Pendlerabzug neu nur noch für Autos mit Null-CO2-Emission

Die Klimadebatte ist seit den landesweiten Klimastreiks in vollem Gange. Auch auf politischer Ebene - und zwar bis ins Bundeshaus. Neu soll der Pendlerabzug in der Steuererklärung für Autofahrer wegfallen, sofern das Auto keine Netto-Null-CO2-Emission aufweist, fordern die Grünen, oder die Höhe des Pendlerabzugs soll an den CO2-Ausstoss gekoppelt werden.

Bei der Bundessteuer beträgt der Pendlerabzug in der Schweiz aktuell 3000 Franken, die in der Steuererklärung abgezogen werden können. Auf kantonaler Ebene sind es in den meisten Kantonen sogar noch höhere Abzüge für Pendlerinnen und Pendler. Z.Bsp. im Kanton Zürich (ZH) 5000 Fr., im Kanton Bern (BE) 6700 Fr., im Kanton Aargau (AG) 7000 Fr., im Kanton Graubünden (GR) 9000 Fr. und in manchen Kantonen existiert keine fixe Obergrenze.

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Nur noch «fossilfreier Pendlerabzug»

In der Frühlingssession reichen die Grünen eine Reihe an klimaschützenden Vorstössen ein. Einer der auffälligsten Vorstösse stammt dabei von den Grünen-Nationalrätinnen Aline Trede und Sibel Arslan. Sie knöpfen sich die Autofahrer vor. In der Steuererklärung soll künftig nur noch jenen ein Pendlerabzug gewährt werden, «die für den Arbeitsweg ein Fahrzeug mit einer Netto-Null-CO2-Emission benützen». Alternativ könnte etwa die Höhe des Pendlerabzugs an den CO2-Ausstoss gekoppelt werden.

Das Ziel: Ein «fossilfreier Pendlerabzug». Doch auch die Elektroautos sind nicht aus dem Schneider. Grünen-Nationalrätin Trede erklärt im «Blick»: «Es kommt auch auf den Strom an, mit welchem die Autos betrieben werden. Dreckiger Kohlestrom darf nicht vom Pendlerabzug profitieren.»


«Der Verkehr ist mit einem Drittel der Treibhausgasemissionen immer noch der grösste Klimaverschmutzer». Anders als beim Heizöl gebe es beim Benzin bis heute keine CO2-Abgabe. «Die Autolobby wird noch immer mit Samthandschuhen angefasst», kritisiert Trede.
 


Das müsse sich ändern. Angesichts des Klimakrise müssten auch die Autofahrer ihren Beitrag leisten. «Der klimaschädliche Anreiz muss deshalb aus dem Gesetz gestrichen werden.» Der «fossilfreie Pendlerabzug» soll daher sowohl auf Bundesebene als auch in den Kantonen Realität werden. Zu diesem Zweck solle der Bundesrat aufzeigen, «wie die Kantone motiviert werden können, im Rahmen der kantonalen Kompetenzen gleiche Vorschriften zu erlassen», wird Trede im «Blick» zitiert. Mit Vorstössen auf Kantonsebene wollen die Grünen auch in den kantonalen Parlamenten entsprechend Druck machen.

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(Last updated: 03.03.2019, 19:56)