Coronavirus: Pakete aus China annehmen oder gefährlich?

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Pakete aus China annehmen: Coronavirus in der Post? Wie gefährlich sind Pakete und Bestellungen von Amazon, Aliexpress, Wish? - So gross ist die Virus Ansteckung-Gefahr über Lieferungen.

Waren-Importe aus China boomen in Europa, in der Schweiz und in Deutschland. Allein bei Amazon stammt die Hälfte der 10'000 grössten Anbieter aus China. Wie gefährlich sind Produkte und Waren, die aus China importiert wurden? Hier gibt es die Antworten zum Corona-Virus im Faktencheck.

Inhalte:

 

 

Corona-Virus: Paket-Lieferung aus China und das Risiko


Die Einwohner Chinas werden unter Quarantäne gestellt. Aber ihre verschickten Sendungen nicht. Stellt das ein Risiko dar?


Es ist eine legitime und berechtigte Frage. Denn das Coronavirus und die mediale Berichterstattung sorgen momentan augenscheinlich für viel Verunsicherung.

Nachfolgend finden Sie detaillierte Informationen über die konkrete Ansteckungsgefahr von Paket-Lieferungen aus China im Faktencheck.


Das neue Coronavirus wird über die sogenannte Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Das heisst über den unmittelbaren menschlichen Kontakt. Andere Übertragungswege sind bislang nicht bekannt. Eine Infektion mit dem Coronavirus durch Pakete und Warensendungen aus China gilt daher als unwahrscheinlich. Ein Virus kann in der Regel nur wenige Stunden auf Oberflächen von Gegenständen überleben und infektionsfähig bleiben. Beim SARS-Virus ging man von mehreren Stunden aus. Für den Corona-Virus müssten ideale Bedingungen herrschen, um den langen Lieferweg zu überleben. Da der Transportweg von China nach Europa mehrere Tage oder Wochen dauert, sind Bestellungen aus China eher unbedenklich.

 

 

Risiko-Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde (CDC):

US-Gesundheitsbeamte halten fest, dass es keine Beweise für die Übertragung des neuen Coronavirus durch importierte Waren gibt. «Im Allgemeinen besteht aufgrund der schlechten Überlebensfähigkeit dieser Coronaviren auf Oberflächen wahrscheinlich ein sehr geringes Risiko der Verbreitung durch Produkte oder Verpackungen, die über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen bei Umgebungstemperaturen versandt werden», erklärte Dr. Nancy Messonnier, Direktorin des Zentrums für Immunisierung und Atemwegserkrankungen des Center for Disease Control (CDC), in einer Pressekonferenz am Montagmorgen.

Selbst im schlimmsten Fall - sagen wir mal, eine niesende Person habe Ihr 700 Dollar teures, gebrauchtes Apple iPhone 11 verpackt, bei Amazon gekauft und per Luftfracht über United Parcel Service oder FedEx zu Ihnen nach Hause geschickt - sei es nicht gefährlich. (Quelle)

Sicherlich, bislang gibt es keine Untersuchungen über die spezifische Widerstandsfähigkeit dieses Virus, weil es noch so neu ist. Aber Studien zeigen, dass seine verwandten Coronaviren, SARS und MERS, nur wenige Stunden auf der Oberfläche eines Objekts leben. Sie werden am häufigsten durch Atemtröpfchen von einer Person zur anderen verbreitet. Nach Angaben von UPS und FedEx dauert es normalerweise mindestens drei Tage, bis ein Paket von China nach Kalifornien gelangt. Nach Europa dauert es sogar deutlich länger. Das Virus wäre also nicht in der Lage, lange genug zu überleben, um Sie krank zu machen.

Was ist mit aus China importierten Tieren oder Tierprodukten? Die CDC hat keine Beweise, die darauf hindeuten, dass sie ein Risiko darstellen - aber der Versand von Tieren und Tierprodukten in die USA ist viel strenger reguliert als der Handel mit anderen Produkten, wie z.B. Elektronik.

«Wir wissen nicht, ob sich dieses Virus genau so verhalten wird wie SARS und MERS», sagte Messonnier. «Aber es gibt keine Beweise für die Übertragbarkeit und es gibt keine Fälle in den USA, die auf importierte Waren zurückzuführen sind.» (Quelle)

 

 

Risiko-Einschätzung des Robert Koch-Institut (RKI):

«Eine Infektion über importierte Waren ist sehr unwahrscheinlich, da im Vorfeld eine Kontamination stattgefunden haben und das Virus nach dem weiten Transportweg noch aktiv sein müsste. Ob das neuartige Coronavirus in flüssigem oder getrocknetem Material mehrere Tage infektionsfähig bleibt, ist unbekannt. Dem Robert Koch-Institut sind keine Infektionen durch importierte Gegenstände oder Lebensmittel bekannt.» (Quelle)

 

 

Risiko-Einschätzung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR):

«Die Übertragung bereits bekannter Coronaviren auf den Menschen geschieht in der Regel über die Luft als Tröpfcheninfektion. Dafür ist enger Kontakt mit einem den Virus tragenden Tier oder einem infizierten Menschen nötig. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen über den Kontakt mit Produkten, Bedarfsgegenständen oder durch Lebensmittel gibt es, auch beim aktuellen Ausbruch, bisher nach derzeitigem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine Belege.» (Quelle)

Weltgesundheitsorganisation klärt über Corona auf

Über das neuartige Coronavirus kursieren viele Meldungen und Gerüchte. Was an ihnen dran ist - und wie man sich richtig schützen kann:

Gepostet von ZDF heute am Montag, 3. Februar 2020


Allerdings gilt es trotzdem zu beachten, dass der aktuelle Forschungsstand noch keine abschliessende Einschätzung erlaubt. Heisst konkret: Unwahrscheinlich ist nicht unmöglich. Es gilt daher die entsprechenden Hygienemassnahmen einzuhalten und stets die Hände zu waschen.


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(Last updated: 04.02.2020, 14:42)