Lockerung der Lockdown-Massnahmen wann? «Wir sind maximal in der Hälfte der Pandemie» (Koch, BAG)

Experten des Bundes haben zum aktuellen Stand der Dinge in der ausserordentlichen Lage der Schweiz Stellung genommen, wann eine Lockerung der Schweiz machbar ist.

Laut BAG-Leiter Daniel Koch an der Pressekonferenz vom 7. April entspanne sich die Corona-Situation in der Schweiz. Doch er warnt: «Das Problem ist noch längst nicht gelöst.» Die Schweiz befinde sich maximal in der Hälfte. Zwar flache die Zahl der mit Covid-19-Neuinfizierten ab (von durchschnittlich 1000 auf 590 neue Covid-19-Fälle am 7. April und 547 neue Covid-19-Fälle am 8. April), für eine Entwarnung sei es aber noch zu früh. Trotz dem Anschein, dass sich die Situation zu stabilisieren scheine, gebe es eine beträchtliche Anzahl von Todesfällen, zudem müssten immer noch 412 Personen auf den Schweizer Intensivstationen maschinell beatmet werden und kämpfen folglich um ihr Leben. Nachfolgend gibt es die Fragen und Antworten zum Zeitpunkt der Lockerung der verhängten Massnahmen.

Inhalt:

 

 

Wann kommt die Lockerung der Lockdown-Massnahmen?

Notstand Lockdown Schweiz Coronavirus

Die Experten des Bundes warnen davor, zu früh zum Normalzustand zurückzukehren. «Das Problem ist bei weitem nicht gelöst», so der BAG-Leiter Koch. Denn die Massnahmen allein bringen nichts, es gehe um das Umsetzen, um das Verhalten der Bevölkerung. Daher gelte für die Schweizer Bevölkerung, sich weiter an die Empfehlungen und Hygiene- sowie Abstands-Vorschriften zu halten.

Auf die Frage, wann der Bundesrat die verhängten Lockdown-Massnahmen zu lockern gedenke, wagt Koch keine fixe Prognose. Dieser Entscheid hänge von verschiedenen Faktoren ab. Massgeblich seien neben Neuansteckungen auch die Zahl der Hospitalisationen, sowie die Anzahl verfügbarer Betten auf den Intensivstationen und auch die Daten des Sentinella-Meldesystems. «Wir versuchen, aus all diesen Elementen eine Beurteilung zu machen.» Eine dynamische Entwicklung also. Aus diesen Gründen sei es auch nicht möglich, eine bestimmte Schwelle zu bestimmen, ab wann genau die beschlossenen Massnahmen in der Schweiz gelockert werden können. Auf die Frage nach der Gewichtung, welche Massnahmen zuerst aufgehoben würden, konnte Koch keine Reihenfolge nennen.

 

 

Es gibt Anzeichen zur Hoffnung

Für eine Entwarnung ist es nachweislich verfrüht. Ohne die harten Eindämmungsmassnahmen hätte sich das Virus in der Schweiz ungehindert verbreiten können - mit den entsprechenden Folgen. Anlass zur Hoffnung geben aber immerhin die jüngsten Zahlen von nachgewiesenen Covid-19-Infektionen. Nachdem die Zahl der neuen Covid-19-Fälle wochenlang um durchschnittlich 1000 stieg, sank die Zahl der Neuinfektionen in der Schweiz jüngst auf 520 bis 590 Neuinfizierte pro Tag.


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Schweiz hat eine der höchsten Inzidenzen in Europa

Dennoch sind in der Schweit bisher bereits mehr als 780 Menschen an Covid-19 gestorben. Weitere 412 Personen müssen zur Zeit auf Intensivstationen maschinell beatmet werden. Trotz des Rückgangs an Neuinfektionen zählt die Schweiz weiterhin eine der höchsten Inzidenzen in Europa, so das Bundesamt für Gesundheit (BAG).


Am 7. April betrug die Inzidenz für die Schweiz 259 Fälle pro 100‘000 Einwohner. Mehr als in den meisten Ländern Europas.



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So lange muss die Schweiz durchhalten

Entscheidend ist folglich - auch für eine potentielle baldige Lockerung - dass die Eindämmungsmassnahmen sowie deren Umsetzung durch die Schweizer Bevölkerung «mit Sicherheit dazu geführt hat, dass die Fallzahlen nicht mehr wie vor Wochen exponenziell steigen».


Deshalb laute nun die Aufforderung, bis zum Schluss durchzuhalten. Die Schweiz befinde sich Stand jetzt maximal in der Hälfte der Pandemie.


Auch wisse man nach wie vor nicht, «wo sich jede Person ansteckt.» Da die Inkubationszeit des Coronavirus zwischen zwei bis 14 Tage dauern kann, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass sich die neuen Fälle nicht alle gleichzeitig angesteckt haben. Aus diesem Grund sei für das BAG vor allem die Tendenz entscheidend, ob die Welle wächst oder die Welle abklingt.

Eine teilweise Lockerung der Massnahmen könne also nur im Gesamtkontext beschlossen werden, indem man die verschiedenen Zahlen beobachte. Um diesbezüglich eine Beurteilung fällen zu können, sei es aber noch zu früh. Auf die Frage, ob eine Lockerung nach dem 19. April realistisch sei, erklärte BAG-Leiter Koch: «Man sollte sicher nicht die Massnahmen so lockern, dass es zu einem plötzlichen Neuanstieg der Fälle kommt.» Diesen Umstand werde der Bundesrat mit Sicherheit in seiner Entscheidung zum Zeitpunkt der Lockerung miteinfliessen lassen. «Es ist aber klar, dass wir an die Zeit danach denken müssen und das auch planen müssen.» Die Rückführung in die Normalität müsse in der Schweiz mindestens so gut gelingen, wie «die Führung in die Abnormalität».


Pressekonferenz des Bundes [video]:


 

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(Last updated: 08.04.2020, 14:18)