagen, die der Erfüllung ihres parlamentarischen Mandates dienen".

 

Reisekosten:

4'640 Franken (steuerfrei)
pro Jahr für ein gratis SBB-GA in der gehobenen 1. Klasse (wird jährlich ausbezahlt).

Möglichst weit weg vom gemeinen Volk? Bestrebungen zur Abschaffung der 1. Klasse hin zur 2. Klasse ("Holzklasse") wurden bislang allesamt verworfen. Der Bund zahlt nur die teure 1. Klasse, die günstigere 2. Klasse zahlt er hingegen nicht - selbst wenn dies ein Parlamentsmitglied ausdrücklich wünscht. Dies musste auch Neo-Nationalrätin Irène Kälin erfahren: «Ich bin mein Leben lang zweite Klasse gefahren, und ich will weiterhin zweite Klasse fahren». Die Grünen-Nationalrätin wollte vom Bund ein billigeres 2.-Klasse-GA. Und blitzte ab! Der Bund zahlt nur die 1. Klasse (siehe Artikel auf «watson»). Daraufhin versuchte die Aargauer Grüne-Politikerin mit dem Zustupf-Gewirr des Parlaments aufräumen und reichte die Motion 18.3133 «Ein GA zweiter statt erster Klasse für Parlamentarierinnen und Parlamentarier» ein. Sie unterlag in der grossen Parlamentskammer mit 31 Ja- zu 141 Nein-Stimmen. Parlamentarier fahren somit auch künftig nur 1. Klasse.

 

Distanz-Entschädigung:

1'314 Franken (durchschnittlich)
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
oder 90 Franken pro Stunde Reisezeit
für alle Nationalräte und Ständeräte, die weit weg von Bern wohnen (steuerfrei).

 

Vorsorgeentschädigung:

13'536 Franken (steuerbar, abzugsfähig)
für jeden Parlamentarier (quartalsweise).

75% der jährlichen Prämien zahlt die Bundeskasse (Steuerzahler). Parlamentarier müssen nur noch knapp 3'400 Franken selber bezahlen.


 

Weitere Kosten-Entschädigungen:

Der Bund übernimmt ausserdem jährlich folgende Kosten und Ausgaben für:

  • die Computer-Anschaffung von Nationalräten & Ständeräten plus Software: bis zu 9'000 Franken

  • für Telefonabonnemente und Internetabonnemente der Ratsmitglieder: 2'400 Franken

  • für Roaming-Gebühren im Ausland bei offizieller Mission: 50 Franken pro Tag (allerdings ohne Belegs-Pflicht)

  • für Büromaterial

  • und für Sprachkurse

 

 

Summa summarum: So viel verdienen Schweizer Parlamentaier

NATIONALRAT-LOHN TOTAL:

So viel verdient ein Nationalrat:


Bis zu 145'000 CHF pro Jahr (= 3 Monate Session) direktes und indirektes Einkommen inkl. Spesen.
 

Nationalräte erhalten pro Jahr durchschnittlich rund 135'718 Franken aufs Konto. AHV-Beiträge werden aber nur auf 67'000 Franken fällig, der Rest gilt als Spesen.


Die Pensionskasse kostet die Nationalräte 3'400 Franken. Die Bundeskasse zahlt den Parlamentariern 75 Prozent der jährlichen Prämien von 13'536 Franken.
 

 

STÄNDERAT-LOHN TOTAL:

So viel verdient ein Ständerat:


Bis zu 160'000 CHF pro Jahr (= 3 Monate Session) direktes und indirektes Einkommen inkl. Spesen.
 

Ständeräte erhalten pro Jahr durchschnittlich rund 151'762 Franken aufs Konto. Fast die Hälfte des Betrags bleibt von AHV-Beiträgen befreit. Die Pensionskasse kostet die Ständeräte 3'400 Franken - den Rest zahlen die Steuerzahler.

 

Arbeitsaufwand eines Parlamentariers:

Eine Studie der Genfer Universität hat den Arbeitsaufwand der Parlamentarier aus der 49. Legislaturperiode (2011-2015) erforscht.

Sitzungsstunden: Schweizer Parlamentarier verbringen im Schnitt rund 500 Stunden in Sitzungen.

Sitzungsvorbereitung: Parlamentarier investieren laut Studie 500 Stunden in die Vorbereitung

Daraus ergeben sich im Durchschnitt 1000 Stunden Arbeitsaufwand pro Parlamentarier.

 

Stundenlohn eines Parlamentariers:

Dies entspricht der Genfer Studie zufolge einem durchschnittlichen Beschäftigungsgrad eines 50-Prozent-Pensums. Der K-Tipp geht derweil von einem 30-Prozent-Pensum* aus (siehe K-Tipp). Berücksichtigt man den nicht entschädigten Zeitaufwand (Nationalrat: 720 Stunden, Ständerat: 480 Stunden), liegt der Beschäftigungsgrad bei Nationalräten bei 87% und bei Ständeräten 71%.

Daraus erechnete die Genfer-Studie auf die eigentliche Parlamentsarbeit bezogen einen Ständerat-Stundenlohn von 96 Franken (67 Franken mit Mitarbeitern). Und auch der Nationalrat-Stundenlohn fällt ähnlich hoch aus.


 

So viel kostet dies den Steuerzahler:


Den Steuerzahler als sein eigentlicher «Arbeitgeber» kostet ein Nationalrat insgesamt 147'000 Franken und ein Ständerat 174'000 Franken pro Jahr. (NZZ)
 

 

Klarstellung:


Wir kritisieren nicht die Entlöhnung der Parlamentarier für sich, haben aber Mühe damit, wenn gleichzeitig von eben diesen mehrheitlich rechtsbürgerlich/rechtsnational dominierten Parlamentariern Sozialleistungen gestrichen und rigorose Rentenkürzungen beschlossen resp. begünstigt werden. Die Altersarmut ist in der Schweiz klar auf dem Vormarsch. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. Allen voran die FDP- und SVP-Parlamentarier kürzen den Ärmsten der Gesellschaft und dem Mittelstand die Leistungen weg oder attackieren u.a. gezielt Behinderte und Betagte in der Schweiz, denen sie 770 Millionen Franken Ergänzungsleistungen (EL) wegkürzen. Hier gibt es einen detaillierten Überblick zum «Krieg gegen die Armen in der Schweiz».
 


Und das Sahnehäubchen obendrauf: Die AHV- und Vorsorgebeiträge der Bundespolitiker werden aus der Bundeskasse (dem Steuerzahler) bezahlt.
 

*30-Prozent-Pensum: Gefunden im K-Tipp.

Quellen:
- Bezüge der eidgenössischen Parlamentarier/innen / Stand 1. Januar 2015 (Parlamentsdienste)
- Studie über das Einkommen und den Arbeitsaufwand der Bundesparlamentarier (Université de Genève)
- Altersvorsorge: Privilegien für Privilegierte (K-Tipp)
- Wie viel verdienen Parlamentarier? (Swissinfo)
- Das Milizparlament ist eine Illusion (NZZ)
- Die Uni Genf hat den Stundenlohn ausgerechnet (Blick)


«DAS PARLAMENT IST GEKAUFT»
Vor allem FDP + SVP verscherbeln die Schweizer Demokratie laut neuer Studie

Geschäfte Deals Abschluss Geld Brief


Einkünfte aus der Privatwirtschaft.
Zusätzlich zum Parlamentarier-Lohn.

50% der Gelder fliessen an FDP-Parlamentarier, 25% an SVP-Parlamentarier, 19% an CVP-Parlamentarier. Alle anderen Parteien beziehen zusammen nicht einmal 5%. Eine politische Form der Prostitution von Rechts. «Diese Leute können die Bevölkerung unmöglich vertreten» ...



Geld Investition Hände Flügel

SO VIEL GELD VERDIENEN
Ständeräte + Nationalräte nur mit Mandaten aus der Privatwirtschaft zusätzlich


Die Zahlen sind für eine Demokratie alarmierend.

Kann ein gewählter Politiker neutral abstimmen, wenn er ein oder mehrere Versicherungs-, Banken-, Pharma-, Chemie-, Rüstungsindustrie-Mandate inne hat?

So viel Geld verdienen Ständeräte und Nationalräte im Schnitt mit externen Mandaten in der Privatwirtschaft - u.a. Aktiengesellschaften - zusätzlich zum Parlamentarier-Lohn ...


Vielleicht interessiert Dich auch:


Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

 

(Last updated: 21.10.2019, 16:51)