Lohndumping in der Schweiz hoch, Löhne zu tief

Lohndumping ist Alltag in der Schweiz.

Die Löhne sind tief und nicht einmal die Schweizer Kantone halten sich an die Mindestlöhne der Branchen.

Als Paradebeispiel und zur Veranschaulichung des eklatanten Problems dient hier das Lohnbeispiel im Schweizer Gartenbau.

Gemäss dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund SGB liegt eine entsprechende Studie vor, die aufzeigt, dass selbst die Kontrollorgane auf Kantonsebene das eigentliche, branchenübliche Lohnniveau in der Schweiz nicht berücksichtigen und deshalb viel zu tiefe Löhne zahlen.

Inhalt:

Nationaler GAV legt zu tiefe Löhne fest und fördert Lohndumping


Die kantonalen Lohn-Kontrolleure richten sich in der Gartenbau-Branche allein nach dem Schweizerischen Gesamtarbeitsvertrag (GAV) des Arbeitgeberverbandes Jardin Suisse. Dieser Jardin Suisse Arbeitgeberverband zählt insgesamt 40 Prozent der Schweizer Gartenbau-Unternehmen zu seinen Mitgliedern. Dieser GAV für Gartenbau-Löhne ist für die Betriebe in der Schweiz nicht allgmeinverbindlich. Dennoch richten sich die Kontrollorgane des Kantons nach diesem Wert.

Dieser nationale GAV legt jedoch einen Lohn fest, der eben wesentlich tiefer liegt als die in der Schweiz für Gartenbau-Arbeiten üblichen Löhne. In Zahlen bedeutet dies, dass im Jahr 2011 mehr als 11 Prozent der Gartenbau-Betriebe, die kontrolliert werden, deutlich zu tiefe Gehälter an ihre Mitarbeiter ausbezahlt haben.

Lohndumping Löhne SchweizDiese Zahl scheint vergleichsweise klein und liegt in Wahrheit deutlich höher. Denn ein fehlender allgemeinverbindlicher Mindestlohn verfälscht die Lohndumping-Zahlen. Dies ist allerdings dadurch begründet, dass eben diese GAV-Gehälter und kantonalen Richtlöhne, falls überhaupt vorhanden, klar unter dem üblichen Branchen-Verdienst liegen. Würden die Kantone in der Schweiz entsprechende Löhne einführen, welche sich näher im Bereich des branchenüblichen Einkommens befindet, so würde die Zahl derjenigen Gartenbau-Firmen in die Höhe schnellen, welche ihrem Personal zu wenig Lohn auszahlen. Indem sich die Kontrollinstanzen nach dem GAV der Jardin Suisse richten, wird die eigentliche Lohndumping-Statistik Schweiz beschönigt.



Mehr als 34 Prozent der Firmen zahlen zu tiefe Löhne


So geschehen im Basel-Stadt und Basel-Land, wo die Lohnverstoss-Quote bei 34 Prozent liegt. Allein im Kanton Aargau würde mit entsprechenden Mindestlöhnen die Quote des Verstosses aufgrund zu tiefer Löhne auf 30 Prozent der Unternehmen steigen.


 

Es gibt in der Schweiz vereinzelt allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge. So weisen zum Beispiel die Kantone Basel-Stadt (BS) und Basel-Land (BL) und auch die lateinischen Schweizer Regionen einen eigenen GAV auf, der für die Arbeitgeber allgemeinverbindlich ist und sich näher beim für die Schweiz branchenüblichen Lohnniveau befindet.

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