Coronavirus: Die Schweiz wird den Notstand laut BAG-Chefbeamten wohl bald landesweit ausweiten

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Der Chefbeamte des Bundesamt für Gesundheit (BAG) kündigt in der SRF-Radiosendung «Heute Morgen» an, dass der Notstand im Kanton Tessin wohl bald auf die ganze Schweiz ausgeweitet wird.

Dies, um vor allem die vulnerablen Risikogruppen vor dem Coronavirus, vor einer Infektion und Ansteckung zu schützen, um so Überlastungen auf den Intensivpflegestationen zu vermeiden und um die vorhandene Infrastruktur der Spitäler richtig zu nutzen.

Inhalte:

 

 

BAG-Chefbeamter: Notstand wird wohl bald in der Schweiz gelten

Im Kanton Tessin gilt seit Mitternacht der Notstand mit insgesamt 10 Massnahmen und Verboten, die das Alltagsleben der Bevölkerung massiv einschränken. Nicht-obligatorische Schulen bleiben geschlossen, sämtliche Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sind verboten, auch Kinos, Theater, Jugendzentren, Fitnesscenter und Bordelle etc. sind von der Schliessung betroffen. Ü65-Jährige sollen möglichst keinen generationenübergreifenden Kontakt mehr mit Kindern haben und keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen sowie diverse weitere Massnahmen.


«Der Rest der Schweiz wird sicher auch das machen, was jetzt im Tessin geschieht», erklärte Daniel Koch, Leiter der Abteilung übertragbare Krankheiten beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), gegenüber dem «Radio SRF» in der Sendung «Heute Morgen». Damit sollen Risikogruppen geschützt werden und eine Überlastung der Spitäler verhindert werden.



UPDATE: Das Vorpreschen von Koch überraschte ein wenig, da eigentlich eine Pressekonferenz mit Bundesrat Berset auf morgen Freitag, dem 13. März, angekündigt ist. Mittlerweile krebst das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zurück und widerspricht seinem BAG-Chefbeamten insofern, dass zwar wohl auch andere Schweizer Kantone wie der Tessin einen Notstand ausrufen werden, zu diesem Zeitpunkt sei dies aber (noch) nicht gesamtschweizerisch vorgesehen. In der Sendung «Rendez-vous» präzisiert Koch, dass davon auszugehen sei, dass andere Kantone ähnliche Massnahmen wie das Tessin ergreifen werden. «Ob man den Notstand ausruft oder nicht, ist nicht der wesentliche Punkt.» Ob andere Kantone dieselben Verbote aussprechen werden, oder ob andere Massnahmen zweckdienlicher sind, hänge von lokalen Begebenheiten ab. [Quelle: SRF]


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Der Kanton Tessin ruft wegen Coronavirus den Notstand aus
Gilt mindestens bis 29. März 2020


Damit wird das öffentliche Leben im Tessin massiv eingeschränkt. Alle folgenden Massnahmen werden von der Kantonspolizei und der Gemeindepolizei überwacht ...


 

«Die Welle ist jetzt in der Schweiz»

«Die Welle ist jetzt in der Schweiz angekommen. Jetzt braucht es die Massnahmen, um die Welle zu beherrschen.» Die Schweiz habe jedoch rechtzeitig gehandelt, um das Coronavirus einzudämmen. Man nehme die Situation sehr ernst und man müsse nun möglichst schnell die richtigen Massnahmen treffen, um besonders anfällige Risikopersonen vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen und die Spitäler im Land zu entlasten. Daher werde die restliche Schweiz wohl bald nachziehen.


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«Coronavirus ist wie normale Grippe!»
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Risikopersonen schützen

Nun gelte es vor allem die Risikogruppen in der Schweiz vor einer Ansteckung zu schützen. Das heisst alte Menschen über 65 Jahre und chronisch Kranke mit geschwächtem Immunsystem (z.Bsp. mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, hoher Blutdruck etc.). «Weil das sind die Leute, für die ist das Virus gefährlich. Und das sind die Leute, die unsere Spitäler benützen. Und wenn es dort zu viele Patienten gibt, werden die Spitäler mit der Situation nicht zurechtkommen.»


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Geisterspiele, abgesagte Messen und Konzerte sollen die Ausbreitung des Coronavirus verzögern - und eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Gepostet von tagesschau am Mittwoch, 11. März 2020

 

 

Spitäler entlasten

Laut Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) müssten sich die Spitäler deshalb in erster Linie darauf konzentrieren, dass vor allem die Intensivpflegestationen von anderen Patienten befreit bzw. vor Überbelastung geschützt werden und dass die Infrastruktur der Spitäler richtig genutzt wird. So sollen weitere Todesfälle verhindert werden. «Die Massnahmen, die man jetzt ergreift, zielen auf dieses Ziel hin.» Man könne an der Situation im Tessin und in Italien lernen. «Man wird diese Betten brauchen für Coronavirus-Patienten. Und diese Betten, die kann man nicht, auch in Italien nicht, einfach neu bauen. Man muss die Infrastruktur richtig nutzen, die zur Verfügung steht.»


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CORONAVIRUS:
Aktuelle nüchterne Zahlen & Fakten

über infizierte Fälle, geheilte Patienten, Tote, Sterberate, weltweit und nach Länder uvm.


Nüchterne aktuelle Zahlen und Fakten zum Coronavirus über Anzahl infizierte Fälle, wieder gesunde Patienten, Anzahl Tote und Sterberate aktuell und übersichtlich aufgelistet ...


 

Wann wird der Notstand ausgerufen?

Auf die Frage, dass es also keine Frage sei, ob der Notstand ausgerufen werde, sondern lediglich wann die Massnahmen verschärft werden, antwortete Koch: Es sei eine Frage, wie die Schweiz mit dieser Krise umgehe, «und wenn wir das richtige machen, dann können wir diese Krise bewältigen, wenn wir es falsch machen, dann werden wir mehr Todesfälle zu beklagen haben, als nötig wäre.»


UPDATE: Das Vorpreschen von Koch überraschte ein wenig, da eigentlich eine Pressekonferenz mit Bundesrat Berset auf morgen Freitag, dem 13. März, angekündigt ist. Mittlerweile krebst das Bundesamt für Gesundheit (BAG) zurück und widerspricht seinem BAG-Chefbeamten insofern, dass zwar wohl auch andere Schweizer Kantone wie der Tessin einen Notstand ausrufen werden, zu diesem Zeitpunkt sei dies aber (noch) nicht gesamtschweizerisch vorgesehen. In der Sendung «Rendez-vous» präzisiert Koch, dass davon auszugehen sei, dass andere Kantone ähnliche Massnahmen wie das Tessin ergreifen werden. «Ob man den Notstand ausruft oder nicht, ist nicht der wesentliche Punkt.» Ob andere Kantone dieselben Verbote aussprechen werden, oder ob andere Massnahmen zweckdienlicher sind, hänge von lokalen Begebenheiten ab. [Quelle: SRF]


Quelle & weiterführende Informationen:
Spitäler müssen Platz schaffen auf Intensivstationen
(SRF-Sendung «Heute Morgen»)

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(Last updated: 12.03.2020, 12:50)