Coronavirus-Sperrzone: Italien riegelt neue Gebiete mit Einreise- und Ausreiseverbote und roten Quarantänezonen ab - 16 Millionen Einwohner betroffen

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Der Coronavirus-Ausbruch in Italien ist der schlimmste in Europa - und ausserhalb Asiens. Die Corona-Fälle haben sich in Italien in nur einer Woche auf über 5800 Infizierten mehr als verdoppelt. Die Zahl der Todesfälle, die an der neuen Lungenkrankheit Covid-19 gestorben sind, stieg unterdessen auf 233.

Dies gaben die italienische Regierung und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bekannt. Aus diesem Grund ergreift Italien neue drastische Massnahmen und sperrt den nördlichen Wirtschaftsmotor Italiens sowie bis in die Mitte des Landes komplett ab. Betroffen sind 16 Millionen Einwohner.

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Neues Einreise- und Ausreiseverbot in Italien

Ländernachbar Italien hat schon vor dem Coronavirus eine der anfälligsten Volkswirtschaften Europas, dem das Virus weiteren schweren Schaden zufügt. Die Schulen und Universitäten des Landes sind bereits geschlossen. Nun unternimmt Italiens Regierung einen ausserordentlichen Schritt, indem sie ab Sonntag 08. März 2020 ganze Teile des Nordens zur Bekämpfung des Coronavirus sperrt und die Bewegungsfreiheit der Bevölkerung einschränkt.

Durch die beschlossenen Massnahmen werden Teile des wohlhabenden italienischen Nordens - darunter die wirtschaftliche und kulturelle Hauptstadt Mailand und wichtige Touristenziele wie Venedig - bis mindestens 03. April 2020 in rote Quarantänezonen verwandelt. Ausgenommen sind vorderhand Grenzgänger mit einer Arbeitserlaubnis in der Schweiz.


Schweizer Kreuz Flagge Fahne

Würde die Schweiz die Grenzen dichtmachen ...
... müssten alle 8,5 Mio. Einwohner vollständig selbstversorgt werden


Hätten wir noch genügend Medikamente? Was würden wir essen? Das würde passieren ...


 

 

«Nationale Notlage»

«Wir stehen vor einer nationalen Notlage», erklärte Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte bei der Ankündigung des Regierungserlasses in einer Pressekonferenz nach 2 Uhr morgens: «Wir haben sie von Anfang an mit maximalen Vorsichtsmassnahmen bekämpft», so. «Wir haben zwei Ziele: Die Ausweitung der Ansteckung einzudämmen und eine Überlastung der Krankenhauseinrichtungen zu vermeiden.»

 

 

Betroffene Städte und Regionen

Das Ein- und Ausreiseverbot gilt für die Region Lombardei und folgende 14 Provinzen:

  • Alessandria
  • Asti
  • Mailand
  • Modena
  • Novara
  • Padua
  • Parma
  • Pesaro und Urbino
  • Piacenza
  • Reggio Emilia
  • Rimini
  • Treviso
  • Venedig
  • Verbano Cusio Ossola
  • Vercelli

Damit treffen die Ein- und Ausreiseverbote rund sechzehn Millionen Menschen bis in die Mitte Italiens. Die betroffenen Provinzen bzw. Sperrzonen dürfen nur mit Sondergenehmigungen und aus «ernsten und unvermeidlichen» Anlässen betreten oder verlassen werden, zum Beispiel wegen der Arbeit oder aus familiären Gründen.


 

 

Verboten in der Sperrzone

Einkaufszentren dürfen neu nur noch von Montag bis Freitag geöffnet sein. Am Wochenende bleiben sie geschlossen.

Zivile und religiöse Zeremonien, wie Beerdigungen und auch kulturelle Veranstaltungen, sind nun verboten.

Sportzentren, Museen, Kinos, Kulturzentren, Theater und Skipisten bleiben geschlossen.

Cafés und Restaurants bleiben hingegen von 6:00 bis 18:00 Uhr offen. Das Dekret schreibt den Betreibern aber einen Abstand von einem Meter zwischen den Gästen vor. Diese Regel gilt auch bei Sportveranstaltungen, in Bars und in Supermärkten.

Keinen Stopp gibt es dafür bei den Flügen und für Züge. Allerdings müssten Reisen gute Gründe zugrunde liegen und die Polizei könne jederzeit Reisende anhalten und nach dem Grund der Reise fragen.

Grenzgänger scheinen vom Ausreiseverbot bis auf weiteres nicht betroffen. Ein Arbeitsplatz zählt offenbar zu den «triftigen Gründen».

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(Last updated: 08.03.2020, 11:01)