Coronavirus-Test machen? Online Selbsttest, Drive-In, Schnelltests, mobile Tests und alle kantonalen Anlaufstellen & Hotlines der Schweiz in der Übersicht

 


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Soll ich mich auf das Corona­virus testen lassen? Und wenn ja wie und wo? Wer Symptome hat, kann einen Coronavirus-Test (Corona-Selbsttest) online machen, es gibt aber auch Corona-Schnelltests oder Drive-In-Tests mit dem Auto sowie mobile Tester. Eine schweizweite Übersicht nach Kantone.

Alle Länder, die bislang die Infektionskurve runtergekriegt hätten, haben entweder einen totalen Lockdown mit Ausgangssperre verhängt oder massiv getestet, erklärt der renommierte ETH-Virologe Marcel Salathé gegenüber «10vor10». Das derzeitige Ziel des Bundes ist es, die Verbreitung der Coronavirus-Epidemie zu verlangsamen sowie Personen zu schützen, die stärker gefährdet sind, schwer zu erkranken (besonders anfällige Personen). Ausserdem soll in den Gesundheitszentren die Behandlung besonders schwerer Fälle weiterhin gewährleistet werden können, denn schweizweit werden die Intensivplätze knapp und reichen im Tessin bald nicht mehr für alle schweren Fälle aus.

Falls Sie sich zum Beispiel fragen:
«Soll ich meinen Arzt oder meine Ärztin anrufen oder eine medizinische Anlaufstelle aufsuchen, falls ich denke, infiziert zu sein?» - «Gehöre ich oder mein Kind zur Risikogruppe?» Wer soll einen Test machen? Und wo kann man einen Test machen? Hier gibt es die Antworten.

Inhalte:

 

 

1. Wie funktioniert der Coronavirus-Test?

Bei einem begründetem Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion werden beim Probanden zuerst Abstriche aus dem Rachenraum und Nasenraum, unter Umständen auch aus dem Mundraum oder aus den tiefen Atemwegen, beispielsweise dem Hustensekret, genommen. Im Labor wird dann im entnommenen Probenmaterial mit Hilfe des sogenannten PCR-Tests (Polymerase-Kettenreaktion) gezielt nach dem Erbgut des SARS-CoV-2-Virus gesucht. Und zwar indem man das genetische Material mit Hilfe des PCR-Verfahrens in mehreren Zyklen vervielfältigt bzw. millionenfach kopiert.

Durch die Anwendung fluoreszierender Stoffe zeigt der Test an, ob die gesuchten Gensequenzen des Coronavirus im Probenmaterial vorliegen oder nicht. Auf diese Weise lassen sich selbst die kleinsten Mengen SARS-CoV-2-Erreger in den Proben nachweisen. Das Labor stellt mit dieser Verfahrensweise folglich nicht nur fest, ob ein Verdachtsfall tatsächlich mit dem Virus infiziert ist, sondern auch wie viele SARS-CoV-2-Erreger in der Probe enthalten sind. Allerdings gilt die Devise: Je mehr Gene im Test erfasst werden, desto genauer fällt auch das Testergebnis aus. Im Umkehrschluss bedeutet das: Je weniger Gene mit dem Test erfasst werden, desto eher kann das Testresultat negativ ausfallen - und unter Umständen ein falsches Ergebnis liefern. Fällt das Testergebnis des Ersttests positiv aus, muss es anschliessend noch vom Virologie-Labor in Genf, dem nationalen Referenzzentrum für neu auftretende Virusinfektionen, bestätigt werden.

 

 

2. Coronavirus-Test: Wie lange Dauer?

Allerdings ist das Testergebnis stark von der Art und dem Zeitpunkt des Abstrichs abhängig. Ein negativer PCR-Test bedeutet nicht unbedingt, dass der Proband auch wirklich gesund ist. Denn in der ersten Woche der Erkrankung sind die Coronaviren lediglich im Rachenraum nachzuweisen. Hingegen in der zweiten Woche der Erkrankung sind die Viren oftmals nur im Lungensekret oder im Stuhl des Probanden nachweisbar. Das führt dazu, dass Personen, die trotz negativem Testresultat als starke Verdachtsfälle gelten, oft nach einigen Tagen eine weitere Probe entnommen und erneut getestet wird, um auf Nummer sicher zu gehen.

Doch wie lange dauert so ein Test? In der Regel dauert ein Corona-Test bzw. der reine Labornachweis unter idealen Bedingungen 3 bis 5 Stunden. Der gesamte Prozess hingegen dauert etwas länger: Vom Abstrich bis zum vorliegenden Testresultat kann es schon mal zwischen 24 bis 48 Stunden dauern. Das bedeutet aber auch, dass ein Testergebnis jeweils einen entsprechend zurückliegenden Moment wiedergibt.

 

 

3. Wer soll einen Corona-Test machen?

Laut Medienkonferenz der Bundesbehörden vom 24.03.2020 werden in der Schweiz mittlerweile täglich bis zu 8000 Coronavirus-Tests pro Tag gemacht. Inzwischen sind laut Patrick Mathys vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 80'000 Personen in der Schweiz getestet worden. Mit 5'500 Corona-Tests pro Million Einwohner ist die Schweiz laut «Tagesanzeiger» international führend. Nur die beiden Länder Norwegen oder Südkorea testeten bislang mehr pro Kopf.

WICHTIG: Gemäss Bund sollen sich Personen erst dann einem Coronavirus-Test unterziehen, wen man schwere Symptome zeigt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schreibt dazu: «Da die Krankheit in den meisten Fällen mild verläuft, werden nicht alle Personen auf das neue Coronavirus getestet. Getestet werden besonders gefährdete Personen mit Krankheitssymptomen und solche, bei denen sich die Krankheitssymptome verstärken (hohes Fieber, Atembeschwerden oder Atemnot).»


Wenn Sie keine Symptome haben und um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, vermeiden Sie es bitte, Kontakt mit Ihrem Arzt oder einer Gesundheitseinrichtung aufzunehmen. Die Notfalldienste sind überlastet. Werden Sie bitte nicht vorstellig, ohne vorher mit Hilfe des unten angegebenen online Coronacheck-Beratungstools eine individuelle Beurteilung durchzuführen.


 

 

4. Coronavirus-Test machen: Hier der Selbstcheck

Die Universität Lausanne hat in Zusammenarbeit mit dem Kanton Waadt einen Corona-Selbstcheck entwickelt, über welchen individuell das Risiko überprüft werden kann, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben. Der Kanton Bern hat den Selbstcheck in die deutsche Sprache übersetzt, so dass er ab sofort für alle Einwohnerinnen und Einwohner der Schweiz online in beiden Sprachen zu Verfügung steht.

Der Coronacheck erlaubt Ihnen, auf rasche Art Ihr Risiko (oder das Ihres Kindes), an der COVID-19 Krankheit zu leiden, abzuschätzen und informiert Sie über das weitere Vorgehen. Testen und evaluieren Sie vorab Ihr Risiko mit dem online «Corona-Check» des medizinischen Universitätszentrums des Kantons Waadt. Überwachen Sie Ihren Gesundheitszustand. Anzeichen einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus sind Husten, Atembeschwerden oder Fieber (ein Schnupfen allein reicht nicht aus).


Falls Symptome auftreten, machen Sie die Beurteilung jetzt auf coronacheck.ch.


Wenn Sie keine Symptome haben und um das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, vermeiden Sie es bitte, Kontakt mit Ihrem Arzt oder einer Gesundheitseinrichtung aufzunehmen. Die Notfalldienste sind überlastet. Werden Sie bitte nicht vorstellig, ohne vorher mit Hilfe des oben angegebenen Beratungstools eine individuelle Beurteilung durchzuführen.

 

 

5. Corona-Schnelltests, Drive-In

Immer beliebter werden die sogenannten Drive-In-Tests in der Schweiz. Personen mit starkem Verdacht auf das Coronavirus sollen sich möglichst schnell testen lassen können. Die Resultate des Ersttests sollen noch am selben Tag vorliegen. Dadurch können Virenherde erkannt und Quarantänemassnahmen frühzeitig und gezielt eingeleitet werden. Innerhalb eines Tages wissen Sie, ob eine Isolation von 14 Tagen oder eine Quarantäne notwendig ist.


Im Kanton Appenzell gibt es bereits einen Drive-In-Test (auch als «Covid-Teststrasse» bezeichnet), um so die Spitäler und Hausarztpraxen zu entlasten. Allerdings kann man sich hier nur unter bestimmten Auflagen und Voraussetzungen einem Drive-In-Test unterziehen. Verdachtsfälle müssen sich im Vorfeld zwingend bei einer Hotline anmelden, spontan erscheinende Personen werden abgewiesen und es können sich ausschliesslich Einwohner und Berufstätige der beiden Kantone Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden testen lassen. Diese Massnahme soll einen „Test-Tourismus“ verhindern.



Mit der Ausrufung des nationalen Notstandes plant auch der Kanton Bern drei Zentren für Corona-Schnelltests, weitere Kantone dürften folgen. Das erste Test-Zentrum in Bern soll schon nächste Woche in Betrieb sein. Der Standort des Schnelltests befindet sich in der Peripherie der Stadt Bern auf dem Messegelände der Bernexpo im Wankdorf. Sind die Prozesse eingespielt, sollen auch Testzentren in Thun und Biel folgen. Pro Zentrum will der Kanton Bern täglich bis zu tausend Coronavirus-Tests durchführen.

Testen lassen sollen sich Menschen mit Verdacht auf das Coronavirus. So könnte die Anzahl von Personen in Quarantäne reduziert werden, erklärte Gesundheitsdirektor Pierre Alain Schnegg an einem virtuellen Point de Presse. Dadurch würde die Lage etwas erleichtert und das Gesundheitssystem geschont. Das Gelände wird zu Fuss sowie auch mit dem Auto gut erreichbar sein. Bei der Anfahrt mit dem Auto wird der Zugang als Drive-In ermöglicht. Für Ankommende zu Fuss werden verschiedene Zugänge errichtet. In einer Reihe werden Personen mit klaren Symptomen, also Husten und Fieber, getestet. In einer weiteren Reihe sollen Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, getestet werden. Personen ohne Symptome, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, werden nicht getestet. Sie werden angehalten, wiederzukommen, falls sich Symptome entwickeln. Personen mit starken Symptomen werden direkt an die Spitäler verwiesen. Die Hirslanden Kliniken werden das Testzentrum mit Gesundheitspersonal unterstützen, wie der Kanton schreibt. Das Testmaterial wird von der Pharma-Firma Roche zur Verfügung gestellt. Das Kantonale Führungsorgan werde die Zusammenarbeit koordinieren und die Bereitstellung der entsprechenden Infrastruktur sicherstellen.

UPDATE: Laut Gesundheitsdirektor Schnegg muss der Kanton Bern die Inbetriebnahme von Drive-In-Coronavirus-Testzentren verschieben. Es gibt noch nicht genügend Testmaterial. Man bereite nun alles vor, um bald den Betrieb aufnehmen zu können.



Auch der Kanton Luzern will ab Mittwoch 23.03.2020 eine Drive-In-Teststrasse anbieten. Das Testzentrum für Corona-Patienten war ursprünglich bei der Kantonssschule Alpenquai geplant. Das «Drive-In»-Testcenter wird nach Widerstand der Anwohner des Tribschenquartiers nun aber doch nicht bei der Kantonsschule in Betrieb gehen, meldete der Kanton Luzern. Ein neuer Ort für das Testcenter sei bereits gefunden: Das Zentrum werde nun auf der Luzerner Allmend errichtet. Der Eröffnungstermin bleibt unverändert und ist auf Mittwoch, 25. März um 13:00 Uhr, geplant.



Im Kanton Solothurn ist ein mobiles Corona-Test-Team für immobile Menschen unterwegs. Die mobilen Testerinnen und Tester überprüfen Menschen mit Coronavirus-Symptomen in deren Zuhause. Auch ein Drive-in-Schalter ist im Gespräch. Hier ein Video-Bericht.



Im Kanton Zürich wird in Winterthur ein solches Testzentrum angeboten, in speziellen Containern des Gesundheitsinstituts Medbase nahe des Einkaufszentrums Neuwiesen neben dem Bahnhof Winterthur. Hier können sich Personen mit Symptomen und Verdacht auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen lassen. Vor dem Besuch ist allerdings ein telefonisches Vorgespräch mit dem medizinischen Team der Gruppe zwingend notwendig. Die Nummer dafür lautet 052 266 97 97. Die Corona-Tests werden innert drei Tagen ausgewertet.


 

 

6. Mobile Tests

Als schweizweit erster Kanton setzt Baselland seit dem 11. März mobile Test-Teams im Kampf gegen das Coronavirus ein. Weitere Kantone sollen folgen. So sollen die Spitäler, Notfall-Stationen, Hausärzte, medizinischen Institutionen und der öffentliche Verkehr entlastet werden und auch mobilitätseingeschränkte Personen getestet werden, die nicht mobil sind. Ein Team besteht aus drei Personen: Ein Fahrer, ein ABC-Spezialist und eine medzinischen Fachperson. Zwei dieser Teams stehen zurzeit im Einsatz. Bei Bedarf könnte die Zahl auf drei hochgefahren werden.

Der Ablauf der mobilen Coronavirus-Tests funktioniere so: «Der Patient öffnet die Türe und wird orientiert. Es wird erklärt was genau gemacht wird, es werden medzinische Fragen gestellt und anschliessend wird die Beprobung durch das medizinische Personal durchegführt», erklärt David Kaufmann, Kommandant der Zivilschutzkompanie Baselland gegenüber «TeleBasel».

Die mobilen Einheiten werden eigens aufgeboten und gehen mit Schutzkleidung ausgerüstet in die eigenen vier Wände der Patienten, machen dort einen Abstrich / eine Probe, verlassen die Wohnung wieder, werden dekontaminiert, das heisst der Schutzanzug wird sachgerecht vom ABC-Spezialist ausgezogen und anschliessend komme bereits der nächste Auftrag. Beim nächsten Besuch gibt es wieder das gleiche Prozedere. Der Materialverschleiss sei erheblich aber notwendig. Zurzeit herrsche vor allem ein Mangel an medizinischem Personal. Zivilschützer gäbe es genug. Das Fachpersonal werde aber nicht aus anderen Gesundheitsinstitutionen abgezogen, sondern unabhängig rekrutiert. Rund 30 Untersuchungen führen die mobilen Test-Teams im Schnitt pro Tag durch. Ob ein solches Team zum Einsatz kommt, bestimmt der zuständige Arzt des Patienten.

Im Kanton Solothurn ist unterdessen wie im Kanton Baselland ein mobiles Corona-Test-Team für immobile Menschen unterwegs. Die Testerinnen und Tester überprüfen Menschen mit Coronavirus-Symptomen zuhause in deren eigenen vier Wänden. Auch ein Drive-in-Schalter ist im Gespräch. Hier ein Video-Bericht.

 

 

7. Aktuelle Informationen, Hotlines und Anlaufstellen nach Kantone


INFOLINE DES BUNDES:

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat für Fragen zum neuartigen Coronavirus eine Infoline eingerichtet:

Telefonnummer 058 463 00 00
(Täglich 24 Stunden erreichbar)


Eine Übersicht der Kantone:


 

 

8. In Spitäler

Verzichten Sie möglichst auf spontane Besuche in Spitälern. Sollten Sie Coronavirus-Symptome haben, rufen Sie unbedingt vorher telefonisch Ihren Hausarzt oder die eigens für diese Fälle eingerichtete Hotline Ihres Kantons (siehe oben nach Kantone) oder Ihres Spitals (schauen Sie auf der Webseite des Spitals für weitere Informationen nach), um das weitere Vorgehen vorab abzuklären und abzusprechen.

 

 

9. Allgemeine Empfehlungen zum Coronavirus

Coronavirus Social Distancing Pysical Abstand halten

Befolgen Sie die BAG-Hygienemassnahmen.

  • Verzichten Sie möglichst auf Besuche in Spitälern oder Pflegheimen. Falls ein Besuch notwendig ist, wenden Sie sich bitte an das Pflegepersonal und befolgen Sie die Anweisungen. Wenn Sie am Bahnhof oder an einer Bushaltestelle warten, halten Sie weitestmöglich Abstand zu anderen Personen.

  • Reduzieren Sie Ihre privaten Reisen. Vermeiden Sie es möglichst, zu Stosszeiten zu reisen.

  • Halten Sie im öffentlichen Verkehr grösstmöglichen Abstand zu anderen Personen und befolgen Sie die allgemeinen Hygienemassnahmen und Verhaltensempfehlungen.

  • Falls Sie Symptome einer Atemwegserkrankung haben (z. B. leichter Husten), vermeiden Sie möglichst die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln.

  • Die Masken dienen dazu, das medizinische Personal zu schützen, das Patienten mit Ansteckungsverdacht und besonders gefährdete Personen behandelt.

  • Eine gesunde Person sollte im öffentlichen Raum keine Maske tragen, denn es ist nicht erwiesen, dass das Tragen einer Maske in der Öffentlichkeit vor Ansteckungen schützt. Im Gegenteil, dadurch könnte ein falsches Gefühl der Sicherheit entstehen.

 

 

10. Weiterführende Informationen:

Corona-Selbstcheck der Universität Lausanne
(Uni Santé)
Verhaltens- und Hygieneregeln
 (Bundesamt für Gesundheit)
Testzentrum zur Durchführung von Schnelltests (Kanton Bern)

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(Last updated: 25.03.2020, 00:34)