Akt der Menschlichkeit: Asylbewerber erhalten ständigen Einwohner-Status während Coronakrise

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Tolle, menschliche Geste! Alle Migranten und Asylbewerber werden während der Coronavirus-Krise als ständige Einwohner behandelt, damit sie Zugang zu den wichtigen öffentlichen Dienstleistungen wie u.a. Gesundheitswesen, Sozialleistungen, Arbeits- und Mietverträgen erhalten. Ein Land in Europa geht mit gutem Beispiel voran.

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Schutzbedürftige Flüchtlinge und Migranten erhalten dank Einwohner-Status einen würdevolleren Schutz

Während sich die EU auch in Zeiten der weltweiten Coronakrise nicht sonderlich um einen adäquaten Schutz von zusammengepferchten Schutzbedürftigen in Flüchtlingslagern (siehe zum Beispiel Moria auf Lesbos in Griechenland) und in Flüchtlingsunterkünften (siehe auch in der Schweiz) kümmert, geht die linke Regierung in Portugal mit gutem Beispiel voran und beweist als einziges EU-Land in Zeiten der globalen Corona-Pandemie Menschlichkeit. Wie die Nachrichtenagentur «Reuters» berichtet, sollen alle Ausländerinnen und Ausländer mit hängigen Anträgen, die derzeit in Portugal leben, ab dem 30. März bis mindestens zum 1. Juli 2020 als ständige Einwohner behandelt werden, das teilten die portugiesischen Behörden am 28. März mit.


Flüchtlingslager Moria: Dem Virus hilflos ausgesetzt [video]:


Falls das Video auf dem Handy nicht funktioniert, hier klicken.
 


Mit dieser Massnahme soll sichergestellt werden, dass während des Coronavirus-Ausbruchs auch Flüchtlinge und Migranten freien Zugang zu den öffentlichen Dienstleistungen haben.


 

 

Ein Akt der Menschlichkeit

Die angekündigten Änderungen sollen sicherstellen, dass Ausländer, die sich noch mitten in der Beantragung offizieller Dokumente befinden, lebensrettende öffentliche Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Die Antragsteller, einschliesslich Asylsuchende, müssen lediglich den Nachweis eines laufenden Antrags erbringen, um sich zu qualifizieren - und ihnen Zugang zum nationalen Gesundheitswesen, zu Sozialleistungen, Bankkonten sowie zu Arbeits- und Mietverträgen zu gewähren.

«Die Menschen sollten nicht ihrer Rechte auf Gesundheit und öffentlichen Dienst beraubt werden, nur weil ihr Antrag noch nicht bearbeitet wurde», sagte Claudia Veloso, Sprecherin des Innenministeriums.


«In diesen aussergewöhnlichen Zeiten müssen die Rechte von Migranten garantiert werden.»


Die Richtlinie zielt auch darauf ab, das Ansteckungsrisiko zu verringern, indem der Kontakt zwischen Mitarbeitern des Grenzkontrolldienstes und Antragstellern minimiert wird, heisst es in der Erklärung.

"Griechenlands Lager, von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als Schutzschild Europas bezeichnet, sind ein Verbrechen von historischem Ausmass."

Gepostet von Ajour Magazin am Donnerstag, 26. März 2020

Die Gesundheitsbehörden Portugals gehen derzeit davon aus, dass die Fälle Ende Mai ihren Höhepunkt (Peak) erreichen werden. Es ist aktuell nicht bekannt, wie viele Personen laufende Aufenthaltsanträge haben, aber die Regierungsstatistiken zeigen, dass 2019 ein Rekord von 580’000 Einwanderern in Portugal lebte und 135’000 Menschen allein in diesem Jahr eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben. Die Mehrheit der Einwanderer machen derweil Brasilianer aus, wie offizielle Daten zeigen, gefolgt von Rumänen, Ukrainern, Briten und Chinesen.


Die sich stets auf ihre Humanität berufende Schweiz sollte sich an Portugal ein Beispiel nehmen.


Weiterführende Informationen:
Coronavirus: SFH fordert Sistierung der Asylverfahren in der Schweiz (Schweizerische Flüchtlingshilfe)
Portugal to treat migrants as residents during Coronavirus crisis (Reuters)
Coronavirus: Portugal to treat migrants as residents during pandemic (Independent)

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(Last updated: 31.03.2020, 11:42)