Schweiz: 1km Schlange stehen für Nahrungsmittel

Coronavirus Bedürftige Arme Nahrungsmittel
Screenshot: RTS

Corona-Krise: Während Grosskonzerne Millionen-Dividenden ausschütten und dabei gleichzeitig Kurzarbeit beantragen, stehen Menschen in der Schweiz mehr als einen Kilometer Schlange, um an Nahrungsmittel zu kommen.

Es sind eindrückliche Bilder, die man sonst nur aus Krisenregionen dieser Welt kennt: 2500 Menschen stehen in Genf kilometerlang Schlange, um Nahrungsmittel zu erhalten (siehe Video).


Die Solidaritätskarawane verteilt an jede Person eine Tüte mit Grundbedarf im Wert von 20 Franken: ein Kilo Nudeln, zwei Kilo Reis und eine Flasche Öl sowie Frischprodukte, Dosen Thunfisch, Tomatensauce und Hygieneprodukte.


Bereits früh am Morgen bildete sich vor der «Les Vernets»-Eishalle in Genf eine mehr als einen Kilometer lange Schlange. Einige Menschen waren extra zu früh gekommen, insbesondere diejenigen, die letzte Woche noch abgewiesen wurden und leer ausgingen, weil sie zu weit hinten in der Schlange standen. Als sie endlich drankamen, war kein Essen mehr vorhanden.

In der Schlange stehen die Ärmsten der Genfer Bevölkerung, jene die es in der Covid-19-Krise besonders schwer haben: Sans-Papiers, Obdachlose, Arbeitslose und Menschen in anderweitigen schwierigen Lagen.

Robert Petrucci, der medizinische Koordinator von Ärzte ohne Grenzen, erklärte im Interview gegenüber «RTS»:


«Wir sind es gewohnt, in Kriegsgebieten zu arbeiten, aber wir hätten uns nie vorgestellt, dass wir dies eines Tages in Genf tun würden.»


Petrucci fordert deshalb Solidarität für die Betroffenen. Auch SP-Präsident Christian Levrat twitterte: «2500 Leute stehen in einer kilometerlange Schlange in Genf, um Nahrungsmittel zu bekommen. Jetzt ist Solidarität gefragt, mit allen!»

An diesem Samstag nutzten die Ärzte ohne Grenzen den Besuch auch dazu, den Gesundheitszustand und medizinische Notfälle zu beurteilen, indem sie den Betroffenen Fragen stellten. Die Sozialdienste der Stadt Genf waren ebenfalls anwesend, um bedürftige Personen zu überweisen, während das HUG den Zugang zu Pflegeleistungen anbot.

VIDEO-REPORTAGE RTS



Weiterführende Informationen:
Une distribution massive de nourriture aux plus démunis à Genève (RTS)

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(Last updated: 04.05.2020, 10:30)