Corona: Gratis Masken wegen Maskenpflicht (Schutzmasken)

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Atemschutz-Masken kosten viel Geld. Seit Ankündigung der generellen Maskenpflicht im Schweizer ÖV ab nächsten Montag sind die Masken zudem bereits innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Für Menschen mit wenig Einkommen wird die Maskenpflicht schnell mal teuer. Denn die Einwegmasken können nur einmal getragen werden.

«Maskenpflicht ist gut. Gratismasken besser.» Nach den Lockerungen der Lockdown-Massnahmen nehmen die Corona-Neuinfektionen wieder exponentiell zu. Die Gewerkschaft Unia und die Juso sehen den Bund und die Kantone in der Pflicht und fordern gratis Masken für alle ÖV-Pendler. «Bei Bund und Kantonen lagern zurzeit weit über 200 Millionen von der Armeeapotheke beschaffte Hygiene-Masken und warten auf ihren Bestimmungszweck. Dieser ist jetzt gekommen.» Die Unia begrüsst die Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr zur Eindämmung des Coronavirus, wirft dabei aber die Kostenfrage auf.


«Niemand soll aus finanziellen Gründen seine oder ihre Gesundheit gefährden müssen.»
JUSO

Der Unia zufolge sollen nicht die ÖV-Pendler die Kosten für die Masken tragen, sondern der Bund und die Kantone. Denn eine Maskenpflicht könne rasch ins Geld gehen. «Es gibt in der Schweiz viele Menschen, die auf jeden Franken angewiesen sind», sagt auch Juso-Präsidentin Ronja Jansen.

Die Juso schlägt deshalb vor, dass die Apotheken vom Bund finanzierte Masken kostenlos abgeben. «Der Vorteil gegenüber einem Massenversand in alle Haushalte wäre, dass auch Menschen ohne festes Zuhause sich so leicht mit Masken eindecken könnten.» Die Gewerkschaft Unia schlägt vor, dass die Mitarbeiter von öffentlichen Verkehrsbetrieben wie der SBB in den Bahnhöfen kostenlose Masken an die Bevölkerung verteilen.

Die Einwegmasken können schliesslich, wie der Name bereits verrät, nur einmal getragen werden. Das heisst im Umkehrschluss, dass Pendlerinnen und Pendler auf eine grosse Menge an Masken angewiesen sind und für den Maskenverschleiss einen entsprechenden Vorrat benötigen. Das wird schnell teuer. Für eine Hin- und Rückfahrt werden mindestens zwei Schutzmasken benötigt. Hochgerechnet auf einen Monat kommt da ein gutes Sümmchen zusammen, welches das Haushaltsbudget zusätzlich belastet.


«Aber Schutzmasken sind nicht billig und gehen für Arbeitnehmende mit tiefen Einkommen schnell ins Geld. Bei Bund und Kantonen lagern zurzeit weit über 200 Millionen von der Armeeapotheke beschaffte Hygiene-Masken und warten auf ihren Bestimmungszweck. Dieser ist jetzt gekommen: Sie müssen jetzt sofort in Umlauf gesetzt werden und dazu beitragen, eine zweite Corona-Welle abzuwehren. Mit der Gratisabgabe – zum Beispiel über die Verteilung durch die öffentlichen Verkehrsbetriebe an den Bahnhöfen – kann die Maskenakzeptanz rasch gesteigert werden.»
Quelle: UNIA, Medienmitteilung



Der Bund lehnt eine kostenlose Masken-Verteilung hingegen vorerst ab. «Eine schweizweite Unterstützung ist im Moment nicht geplant», erklärt BAG-Sprecher Daniel Dauwalder gegenüber «Blick». Es gilt also zuerst politisch Druck zu erzeugen, damit künftig auch die ärmere Bevölkerung ausreichend geschützt ist, ohne dass es ihr knappes Einkommen zusätzlich schmälert.

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(Last updated: 02.07.2020, 15:42)