Ärzte dürfen Kinder nicht behandeln - weil Eltern KK-Prämien nicht bezahlen können

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Rund 34‘000 Personen stehen in insgesamt acht Schweizer Kantonen auf sogenannt schwarzen Listen. Das heisst für Betroffene (auch für Kinder und Krebs-Patienten): Medizinischer Behandlungsstopp.

Wegen ausstehenden Krankenkassen-Rechnungen haben sie nur noch Anspruch auf medizinische Nothilfe. Davon sind in der Schweiz laut «Blick» allein im Kanton Thurgau 5787 Menschen betroffen - darunter 856 Kinder, also jede/r siebte Betroffene im Kanton Thurgau. Die schwarze Liste gilt (in den Kantonen Solothurn und Thurgau) also auch für Kinder, deren Eltern die Bezahlung der Krankenkassenprämien nicht mehr wahrnehmen (können). Ärzte behandeln diese Kinder nur im Notfall - aber auch Notfälle haben einen Haken und werden von den Kassen zuweilen eigenwillig interpretiert.

 



«Im Kantonsspital Baden findet sich auf der Liste von 30 Krebspatienten der Vermerk «nicht bezahlt». Einzelne Krankenkassen weigern sich vermehrt, die Kosten von Patienten zu übernehmen, die ihre Prämie nicht bezahlen. Auch wenn eine Behandlung dringend nötig ist.» Siehe: Bericht in der «Aargauer Zeitung». «Letztes Jahr zum Beispiel starb im Kanton Graubünden ein aidskranker Mann, weil die Krankenkasse aufgrund der Leistungs­beschränkung seine Medikamente nicht mehr bezahlte. Die Kasse taxierte die ­Sache nicht als Notfall.» Siehe: Bericht im «Beobachter».


Weil sie auf den schwarzen Listen stehen, behandeln Ärzte die Kinder nicht - ausser für Notfallbehandlungen. SP-Nationalrätin Edith Graf-Litscher kritisiert im «Blick»: «Es ist ein Armutszeugnis, wenn unschuldigen Kindern medizinische Leistungen verweigert werden.» Wahrlich ein Skandal in der reichen Schweiz mit ihrem regelmässigen Milliardenüberschuss.


164'000 Schweizer können Krankenkassen-Prämien nicht bezahlen
Folgen: Keine ärztliche Behandlung oder Medikamente

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Schockierende Zahlen: Über 164'000 Schweizerinnen und Schweizer können ihre Krankenkassenprämien nicht bezahlen. Schweizweit bleiben Rechnungen im Wert von 347 Millionen Franken offen (das sind 160 Millionen mehr als noch vor sieben Jahren). Tendenz steigend. In Kantonen mit schwarzen Listen mit schwerwiegenden Folgen für die Nichtzahler und chronisch Kranken ...



 

 

Notfälle werden von Krankenkassen eigenwillig interpretiert

Was gilt als Notfall?
Es sei praktisch unmöglich, den Notfall sinnvoll zu definieren. «Selbst Kopfschmerzen können ein Notfall sein, wenn eine Hirnblutung dahintersteckt. Um das herauszufinden, muss man den Patienten aber erst untersuchen», warnt SP-Nationalrat und Arzt Angelo Barrile im «Beobachter».

Es gebe Krankenkassen, «die den Begriff Notfall sehr eigenwillig interpretieren und Fälle wie Geburt, Darmverschluss, Gallensteine oder Gastroenteritis nicht als Notfall anerkennen», erklärt Markus Schwendinger, Leiter des Interdisziplinären Notfallzentrums des KSB gegenüber der «Aargauer Zeitung».

Weiterführende Informationen:
Über 800 Kinder stehen auf der Schwarzen Liste (Blick)


SVP will Behandlungen, die nur "einige Tausend Franken" kosten, von der Krankenkassen-Grundversicherung ausschliessen

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„Kleinere Behandlungen“, die nur ein paar Tausend Franken kosten, soll jeder selber bezahlen und sollen gleich ganz aus der Grundversicherung ausgeschlossen werden ...



PRÄMIENSTOPP
SP will Krankenkassen-Prämienerhöhungen verbieten - ab sofort!

Stop Krankenkassen Prämien Arzt Hand


Die SP Schweiz fordert ein sofortiges Prämienmoratorium, das heisst keine Krankenkassen-Prämienerhöhungen mehr. Aus gutem Grund. Denn die Kassen der Schweizer Krankenkassen sind mit 8,3 Milliarden Franken Reserven prall gefüllt. Ein Skandal und «Diebstahl am Volk» ...



KK-GEWINNE
IN DER GRUNDVERSICHERUNG

Milliardengewinn für KVG-Leistungen. Gewinne in der obligatorischen Grundversicherung sind in der Schweiz eigentlich verboten

Krankenkasse Grundversicherung Gewinne


«Zwölf grosse Krankenversicherungen erzielten 2018 fast eine Milliarde Gewinne für KVG-Leistungen», aber «nur gerade 3 Krankenkassen» in der Schweiz zahlten ihren Versicherten die zu viel bezahlten Prämien zurück. Gewinne in der obligatorischen Grundversicherung der Schweiz sind eigentlich verboten ...


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(Last updated: 16.09.2019, 16:26)