Coronavirus Medikament: Wieso China auf Kuba setzt und Forscher weltweit Hoffnung in die Behandlung mit Interferon gegen das Coronavirus setzen


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Da viele offenbar den Artikel nicht aufmerksam zu Ende durchlesen hier eine Anmerkung: Es gibt (noch immer) keinen Impfstoff. Und auch kein direktes Gegenmittel. Es handelt sich um ein Medikament, das seit Jahrzehnten gegen andere Krankheiten zur Anwendung kommt und das von den chinesischen Behörden nun in der Behandlung eingesetzt wird, weil das Coronavirus die natürliche Produktion von Interferon im menschlichen Körper verringert und das kubanische Medikament in der Lage ist, diesen Mangel zu beheben und das Immunsystem zu stärken.


Coronavirus: Medikament aus Kuba hat über 1500 Menschen geheilt - Schlüssel zur Behandlung der COVID-19-Pandemie?

Es gibt noch immer keinen Impfstoff und kein Gegenmittel zum Coronavirus. Forscher und Immunologen weltweit setzen aber grosse Hoffnung in die Behandlung von Patienten u.a. mit dem Medikament Interferon. Da viele die Seriosität per se anzweifeln, wenn kubanische Organe zitiert und kubanische Behörden als Quelle verlinkt werden, hier der Bericht aus wissenschaftlicher Sicht inklusive verschiedener „westlicher“ Quellen.

Wieso China ausgerechnet auf Kuba setzt und weshalb das seit Jahrzehnten als HIV-und-Hepatitis-Medikament eingesetzte Pharmakon Interferon alpha-2B Interferon (trotz Nebenwirkungen) ein Schlüssel bei der Behandlung von Coronavirus-Patienten (also bereits erkrankten) sein könnte, erfahren Sie hier ...

Inhalte:


 

 

Kuba bringt Solidarität und mit IFNrec-Medikament neue Hoffnung im Kampf gegen das Coronavirus


«Interferon alfa-2b ist ein antitumoraler und antiviraler Wirkstoff aus der Gruppe der Interferone, der zur Behandlung von Krebserkrankungen und der Hepatitis B und C eingesetzt wird. Zu den häufigsten möglichen unerwünschten Wirkungen gehören grippeähnliche Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Fieber, Muskelschmerzen und Kopfschmerzen.» Es ist «ein rekombinantes Protein, das mit biotechnologischen Methoden aus einem Escherichia coli-Stamm gewonnen wird. Es besteht aus 165 Aminosäuren und hat ein Molekulargewicht von etwa 19 kDa.» (Quelle: Pharmawiki.ch)



«Interferon alpha 2B hat die Fähigkeit, Patienten mit dem Potenzial für Verschlimmerung und Komplikationen zu schützen.» (Quelle: The Yucan Times)


Trotz der 60 Jahre andauernden Wirtschafts-, Finanz- und Handelsblockade, die die Vereinigten Staaten (USA) systematisch gegen die kleine Karibikinsel Kuba aufrechterhalten, ist das kubanische Gesundheitssystem weltweit beispielhaft und auf internationaler Ebene anerkannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewertet das kubanische Gesundheitssystem als nachahmenswertes Beispiel. Die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte das Gesundheitssystem in Kuba aufgrund seiner Nachhaltigkeit und der Kapazität, in Notfallsituationen rasch und solidarisch agieren zu können, als Beispiel hervorgehoben, dem andere Staaten nacheifern sollten. Auch betonte Chan den Geist der Solidarität der karibischen Nation, «besonders bei der Ausbildung von Gesundheitspersonal aus Ländern der Dritten Welt», wie die Vereinigung Schweiz-Cuba berichtet. Ganz besonders «auch die wichtige Rolle, die kubanische Fachkräfte im Kampf gegen Ebola in Westafrika gespielt hätten». «Sechsundfünfzig Jahre kubanischer medizinischer Zusammenarbeit, die in 164 Ländern mit mehr als 400'000 Mitarbeitern stattfindet, spiegeln die Prinzipien wider, die wir verteidigen. Die Solidarität ist das, was Kuba als Land auszeichnet. Wir praktizieren sie, wie Fidel sagte, "mit Fakten, nicht mit schönen Worten"», liess der kubanische Aussenminister Bruno Rodriguez verlauten. So nun offenbar auch im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie.

Kuba begann 1981 mit der Erforschung von Interferon, das heute in China gegen das Coronavirus eingesetzt wird.


[Im Bild Fidel Castro und der US-Kongressabgeordnete Mickey Leland, 16. Januar 1985 in Havanna.]


Übrigens war der Mann, der Fidel Castro Anfang der 1980er Jahre auf den Weg der Biotechnologie brachte, schwarz, ein Demokrat und ein Kongressabgeordneter aus Texas, Mickey Leland. Er brachte einen bedeutenden Onkologen aus Houston nach Havanna, der Interferon zur Behandlung von Krebs einsetzte. Leland war der Regierungsfeindlichkeit seines Landes gegenüber Kuba kritisch eingestellt und hielt die Blockade nicht nur für kontraproduktiv, sondern auch für unvereinbar mit den amerikanischen Werten. «Die Vereinigten Staaten», sagte er, «sollten sich nicht weigern, Medikamente zu verkaufen; die einzigen Opfer sind die Kranken und Hilflosen», berichtet «La Jornada», eine der wichtigsten Zeitungen der mexikanischen Hauptstadt Mexiko-Stadt.


Medikament Interferon alpha-2b wird
in China gegen das Coronavirus
eingesetzt (auf Spanisch) [video]:


 

«Interferon alpha 2B: Das kubanische Medikament, das in China gegen das Coronavirus eingesetzt wird. Unsere Unterstützung für die chinesische Regierung und das chinesische Volk bei ihren Bemühungen zur Bekämpfung des Coronavirus», erklärte der kubanische Präsident und wies darauf hin, dass dieser Erfolg erreicht wurde, als eine Gruppe kubanischer Ärzte mit dem Medikament in China eintraf.

 

 

Interferon alpha 2B

Die Entscheidung der chinesischen Medizinbehörden, Interferon alpha-2B gegen das Coronavirus einzusetzen, ist gemäss Dr. Eulogio Pimentel Vázquez, Generaldirektor von BioCubaFarma, darauf zurückzuführen, dass dieses Virus im Allgemeinen die natürliche Produktion von Interferon im menschlichen Körper verringert und das kubanische Medikament in der Lage ist, diesen Mangel zu beheben und das Immunsystem der Patienten zu stärken, die an den von ihm verursachten ansteckenden Atemwegserkrankungen leiden.

Laut Luis Herrera Martinez, einem Wissenschaftler von BioCubaFarma, schützt dieser Wirkstoff die Patienten und verhindert, dass sie nach Komplikationen in ihrem medizinischen Zustand das Stadium erreichen, das schliesslich zum Tod führt. Weiter heisst es in einem Bericht der Zeitung Granma, dass es sich beim kubanischen Pharmakon „Rekombinantes Interferon alpha 2b (IFNrec)“ um ein antivirales Medikament handelt, das normalerweise zur Bekämpfung einiger Viruserkrankungen eingesetzt wird. Zu diesen Krankheiten zählen Virusinfektionen wie HIV/Aids, Hepatitis B und C, Papillomatosen, einem Atemwegstumor und auch einige Krebsarten.


«Spezialisten zufolge wurde es bisher bei der Behandlung von Virusinfektionen wie HIV/AIDS, rezidivierenden respiratorischen Papillomatosen, einem Atemwegstumor,  sowie Hepatitis B und C eingesetzt. 1986 von kubanischen Forschern des Zentrums für Gentechnik und Biotechnologie (CIGB) entwickelt, hat es seit seiner Einführung vor mehr als 30 Jahren tausenden Patienten geholfen. Es verhindert die Vervielfältigung des Virus in den Zellen, was auch bei der Behandlung von unterschiedlichen Krebsarten Erfolge erzielt.» Quelle: Amerika21



Nach den positiven Ergebnissen, die mit der Anwendung des kubanischen Medikaments bei mit dem Coronavirus infizierten Patienten erzielt wurden, begann China mit der Herstellung desselben Medikaments vor Ort in China. In der Folge wurde in der Provinz Jilin die Produktion von Interferon alpha 2B (IFNrec) im 2003 gegründeten chinesisch-kubanischen Joint Venture Changheber in der chinesischen Stadt Changchung aufgenommen (Quellen: „Interferon, a Cuban drug with proven efficacy and safety“ (Plenglish) und "Cuban medicine used in China to cure Coronavirus" (The Yucan Times)).

Der Entscheidung zugunsten des kubanischen Medikaments liegt auch an der Wirkungsweise des Coronavirus, «der die natürliche Produktion von Interferon im Körper reduziert. Das kubanische Medikament kann dieses Defizit ausgleichen und das Immunsystem von Patienten stärken, die an der infektiösen Atemwegserkrankung leiden», berichtet «Amerika21». Die chinesischen Behörden hoffen, dass endlich eine erfolgreiche Behandlung erreicht werden kann, um zu verhindern, dass noch mehr Menschen ihr Leben verlieren.

Ein Impfstoff und Gegenmittel gegen das tödliche COVID-19-Virus gibt es nach bisherigen Erkenntnissen noch nicht. Interferon alpha-2b kann aber bei der Behandlung von infizierten Coronavirus-Patienten zur Heilung beitragen und offenbar vor Komplikationen schützen. Ebenso versichern die chinesischen Ärzte und Wissenschaftler, dass sie neben der kubanischen Medizin auch 30 andere Präparate zur Behandlung der Patienten mit dem Coronavirus einsetzen (darunter offenbar u.a. auch Ribavirin, Lopinavir, Ritonavir, Remdesivir).

Der kubanische Präsident Miguel Diaz-Canel lobte derweil angesichts der durch das Covid-19-Coronavirus verursachten Epidemie das grosse Verantwortungsbewusstsein Chinas für sein Volk und die Welt. Auf seinem Twitter-Account brachte der Präsident die Unterstützung, das Vertrauen und die Solidarität des kubanischen Volkes, der Partei und der Regierung für China zum Ausdruck. Zuletzt trafen sich Diaz-Canel und andere Behörden mit dem chinesischen Botschafter in Havanna Chen Xi, dem sie den Willen Kubas wiederholten, China in allem, was notwendig ist, zu begleiten. China habe die notwendige Erfahrung, um Widrigkeiten zu überwinden, sagte das kubanische Staatsoberhaupt beim Treffen. Auch der Aussenminister Kubas, Bruno Rodriguez, betonte auf Twitter: «#Kuba bekräftigt seine Solidarität mit dem Volk und der Regierung Chinas und anerkennt deren lobenswerte Bemühungen gegen das Coronavirus 2019-nCoV. Dank der bilateralen biotechnologischen Zusammenarbeit ist das kubanische antivirale rekombinante Interferon alpha 2B eines der Medikamente, die zur Bekämpfung der Epidemie eingesetzt werden.»

 

 

Wieso Interferon zur Behandlung des Coronavirus?

Die kanadische Immunologin Dr. Eleanor Fish ist Senior Scientist am Toronto General Hospital Research Institute (TGHRI) und Professorin für Immunologie an der University of Toronto sowie Mitglied einer WHO-Arbeitsgruppe zur Bewertung der therapeutischen Wirksamkeit verschiedener Impfstoffe und antiviraler Interventionen gegen das Ebola-Virus.


Für Dr. Eleanor Fish gilt Interferon als «erste Verteidigungslinie des Körpers gegen alle Viren». Es wird auf natürliche Weise produziert und löst eine Reihe von Immunreaktionen aus, die das Virus angreifen. «Es hemmt nicht nur direkt die Vermehrung des Virus, sondern stärkt auch das Immunsystem», so Fish. Und es sei «breit gefächert», was bedeutet, dass es funktioniert, unabhängig davon, ob es sich um Zika, SARS, Ebola oder dieses neuartige Coronavirus handelt.


Dr. Eleanor Fish weiss, dass es bislang keine nachgewiesene Behandlung für das neuartige Coronavirus gibt, das im vergangenen Monat in China Tausende infiziert und Hunderte getötet hat. «Als sie jedoch las, dass China Interferon für Patienten versucht, machte ihr Herz einen Sprung. Sie glaubt, dass dies nicht nur für das Coronavirus eine Veränderung bedeuten könnte. Das Nicken aus China schien darauf hinzudeuten, dass die Behandlung, die Fish seit drei Jahrzehnten untersucht und die sie mit guten Ergebnissen sowohl bei SARS- als auch bei Ebola-Patienten versuchte, weltweit Aufmerksamkeit erregen könnte.»

Dr. Fish betont: «Diejenigen, die an diesem Coronavirus schwer erkrankt sind, sollten täglich eine Dosis Interferon erhalten», so Fish. «Ich bin gespannt auf die kommenden Monate, um zu sehen, was hoffentlich positive Auswirkungen haben wird.» Die beste Verteidigung, die die moderne Medizin gegen Viren bietet, sei zwar die Prävention in Form von Impfstoffen. Aber die unmittelbare Notwendigkeit, Ausbrüche wie das neuartige Coronavirus zu bekämpfen, treibe die Entwicklung von antiviralen Breitband-Medikamenten wie Interferon als mögliche kurzfristige Option voran, berichtet und zitiert «The Toronto Star», Kanadas auflagenstärkste Zeitung, Dr. Eleanor Fish im Artikel «Is there another weapon in the coronavirus fight? A Toronto researcher wants to shout it from the rooftops».


Coronavirus Arzt Doktor

Wirkt Malaria-Medikament gegen Coronavirus?
Chloroquin hat Anzeichen von Wirksamkeit gegen Covid-19 gezeigt


Sind das endlich die positiven Nachrichten im Kampf gegen das Coronavirus, auf die die Welt gewartet hat? Ein herkömmliches Malaria-Mittel soll die Genesung von Covid-19-Patienten beschleunigen. Dies meldet der Leiter des Institut Méditerranée Infection (Institut für Infektionskrankheiten) in Marseille, Prof. Didier Raoult, ein französischer Mediziner, Mikrobiologe und Infektiologe ...


Neuere Forschungsarbeiten untersuchen derweil den nutrazeutischen Weg zur Behandlung von Infektionen durch RNA-Viren, einschliesslich Influenzaviren und Coronaviren, einschliesslich des neuartigen Coronavirus COVID-19, berichtet laut «Santélog». Mark McCarty von der Catalytic Longevity Foundation, San Diego, Kalifornien, USA, und James DiNicolantonio, PharmD, ein Wissenschaftler für Herz-Kreislauf-Forschung am Mid America Heart Institute von Saint Luke, Kansas City, MO, USA, schlagen vor, dass bestimmte Nutrazeutika zur Linderung von Menschen beitragen können infiziert mit eingekapselten RNA-Viren wie Influenza und Coronavirus.

Das Forscherteam aus San Diego zeigt das Potenzial von Nutrazeutika zur Verstärkung der Reaktion von Interferon Typ 1 auf RNA-Viren auf, schreibt auch «EurekAlert». In der Zeitschrift Progress in Cardiovascular Diseases dokumentierte das Team eine vielversprechende ergänzende Option zur Linderung von Patienten, die mit Coronaviren oder anderen RNA-Viren infiziert sind. Siehe detaillierte Studie «Nutraceuticals have potential for boosting the type 1 interferon response to RNA viruses including influenza and coronavirus» veröffentlicht am 12.02.2020.

Aber obwohl Chinas Anweisung lautet, Interferon auszuprobieren, ist es zur Zeit nicht Teil der globalen Antwort auf das Virus. Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Ontario sagte, dass die bestätigten Coronavirus-Patienten in Ontario mangels spezifischer antiviraler Behandlungsempfehlungen eine "unterstützende Behandlung" erhalten sollten.

 

 

China setzt Interferon als eines von mehreren Medikamenten zur Behandlung ein

Die chinesische Regierung hat derweil eine Richtlinie mit entsprechenden Leitlinien herausgegeben, die den Ärzten empfiehlt, zwei verschiedene Behandlungen auszuprobieren.

Die eine ist die Kombination von Medikamenten wie Lopinavir und Ritonavir, die zur Behandlung von HIV/AIDS eingesetzt werden. Der Arzneimittelhersteller AbbVie hat in der vergangenen Woche schnell das Konzept einer klinischen Studie für das Coronavirus propagiert.

Das andere ist Interferon, das vor 17 Jahren von einem Ärzteteam bei SARS in Toronto eingesetzt wurde - das erste Mal, dass die Behandlung bei diesem Coronavirus angewendet wurde. Davor wurde es zur Behandlung von Hepatitis-C eingesetzt.

Die chinesische Richtlinie empfahl zwei Dosen von inhaliertem Interferon pro Tag für Coronavirus-Patienten.

 

Weitere Quellen:


«Zur Behandlung der akut Erkrankten empfehlen die Behörden in China aktuell einen experimentellen Behandlungsansatz mit dem HIV-Mittel Kaletra der US-Pharmafirma Abbvie. Die Wirkstoffkombination sorgt bei HIV-Patienten dafür, dass sich die Viren nicht vermehren können. Die Behörden in China stützen sich auf eine Veröffentlichung in der medizinischen Fachzeitung «The Lancet», die über eine klinische Studie mit dem HIV-Mittel bei Patienten, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, berichtet.
Abbvie bestätigte dem Handelsblatt die Anfrage der chinesischen Behörden nach dem Mittel. Der Pharmakonzern wolle das Medikament als Spende zu Verfügung stellen, um einen Beitrag zur Bewältigung der Krise zu leisten, heisst es.

Neben der Einnahme von Kaletra empfehlen die chinesischen Behörden zudem Interferon-Alpha, das ebenfalls eine antivirale Wirkung hat. Beide Mittel sind allerdings unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen, da sie Nebenwirkungen haben.»

Quelle: Handelsblatt



«Die chinesische Regierung schlägt vor, zwei Lopinavir/Ritonavir-Pillen, antivirale Medikamente zur Behandlung von HIV, einzunehmen und zweimal täglich eine Dosis vernebeltes Alpha-Interferon zu inhalieren

Quelle: Reuters.com



«In China werden mehrere antivirale Medikamente verschrieben. Eine häufige Kombination sind Tabletten, die Lopinavir und Ritonavir mit Infusionen von Interferon, einem Signalprotein, das das Immunsystem aufweckt, enthalten.»

Quelle: New York Times



«Die chinesische Regierung schlug zuvor vor, dass mit dem Coronavirus infizierte Personen zwei Lopinavir/Ritonavir-Pillen (die Protease-Inhibitoren, die derzeit in der chinesischen klinischen Studie für den Einsatz mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden) einnehmen und zweimal täglich ein Interferon (vernebeltes Alpha-Interferon) inhalieren sollten. Interferon-Alphas sind bereits für die Behandlung von Krankheiten wie Multiple Sklerose und Hepatitis C zugelassen.

Diese Medikamente induzieren Interferone, Proteine, die menschliche Zellen auf natürliche Weise als Alarm für andere Zellen auslösen, dass eine Infektion im Körper vorliegt. Interferone sind sehr nützlich, weil sie nicht spezifisch für ein einzelnes Virus sind, sondern auf alle Viren und alle Stadien der Virusvermehrung reagieren

Quelle: LiveScience.com - „How experts plan to treat the new coronavirus



«Laut einer in The Lancet veröffentlichten Studie läuft in China eine randomisierte, kontrollierte klinische Studie, um die Sicherheit und Wirksamkeit von Lopinavir und Ritonavir bei der Behandlung des Coronavirus zu testen. Science berichtet, dass Forscher in Hongkong die HIV-Medikamente auch in Kombination mit immunstärkendem Interferon testen könnten.»

Quelle: amfAR.org*

*amfAR, die Stiftung für AIDS-Forschung, die bis 2005 als American Foundation for AIDS Research bekannt war, ist eine internationale gemeinnützige Organisation, die sich der Unterstützung der AIDS-Forschung, der HIV-Prävention, der Aufklärung über die Behandlung und dem Eintreten für die öffentliche Politik im Zusammenhang mit AIDS widmet.


 

 

Was bewirkt das Medikament Interferon und wie kann es Coronavirus-Patienten helfen?


«Neben der Einnahme von Kaletra empfehlen die chinesischen Behörden zudem Interferon-Alpha, das ebenfalls eine antivirale Wirkung hat. Beide Mittel sind allerdings unter ärztlicher Aufsicht einzunehmen, da sie Nebenwirkungen haben.»

Quelle: Handelsblatt



«Die Einnahme von Interferon-Therapie könnte auch die Infektion mit dem Coronavirus (2019-nCoV) heilen. Interferon sind Signalproteine, die bei jeder Infektion im menschlichen Körper freigesetzt werden. Es kann dem Immunsystem signalisieren, dass es jede Infektion bekämpfen soll. Interferone erhöhen auch das als Proteinkinase R (PKR) bekannte Enzym. Dieses Enzym hilft bei der Reduzierung der Proteinsynthese und schützt die menschlichen Körperzellen vor Virusinfektionen. Ein weiteres zelluläres Enzym namens RNAse L - induziert durch die Wirkung von Interferon - zerstört die RNA innerhalb der Zellen, um die Proteinsynthese sowohl der Virus- als auch der Wirtsgene weiter zu reduzieren. Die Hemmung der Proteinsynthese durch Interferon deaktiviert die virale Replikation und stoppt die Virusinfektion im menschlichen Körper. Darüber hinaus können Interferone auch die Produktion vieler nützlicher Proteine erhöhen, die bei der Bekämpfung von Virusinfektionen helfen. Interferone erhöhen auch die Produktion des Proteins p53, was dazu beiträgt, die mit dem Virus infizierten Zellen im menschlichen Körper abzutöten, was den Genesungsprozess beschleunigt.»

Quelle: Sentinel Assam - „Elderberry and interferon could cure Novel Coronavirus (2019-nCoV) infection



«Die jüngste Situation mit dem neuartigen Coronavirus unterstreicht zwar die Notwendigkeit einer besseren Vorbereitung, macht aber auch den dringenden Bedarf an sicheren, praktikablen Behandlungslösungen wie niedrig dosiertes orales Interferon als Teil einer ersten Verteidigungslinie deutlich, um die Verbreitung von Covid-19 und anderen Viruserkrankungen wie der Grippe zu verhindern, wo allein in den USA in dieser Saison bereits mehr als 10.000 Menschen an der Grippe und an nicht gemeldeten grippebedingten Krankheiten gestorben sind. Interferon und seine verschiedenen Subtypen sind wichtige Modulatoren unserer angeborenen Immunantwort auf eine Virusinfektion. Fast jede Zelle im Körper kann Interferon produzieren, wenn sie angegriffen wird, aber Interferon scheint besonders wichtig in den Zellen zu sein, die die Frontabwehr gegenüber der Aussenwelt bilden, wie z.B. die Mund- und Nasenschleimhaut. Zu seinen antiviralen Wirkungen gehören die Hemmung der viralen Replikation, die Zerstörung von virusinfizierten Zellen und die Aktivierung anderer wichtiger Immunzellen. Interferon-alpha (IFN-α) hat insbesondere antiproliferative Wirkungen, die auf sich schnell ausbreitende Viren oder sich schnell teilende Krebszellen abzielen können.

Der Ausbruch von Covid-19 weist auffällige Ähnlichkeiten mit der früheren SARS-CoV-Epidemie von 2002-2003 auf, bei der ABI niedrig dosiertes, orales IFN-α als eine wirksame Behandlung betrachtete. Antivirale Mittel wie Interferon wurden bei der Behandlung von HIV, Hepatitis und Grippe eingesetzt. Sie können dazu beitragen, das Immunsystem eines Patienten zu stärken, um Viren abzutöten oder ihre Vermehrung zu verhindern. Obwohl massive Injektionen oder IV-Anwendungen von Interferon erfolgreich zur Bekämpfung menschlicher Viren eingesetzt wurden, ist dieser Ansatz teuer und viel zu giftig. Hochdosiertes Interferon ist laut der US Food and Drug Administration dafür bekannt, dass es Stimmungsstörungen, erhöhte Infektionen und Schlaganfälle verursacht. Im Gegensatz dazu kann oral verabreichtes menschliches Interferon alpha einfach und kostengünstig eingesetzt werden, um das Immunsystem auf eine nicht toxische Weise zu modulieren.»

Quelle: Amarillo Biosciences, Inc. (ABI)



«In der Studie von Baric wurde auch Interferon beta-1b mit einem experimentellen Medikament von Gilead, Remdesivir, getestet, das mit dem viralen Polymerase-Enzym interferiert. MERS-infizierte Mäuse, denen diese Kombination verabreicht wurde, schnitten weitaus besser ab, mit reduzierter viraler Replikation und verbesserter Lungenfunktion. Es könnte auch gegen 2019-nCoV wirken. "Remdesivir hat gegen jedes Coronavirus, das wir getestet haben, eine Aktivität gezeigt, und ich wäre überrascht, wenn es nicht auch gegen dieses Virus eine Aktivität hätte", sagt Mitautor Mark Denison, ein Virologe an der Vanderbilt University, der seit 1984 Coronaviren untersucht hat.»

Quelle: ScienceMag.org - „Can an anti-HIV combination or other existing drugs outwit the new coronavirus?


 

 

Trägt Interferon zur Heilung bei?

Man findet auf chinesischen Webseiten diverse Berichte, in der mit dem Coronavirus infizierte Patienten unter anderem nach Behandlungen mit Interferon das Coronavirus überstanden haben.

Zum Beispiel «Chinanews» berichtet von einem Fall wie folgt (übersetzt mit Google Translate):
«Nach der Aufnahme in die Isolationsstation des Harbin Infectious Disease Hospital am 23. Januar wurden die Patienten gemäss den neuen Coronavirus-Richtlinien behandelt, einschliesslich symptomatischer Behandlung, Interferonverneblung, antiviraler Therapie und kombinierter chinesischer Medizin. Nach erneuter Untersuchung war die Lungen-CT des Patienten signifikant verbessert und es gab länger als drei Tage kein Fieber. Der Patient war für zwei Nukleinsäuretests negativ. Nach Rücksprache mit den Experten wurde bestätigt, dass er geheilt war und aus der Isolierung entlassen werden konnte.»

Oder siehe den Bericht auf Ifeng.com.
Darin heisst es übersetzt mit Google Translate, «dass am 6. Februar Jiangmens erster mit einem neuen Coronavirus infizierter Pneumonitis-Patient geheilt und entlassen wurde. Der 19-jährige männliche Patient war der vierte in Jiangmen diagnostizierte Patient. Er wurde am fünften Tag des Krankenhausaufenthaltes entlassen, nachdem er am 2. Februar bestätigt worden war. Der Patient stammte aus Kaiping, Jiangmen, und arbeitete als Koch im Bezirk Jiang'an, Wuhan. Nachdem er am 20. Januar von Wuhan nach Kaiping zurückgekehrt war, verspürte er einen leichten Anstieg des Hustens und wurde in einem örtlichen Krankenhaus behandelt. Nach der Aufnahme waren die Blutlymphozyten des Patienten 19,1% (leicht erniedrigt), und im Brust-SCT-Scan wurden keine Anomalien festgestellt. Bei ihm wurde eine neue Coronavirus-Infektion (mild) diagnostiziert. Das Krankenhaus erhielt symptomatische unterstützende Behandlungen wie Höhepunkt, Interferonzerstäubung und chinesische Medizin. Der Patient hatte keinen Husten, Auswurf und Fieber.»

Die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet derweil, «dass die erste Gruppe von medizinischem Personal im Krankenhaus, das mit der neuen Coronavirus-Pneumonie in Wuhan infiziert war, aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Die Heilungsfälle nähmen weiter zu, entlassene Patienten müssten aber noch weiter beobachtet werden. „Einige Patienten verwenden einen hohen Nasenfluss, eine antivirale Therapie, eine Inhalation mit Alpha-Interferon-Verneblung in Kombination mit "Abidol", einige Lymphozyten nehmen weiter ab, und Patienten mit schweren Läsionen der Lungenbildgebung verwenden Gammaglobulin, je nach Körpertemperatur und Atemwegsbeschwerden.»


Und so weiter. Es gibt unzählige Berichte. Garantie gibt es jedoch keine. Das sind keine wissenschaftlichen Belege für Kubas Aussagen, das kubanische Medikament hätte 1500 Patienten geheilt. Die Faktenlage ist aufgrund der kurzen Zeit äusserst unübersichtlich, für tiefergehende Studien ist es verfrüht. Fakt ist aber, dass das Interferon aus der Produktion Kubas von Chinas Behörden ausdrücklich zur Behandlung gegen das Coronavirus eingesetzt wird - im Verbund mit anderen Medikamenten und chinesischer Medizin - und dass es infizierte Menschen gibt, welche die Krankheit offenbar überstanden haben und wieder entlassen wurden.


 

 

Wieso setzt China auf ein Medikament aus Kuba?

Wieso ausgerechnet Kuba? Schliesslich wurde Interferon ursprünglich nicht in Kuba erfunden.

Das hat folgende Gründe: Einerseits die Solidarität Kubas mit China und andererseits sind sowohl Kuba (US-Blockade) wie auch China (Handelskrieg mit USA) auf diese beiderseits vorteilhafte Win-Win-Partnerschaft angewiesen.

Trotz der weltumspannenden US-Blockade wird das antivirale Arzneimittel Interferon seit 40 Jahren in Kuba hergestellt und unter dem Namen Heberón Alfa R vertrieben. Nachdem sich die chinesischen Behörden dazu entschlossen haben, Interferon in der Behandlung gegen das Coronavirus einzusetzen, wird das Medikament Interferon alpha 2B (IFNrec) seit dem 25. Januar auch direkt vor Ort in China im gemeinsamen kubanisch-chinesischen Pharmawerk «Chang Heber» in Changchun, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Jilin, produziert. Aus gutem Grund:


«Auf dem Weltmarkt werden vor allem Interferon-Produkte westlicher Biotech-Hersteller angeboten, die mit der Arznei jährlich Milliarden Euro einnehmen. Für eine Behandlung können pro Patient Kosten in Höhe von mehreren zehntausend Euro anfallen. Während die Pharmagiganten Milliarden an Kranken verdienen, bietet Kuba eine kostengünstigere Alternative.» Quelle: Junge Welt.


«Kubas Erfahrungen im medizinischen Sektor halfen bei der Eindämmung der Cholera nach dem Erdbeben von 2010 in Haiti sowie im Kampf gegen die Ausbreitung der Ebolaepidemie 2014 in Westafrika und fanden weltweite Anerkennung. Heute tragen sie in bescheidenerem Umfang auch zum Kampf gegen die Verbreitung der neuartigen Lungenkrankheit bei.»

Weiterführende Informationen:
Medikament aus Kuba als Schlüssel zur Behandlung des Coronavirus? (Amerika21)
Medicamento cubano funciona contra coronavirus (Dimecuba)
Cuban medicine used in China to cure Coronavirus (The Yucan Times)
El hecho y la noticia del antiviral cubano en China (La Jornada)
Interferón alfa 2B: El medicamento cubano usado en China contra el coronavirus (Granma)
Virtudes del Interferón cubano utilizado contra el coronavirus (Granma)
Interferon alfa 2B: das kubanische Medikament, das in China gegen das Coronavirus Anwendung findet (Granma)

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(Last updated: 23.02.2020, 11:08)