Coronavirus Schweiz: Warum eine Ausgangssperre unausweichlich ist (totaler Lockdown)

 


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Der totale Lockdown der Schweiz mit Ausgangssperre blieb bislang aus. Doch: Alle Länder, die bislang die Infektionskurve runtergekriegt haben, hätten entweder einen totalen Lockdown mit Ausgangssperre verhängt oder massiv getestet, betont der renommierte ETH-Virologe Prof. Marcel Salathé gegenüber der SRF-Sendung «10vor10». In der Schweiz ist beides (noch) nicht der Fall.

Dabei gibt es gute Gründe für eine rasche Ausgangssperre: «Länder, die schnell handeln, können die Zahl der Todesfälle um den Faktor 10 reduzieren», mahnte etwa Tomas Pueyo schon früh in seiner Studie zur Berechnung der Dunkelziffer-Infizierten. Auch die Erklärung des Bundesamt für Gesundheit (BAG) am 17.03.2020 lässt die Alarmglocken laut schrillen: «Die Lage in der Schweiz entwickelt sich so schnell und so gross, dass das BAG Mühe hat und wir nicht mehr nachkommen, die Fälle sofort zu erfassen und je nach Kanton einzeln auszuweisen. Es ist nicht so, dass wir etwas hinauszögern oder verheimlichen, sondern es geht einfach zu schnell.» Die Zahlen würden sich in den nächsten Tagen weiter erhöhen, auch seien die aktuellen Zahlen weit höher, als bisher bekannt, da das BAG «heute Fälle kommuniziert, die sich vor einer Woche angesteckt haben». Die verschärfte Ausgangssperre (totaler Lockdown) oder flächendeckende Massen-Tests scheinen in der Schweiz deshalb unausweichlich.

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Bald Ausgangssperre oder flächendeckende Tests


Ein Beispiel gefällig? «Ein an Corona erkranktes Kind, das acht Wochen nicht erkannt würde, steckt [in diesen zwei Monaten] rund 3000 Menschen an, die dann wiederum ansteckend sind. Davon müssen 200 bis 300 auf die Intensivstation, etwa 15 von ihnen sterben», veranschaulicht Professor Alexander Kekulé, Inhaber des Lehrstuhls für Medizinische Mikrobiologie und Virologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, die grosse Gefahr des Coronavirus.


Der Epidemie-Experte Prof. Marcel Salathé der ETH Lausanne (EPFL) zeigt sich irritiert von den Lockdown-Massnahmen des Bundes: «Es fehlt eine Strategie, um wirklich weitverbreitet zu testen.» Man könne die Kurve jetzt wahrscheinlich schon abbremsen. Aber man müsse doch immer sehen, dass «alle Länder die es geschafft haben, die Kurve nach unten zu biegen, haben entweder einen totalen Shutdown eingeführt (Italien, Wuhan) oder sie haben eben von Anfang an rigoros getestet und sind den Kontakten nachgegangen, haben die Fälle isoliert und die Kontakte in Selbstisolation begeben. Und diese Strategie fehlt im Moment», so Salathé.

Darum geht Salathé davon aus, dass der Bundesrat die beschlossenen Massnahmen mit dem Teil-Lockdown bald noch weiter verschärfen müsse. Das würde dann womöglich eine Ausgangssperre wie in Frankreich und Spanien bedeuten. «Ausser, es gibt jetzt in der Schweiz baldmöglichst eine breite Teststrategie», erklärt der Virologe Salathé und staunt über die Lockdown-Massnahmen des Bundesrates: «Was eher irritierend war, ist was nicht gesagt wurde. Es fehlt eine Strategie, um die Menschen wirklich weitverbreitet auf das Virus zu testen. Man muss jetzt testen, testen testen!»

Woran liege es denn, dass in der Schweiz noch nicht breit getestet wird, fragt die SRF-Moderatorin den Epidemiologen. Salathé zufolge fehlt derzeit dazu der Wille und die Kreativität der Schweizer Behörden. Deutschland beispielsweise zeige, dass Drive-in-Tests möglich seien. Doch es gebe unterdessen auch Hoffnung: Der Kanton Bern hat angekündigt, dass schon bald Schnelltests auf dem Messegelände der BEA und auch Drive-Ins möglich seien. «Das Ziel muss sein, dass sich alle Leute testen lassen können, die Symptome verspüren. Nur dann kann man die Menschen isolieren und die Übertragungsketten unterbrechen


«Unterstützen Sie Prof. Marcel Salathé von der EPF Lausanne in seinem Kampf für allgemeine Korona-Tests in der Schweiz. Es ist ein Skandal, dass in der Schweiz nicht mehr getestet wird.» - Prof. Salathé und viele führende Schweizer Wissenschaftler fordern dringend die allgemeine Untersuchung von Menschen mit Koronasymptomen. Das hat Menschen animiert, folgende Petition an den Bundesrat zu lancieren:


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AKTUELLE STUDIE BERECHNET CORONAVIRUS-DUNKELZIFFER
Bereits 10’000 Coronavirus-Fälle in der Schweiz?


Die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein als die offiziellen BAG-Zahlen. Das besagt zumindest eine neue Studie und fordert konsequente Massnahmen, denn «Länder, die schnell handeln, können die Zahl der Todesfälle um den Faktor 10 reduzieren» ...


 

 

Durchseuchung mit dem Coronavirus?

Auf die Frage, warum man die Risikogruppen nicht noch konsequenter isoliere und die anderen die Krankheit halt durchmachen lässt wie zum Beispiel in Grossbritannien und was er davon halte, antwortete der Epidemiologe: «Das ist das Konzept von dieser Durchseuchung, von der man immer wieder hört. Das finde ich eine sehr gefährliche Idee. Wie es in dieser berühmten Jurassic-Parc-Szene heisst: "Die Natur findet eine Weg." Und der Virus findet garantiert einen Weg zu den Menschen. Ausser diese Abtrennung ist absolut und komplett. Und wir sehen das ja in der Realität, das ist einfach nicht machbar. Man kann die beiden Gruppen nicht vollständig trennen. Und deshalb finde ich eine solche Idee epidemiologisch gesehen nicht vertretbar. Das würde zu massiven Folgeschäden führen.»

In Italien steht das Gesundheitssystem mancherorts bereits kurz vor dem Zusammenbruch. Mancherorts in der Lombardei ist es bereits zusammengebrochen. Andrea Raceti, 20 Jahre beim Roten Kreuz und diverse Afrika-Missionen auf dem Buckel, schildert das so: «Viele bagatellisieren. Aber das Problem mit dem Virus ist nicht nur, wie stark es ist, sondern wie sehr es sich ausbreiten kann. Und wie schnell. Wenn wir alle auf der Intensivstation landen, dann reichen die Plätze nicht.» Die Toten werden verbrannt, wie zu Kriegszeiten. Es gebe keinen Zweifel. Das einzige Mittel dagegen sei, dass alle Menschen 20 Tage zu Hause bleiben, berichtet die «taz».

Der ETH-Wissenschaftler Salathé betont zwar, dass die Spitäler in der Schweiz jetzt gut vorbereitet seien. Es könne aber auch bei uns so weit kommen wie in Italien. Der Anstieg infizierter Fälle lässt für die Schweiz derweil Schlimmes erahnen.

Anzahl Infizierte seit Tag 1
Italien vs. Schweiz vs. Deutschland vs. Frankreich vs. Spanien

Coronavirus Infizierte im Vergleich: Italien, Schweiz, Deutschland, Frankreich
Quelle: Watson - «Wie sieht eigentlich jetzt der Vergleich mit Italien aus? Leider gar nicht gut.»

«Darum müssen wir jetzt alle die Hygiene- und Social-Distancing-Massnahmen umsetzen», appelliert er an die Schweizer Bevölkerung. Wir dürfen die Epidemie nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Oder wie es Fred, der Barbesitzer aus der italienischen Krisenstadt Alzano Lombardi treffend sagt:


«Das Problem ist, dass manche, um zu zeigen, dass sie stärker sind als das Virus, nur zeigen, dass sie dümmer sind


Wenn man sich am Wochenende bei strahlendem Sonnenschein ein Augenschein in der Stadt nimmt, gibt es auch hier in der Bevölkerung noch viele davon.

Weiterführende Informationen:
Epidemiologe: Es fehlt Test-Strategie (SRF-Sendung 10vor10)
Corona in Italien: Die tiefrote Zone (TAZ)
Wie sieht eigentlich jetzt der Vergleich mit Italien aus? Leider gar nicht gut (Watson)



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(Last updated: 27.03.2020, 20:57)