91 mutmasslich genesene Coronavirus-Patienten in Südkorea wieder positiv getestet, melden die Behörden

Ein Rückschlag im Kampf gegen das Coronavirus für die sog. Durchseuchungs-Strategie (Aufbau einer Immunität)? Südkoreanische Beamte berichteten am Freitag 10. April, dass 91 Patienten, von denen angenommen wurde, dass sie vom Coronavirus genesen sind, erneut positiv getestet wurden.

Eigentlich hoffen Wissenschaftler weltweit, dass Coronavirus-Infizierte nach der ersten Ansteckung eine Immunität gegen das neuartige Virus entwickeln. Denn ist die Anzahl immuner Personen in der Bevölkerung gross genug, dann liesse sich auf diese Weise der Ausbruch einer neuerlichen Coronavirus-Pandemie verhindern. Mit den neusten Berichten aus Südkorea gerät diese Hoffnung zumindest teilweise ins Schwanken, sollte sie sich bewahrheiten. Eine Übersicht zur bisherigen Faktenlage der neusten Meldung aus Südkorea.

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Hat sich das Coronavirus „reaktiviert“?

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Im Bericht des Korea Centers for Disease Control and Prevention heisst es:

«Das KCDC untersucht die epidemiologischen und/oder klinischen Merkmale von 91 Fällen, die nach ihrer Entlassung aus der Isolation erneut positiv getestet wurden.

- Aus dem Pureun Nursing Home in der Provinz Gyeongbuk wurden 11 weitere Fälle erneut positiv getestet, nachdem sie seit dem 6. April aus der Isolation entlassen worden waren. (Insgesamt wurden 18 von 36 entlassenen bestätigten Fällen aus diesem Cluster erneut positiv getestet). Zentrale und lokale Krisenreaktionsteams führen gemeinsame, eingehende Untersuchungen durch (einschliesslich Virusisolationskultur, Blutantikörpertest), um die Infektiosität zu bestätigen.»

Quelle: "The updates on COVID-19 in Korea as of 10 April" - Korea Centers for Disease Control and Prevention (KCDC).


Jeong Eun-kyeong, Direktor des Korea Centers for Disease Control and Prevention (KCDC), berichtete in einem Briefing, dass das Virus möglicherweise eher "reaktiviert" worden sei, anstatt dass die Patienten erneut mit dem Coronavirus infiziert worden seien. Die südkoreanischen Gesundheitsbehörden betonten, es sei nach wie vor unklar, was genau hinter dieser Entwicklung stecke, da die epidemiologischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien.

Die Aussicht, dass Menschen erneut mit dem Virus infiziert werden, ist international besorgniserregend, da viele Länder und Regierungen darauf hoffen, dass infizierte Bevölkerungsgruppen eine ausreichende Immunität entwickeln, um ein Wiederaufflammen der Pandemie zu verhindern.

 

 

«Die Zahl wird noch zunehmen»

Fast 7000 Südkoreaner wurden bislang als von COVID-19, der durch das neue Coronavirus verursachten Krankheit, genesen gemeldet.


«Die Zahl wird noch zunehmen, 91 sind erst der Anfang», das sagt Kim Woo-joo, Professor für Infektionskrankheiten am Guro-Krankenhaus der Universität Korea.


Jeong Eun-kyeong, Direktor vom KCDC, sprach jedoch die Möglichkeit an, dass die Patienten nicht neu infiziert, sondern das Virus möglicherweise "reaktiviert" worden sein könnte. Auch Kim Woo-Joo sagte, dass die Patienten wahrscheinlich eher einen "Rückfall" erlitten hätten als dass sie erneut infiziert worden wären.

 

 

Falsche Testergebnisse?

Nach Ansicht anderer Experten könnten auch falsche Testergebnisse für diese Entwicklung verantwortlich sein. Denkbar sei auch, dass die Coronavirus-Patienten das Virus noch in sich tragen, ihre Tests deshalb positiv ausfallen, sie aber weder Symptome zeigen noch ansteckend sind und keine Gefahr für den Wirt oder andere darstellen.


«Es gibt verschiedene Interpretationen und viele Variablen», sagte Jung Ki-suck, Professor für Lungenmedizin am Sacred Heart Hospital der Hallym University. «Die Regierung muss für jede dieser Variablen eine Antwort finden».


Südkorea meldete am Freitag 27 neue Fälle, die niedrigste Zahl, nachdem die täglichen Fälle laut KCDC Ende Februar mit mehr als 900 ihren Höchststand erreicht hatten. Die Gesamtzahl belief sich auf 10’450 Fälle. Die Zahl der Todesfälle sei um sieben auf 211 gestiegen. Die Stadt Daegu, die den ersten grossen Coronavirus-Ausbruch ausserhalb Chinas erlitt, meldete zum ersten Mal seit Ende Februar keine neuen Fälle. Mit mindestens 6807 bestätigten Fällen macht Daegu mehr als die Hälfte aller Infektionen in Südkorea aus. Die Ausbreitung von Infektionen in einer Kirche in Daegu führte ab Ende Februar zu einem sprunghaften Anstieg der Fälle in Südkorea. Der Ausbruch führte zunächst dazu, dass die Zahl der bestätigten Fälle viel höher war als anderswo ausserhalb Chinas, bevor das Land weit verbreitete Tests und Massnahmen zur sozialen Distanzierung einsetzte, um die Zahlen zu senken.

Weiterführende Informationen:
Coronavirus Disease-19, Republic of Korea (ncov.mohw.go.kr)
"The updates on COVID-19 in Korea as of 10 April" (Korea Centers for Disease Control and Prevention (KCDC)
South Korea reports recovered coronavirus patients testing positive again (Reuters)

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(Last updated: 10.04.2020, 21:13)