Coronavirus: Krankenkassen wollen Kosten für Corona-Test nicht bezahlen, trotz Weisung vom Bund

Virus Corona Covid-19

Krankenkassen in der Schweiz müssen die Kosten der Tests auf Coronavirus bezahlen, beschliesst der Bund. Der Preis liegt bei 180 Franken pro Virentest. Nun weigern sich einige Krankenkassen aber und schieben den schwarzen Peter den Kantonen zu. Was bedeutet das für Prämienzahler?

Inhalte:

 

 

Krankenkassenpflicht bei Corona-Tests: Zahlt die Krankenkasse?

Die Schweizer Krankenkassen müssen den Getesteten die Corona-Tests vergüten, das entschied das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) per Verordnung und nahm den Test auf die Liste der vergütungspflichtigen Analysen: «Er wird ab 4. März 2020 von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung mit 180 Franken vergütet.» Das heisst im Umkehrschluss aber auch: Mehr als die Hälfte der betroffenen Corona-Verdachtsfälle müssen den Test wegen ihrer hohen Franchise im Endeffekt trotzdem selber zahlen. Doch nun besteht zumindest eine kleine Hoffnung für Krankenkassenversicherte mit hohen Franchisenbeträgen, denn einige Kassen wehren sich die gegen den Krankenkassenpflicht-Entscheid des Bundes, wie die «Sonntagszeitung» berichtet. Die Krankenkassen berufen sich dabei auf das Schweizer Epidemiegesetz. Dieses schreibt vor, dass im Falle einer Epidemie die Kantone die Untersuchungen bezahlen müssen. Der Bundesrat habe den besagten Paragrafen einfach per Verordnung ausgehebelt, kritisieren die Krankenkassen.

«Es liegt im öffentlichen Interesse, dass niemand aufgrund finanzieller Überlegungen auf einen Test verzichtet, wenn dieser dazu beiträgt, die Verbreitung des Virus zu verhindern», rechtfertigt Santésuisse-Sprecher Manuel Ackermann gegenüber der «Sonntagszeitung» den Standpunkt der Krankenversicherungen. Es sei wichtig, dass die Klärung der Kostenbeteiligung möglichst rasch erfolge, «damit die Patienten Gewissheit haben, dass sie sich nicht mit Franchisen und Selbstbehalt an den Kosten dieser Abklärungen beteiligen müssen», so der Santésuisse-Sprecher im «Blick».

Anders sieht das der Konkurrenzverband Curafutura, der die Kostenübernahme durch die Krankenversicherer nicht in Frage stellt: «Die Tests sind in der Analyseliste für Medikamente gelistet und werden durch die obligatorische Grundversicherung bezahlt», so Curafutura-Sprecher Ralph Kreuzer in der «Luzerner Zeitung».


Der Bund weist die Kritik der Santésuisse-Krankenkassen zurück. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärt: «Wir sehen die Eindämmung der Epidemie dadurch nicht gefährdet, dass Personen, die die Franchise noch nicht ausgeschöpft haben, die Tests selber bezahlen müssen.»


 

 

So viel kosten die Coronavirus-Tests

Der Preis für einen einzelnen Coronavirus-Test beträgt aktuell 180 Franken. Bis heute wurden etwa 3500 Schweizerinnen und Schweizer auf das Coronavirus getestet. Die Tests haben bislang Kosten von rund 630‘000 Franken verursacht. Experten rechnen mit Gesamtkosten von 1 Milliarde Franken für die Tests, da ihren Prognosen zufolge «bis zum Ende der Epidemie bis zu 70 Prozent der Bevölkerung vom Virus befallen werden könnten». Das entspräche rund drei Prämienprozenten - immer vorausgesetzt, dass sich die meisten Erkrankten auch tatsächlich testen lassen würden. Der Bund hingegen empfiehlt unterdessen explizit, Coronavirus-Tests «nur noch bei Menschen mit ausgeprägten Corona-Symptomen» durchzuführen, schreibt die «Sonntagszeitung».



Coronavirus Arzt Doktor

Wirkt Malaria-Medikament gegen Coronavirus?
Chloroquin hat Anzeichen von Wirksamkeit gegen Covid-19 gezeigt


Sind das endlich die positiven Nachrichten im Kampf gegen das Coronavirus, auf die die Welt gewartet hat? Ein herkömmliches Malaria-Mittel soll die Genesung von Covid-19-Patienten beschleunigen. Dies meldet der Leiter des Institut Méditerranée Infection (Institut für Infektionskrankheiten) in Marseille, Prof. Didier Raoult, ein französischer Mediziner, Mikrobiologe und Infektiologe ...


Weiterführende Informationen:
Coronavirus: Diagnostiktest wird von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung vergütet (Bundesamt für Gesundheit)

Vielleicht interessiert Dich auch:


Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

 

(Last updated: 10.03.2020, 15:04)