Sommaruga will SBB-Chef-Lohn kürzen: SBB-Spitze droht & wehrt sich mit allen Mitteln - mit Erfolg dank FDP + SVP

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SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga wollte den Lohn von SBB-Chef Andreas Meyer auf unter eine Million Franken kürzen - ohne Erfolg. Die SBB-Spitze wehrte sich mit allen Mitteln. Auch mit Drohungen. Mit Erfolg. Dank FDP und SVP. Das Drehbuch einer Schmierenkomödie.

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SBB-Chef verdient Abzocker-Lohn:

SBB-Chef Andreas Meyer verdient so viel Geld wie kein anderer Kader-Angestellter eines bundesnahen Betriebes. Gemäss Kaderlohnreporting des Bundes im Jahr 2017 knapp mehr als eine Million Franken. Also zweieinhalb Mal so viel wie ein Bundesrat - seine direkten Vorgesetzten.

Der neuen Departements-Chefin Sommaruga ist, anders als ihrer CVP-Vorgängerin Doris Leuthard, der hohe Chef-Lohn ein Dorn im Auge. Deshalb beantragte SP-Bundesrätin Sommaruga an der letzten Bundesratssitzung eine bescheidene Lohnkürzung um vier Prozent auf ein Salär unter einer Million Franken pro Jahr, wie die «NZZ am Sonntag» aufdeckte.

Mit welcher wirklich handfesten Begründung kann ein Mensch belegen, dass er absolut zu Recht eine Million Franken und mehr im Jahr verdient?

Gepostet von Gery Mueller am Samstag, 23. März 2019

 

 

Rückgratloser FDP-SVP-Bundesrat:

Gegen den von der SP-Bundesrätin beantragten Lohndeckel wehrte sich die SBB-Spitze mit Erfolg und offenbar mit zweifelhaften Drohungen: Entweder der SBB-Chef erhält den geforderten Millionenlohn oder Andreas Meyer verlässt den SBB-Konzern.


Der FDP- und SVP-dominierte Bundesrat entsprach daraufhin der Forderung und lehnte eine Lohnkürzung ab.
 

Vielmehr noch bestätigte der Bundesrat Meyers Maximallohn auch für das Geschäftsjahr 2020. Und das obwohl SVP-Bundesrat Ueli Maurer 2018 eigens noch einen Lohnobergrenze von 1 Million Franken in Aussicht stellte, woraufhin der Ständerat unter diesem Aspekt die Motion «500'000 Franken Lohn sind genug» von SP-Nationalrat Corrado Pardini mit einem Lohndeckel von einer halben Million Franken verwarf. Nun stellt sich heraus: Alles Lug und Trug. Auch oder gerade von SVP-Bundesrat Maurer. «Ein Problem ist aber auch, dass der Ständerat auf die Eigenverantwortung der Bundesbetriebe gesetzt hat, statt meine Motion zu unterstützen. Jetzt hat sich gezeigt: Die Gier ist beim Management stärker als die Selbstverantwortung. Vielleicht muss ich mit meiner Motion einen neuen Anlauf nehmen. Auf jeden Fall muss dieser Selbsbedienungsmentalität ein Riegel geschoben werden», so Corrado im «Tagesanzeiger».


«Insgesamt hatten die SBB für ihre 9-köpfige Konzernleitung eine Obergrenze von 5,89 Millionen Franken beantragt, inklusive des Millionenlohns für Konzernchef Meyer», rechnet «Blick» vor.
 

9 Führungskräfte der SBB kosten den Steuerzahler jährlich also mindestens 5,89 Millionen Franken. «Meyer denke nicht daran, zu verzichten, und auch der Verwaltungsrat mit Präsidentin Monika Ribar hält an der bisherigen Vergütung fest», schreibt der «Blick».


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Die Millionen-Drohung:


«Die Chefs der Post, der SBB, der Ruag und der weiteren Bundesbetriebe müssen verstehen, dass sie nicht in der Privatwirtschaft sind. SBB-Chef Andreas Meyer ist letztlich nichts anderes als ein sehr gut bezahlter Beamter. Aber diese Kader machen auf Pseudo-Marktwirtschaft, um ihre horrenden Saläre zu rechtfertigen», kritisiert SP-Nationalrat Corrado.
 

Für die Millionenlöhne stark machte sich auch die umstrittene SBB-Präsidentin Monika Ribar (wir erinnern uns an den Skandal um die Briefkastenfirma Capoinvest: «Ribar sass im Verwaltungsrat einer Bastos-Firma, die der Geldwäsche verdächtigt wird. Mauritius blockiert 300 Mio Bastos-Gelder.») «Ihren Widerstand drückte sie gemäss «NZZ» sogar per Brief aus. Sie schrieb, es bestehe die Gefahr, dass Meyer die SBB verlassen werde, sollte der Bundesrat den von Verwaltungsrat vorgesehenen Lohn nicht genehmigen», berichtet der «Blick». «Nach CH-Media-Informationen war dies keine leere Drohung. Meyer soll intern tatsächlich darauf hingewiesen haben, dass eine Lohnsenkung angesichts der steigenden Anforderungen und angesichts der Performance - 2018 erzielten die SBB einen Rekordgewinn - „unangemessen“ wäre und er kein Verständnis dafür hätte

Riecht nach einem erpresserischen Akt. Und nach einem rückgratlosen Gesamtbundesrat (mit absoluter Mehrheit von SVP und FDP), der vor den unverfrorenen Forderungen der SBB-Spitze einknickte bzw. Meyers Millionenlohn abnickte. Doch mal ernsthaft gefragt: Wer braucht denn diesen Andreas Meyer? Die SBB wird kaum kollabieren, nur weil Meyer nicht mehr Chef der Schweizerischen Bundesbahnen ist.


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Ribars Lohn wurden mit dem jüngsten Bundesratsentscheid übrigens immerhin auf 280‘352 Franken gesenkt.

Ihre Lohnkürzung: Ganze -300 Franken.

Auf den Hinweis, dass man solche Löhne eben zahlen müsse, um die besten Leute im Kadersegment der Bundesbetriebe haben zu können, entgegnet Corrado: «Wenn ich schaue, was bei der Post passiert ist, wäre ich froh, wenn man nur die zweitbesten Leute geholt hätte. Die sogenannten Besten haben nämlich nicht überzeugt.»

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(Last updated: 26.03.2019, 12:00)