Ein Schweizer Konzern ist «Halal»-Weltmarktführer

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Ein Schweizer Lebensmittel-Konzern feiert sich als globalen „Halal“-Marktführer. Nach eigenen Angaben ist der Nahrungsmittel-Multi Spitzenreiter bei Lebensmittel-Erzeugnissen, die islamischen Speisevorschriften entsprechen.


Nestlé ist der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern und das grösste Industrieunternehmen der Schweiz, steht auf Platz 34 der weltgrössten Unternehmen und zählt zu den 100 umsatzstärksten Unternehmen weltweit. In manchen Ländern hat das Nestlé-Geschäft mit Halal-Produkten nach islamischen Reinheitsgebot das Geschäft mit den Bio-Produkten längst abgehängt und mit einem jährlichen Gesamtumsatz von 5% (rund 4 Milliarden Euro) weit hinter sich gelassen.

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Halal-Weltmarktführer Nestlé

«Mehr als 80 unserer 456 Werke sind als 'halal' zertifiziert», sagte Nestlé-Chef Paul Bulcke (seit 2017 Präsident des Verwaltungsrates von Nestlé) bereits 2010 gegenüber der Wirtschaftszeitung «Les Echos». Inzwischen dürften es wesentlich mehr sein.

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Bulcke begründet die Halal-Strategie damit, dass sich der Konzern in Schwellenländern, in denen Nestlé insgesamt über 35 Prozent seines Umsatzes generiere, Produkte «anders herstellen, verkaufen und werben» müsse. Allen voran auch bei Ländernachbar Frankreich, das mit über fünf Millionen Musliminnen und Muslimen die grösste muslimische Gemeinde Europas zählt. Hier haben Nestlés Lebensmittelprodukte nach islamischen Reinheitsgebot andere Zweige wie Bioprodukte längst überflügelt.


Halal ist ein arabisches Wort und ein Begriff aus dem Islam. Ins Deutsche übersetzt werden kann „halal“ mit „erlaubt“, „zulässig“ und „gestattet“. „Halal“ bezeichnet folglich Dinge oder Handlungen, die nach dem im Koran festgelegten islamischen Recht zulässig sind.
 

Während sich in der Schweiz die Glarners & Co. über Halal-Würste an der Fasnacht und über Halal-Toblerone enervieren, und dabei den Schweizer Cevelat (mit importierten Rinderdärmen aus Argentinien, Uruguay und Paraguay) und das (ursprünglich aus Frankfurt stammende) Schweizer Wienerli zum letzten Rettungsanker vor der schleichenden Islamisierung des Abendlandes verklären, haben die Wirtschaftskonzerne die Zeichen der Zeit längst erkannt. Die muslimische Kundschaft treibt die Wirtschaft an, sich islamischen Qualitätsanforderungen anzupassen. Nestlé bietet bereits seit 1980 Halal-Produkte an. Für die grossen Konzerne ist es ein lukratives Geschäft. Nicht Muslime profitieren vom wachsenden Halal-Markt, sondern in erster Linie die Multis wie Nestlé und Unilever.

 

 

Das Geschäft mit Halal-Produkten boomt

Das Geschäft mit Halal-Produkten macht Sinn. In der Schweiz gibt es knapp 500'000 Musliminnen und Muslime, weltweit gerechnet sind es über 1,6 Milliarden potentielle muslimische Konsumenten. Zwar sind nicht alle streng religiös, doch die wirtschaftliche Bedetung von Halal-konformen Lebensmitteln nimmt global rasant zu.


«Die Halal-Produktion macht derzeit 17% der globalen Nahrungsmittel-Produktion aus. Man rechnet noch bis 2025 mit einem Anstieg um 20% / Jahr weltweit. Somit gilt der Bereich der Halal-Produkte als der am international schnellsten wachsender Bereich der Lebensmittelbranche.» [Quelle]
 

Allein in Deutschland macht der Absatz mit Halal-Lebensmitteln rund 5 Milliarden Euro aus. Der Löwenanteil am Umsatz macht dabei das Halal-Fleisch aus. Und der Schweizer Multi mischt im Halal-Lebensmittelmarkt ganz vorne mit.

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(Last updated: 08.01.2019, 19:22)