Selbstversorgungsgrad: Wie gross sind die CH-Reserven?

Würde die Schweiz ihre Grenzen schliessen (dichtmachen) - d.h. sämtlichen Personenverkehr und Warenverkehr sperren - müssten alle 8,4 Millionen Einwohner vollständig selbstversorgt werden.

Bei geschlossenen Grenzen müsste die Schweizer Bevölkerung mit jenen Mitteln ernährt werden, die im Inland produziert oder bereits vorhanden sind. Kurz: Für die Menschen hier gäbe es fast nur noch Brot, Milch, Kartoffeln, 50 Gramm Fleisch, ein bisschen Gemüse und Äpfel als Nahrungsmittel - und das erst noch strengstens rationiert.

 




Was würden wir essen?

Was würden wir essen, wenn sich die Schweiz aufgrund geschlossener Grenzen vollständig selbst versorgen müsste? Wie hoch ist der Selbstversorgungsgrad, wie gross sind die Reserven?

Eins ist klar: Wären die Grenzen dicht, müssten die Bewohnerinnen und Bewohner der Schweiz auf Vieles verzichten, das uns heute selbstverständlich erscheint. Allen voran auf Kaffee, Schokolade, Alkohol, Bananen, Orangen und allgemein Zitrusfrüchte.

Kaffee und Kakao werden beispielsweise fast ausschliesslich importiert, die Reserven würden daher rasch zu Neige gehen. Kaffeebohnen könnten allerhöchstens noch in Tropenhäusern angebaut werden. Auch Alkohol wäre Mangelware, denn lediglich 15% des Alkohols stammen aus inländischer Produktion. Auf Bananen und Zitrusfrüchte müsste die Schweizer Bevölkerung komplett verzichten. Dafür gäbe es aber einen Kirschen-Überschuss (saisonal). Die Apfel- und Birnen-Reserven könnten ebenfalls die Nachfrage decken. Anbei eine Übersicht:

 

Selbstversorgung-Reserven:

Der Schweizer Netto-Selbstversorgungsgrad sinkt 2016 erstmals unter 50 Prozent!

Nahrungsmittel Selbstversorgungsgrad
Bananen 0%
Zitrusfrüchte 0%
Kaffee >0%
Schokolade >0%
Fische 2%
Nüsse 2%
Alkohol 15%
Pflanzliche Fette, Öle 25%
Früchte 27%
Schaffleisch 40%
Getreide insgesamt (ohne Reis) 48%
Gemüse 49%
Futtergetreide 52%
Geflügel 53%
Eier & Eikonserven 53%
Getreide (inkl. Reis) 54%
Zucker 70%
Speisekartoffeln 71%
Brotgetreide 77%
Kern- & Steinobst 78%
Rindfleisch 86%
Konsummilch 95%
Schweinefleisch 96%
Kalbfleisch 98%
Butter 107%
Milch & Milchprodukte gesamt (inkl. Butter) 114%
Käse (inkl. Quark) 117%
Nahrungsmittel brutto* 59% (2015)
55% (2016)
Nahrungsmittel netto** 51% (2015)
48% (2016)

* Brutto bedeutet inkl. Futtermittelimporte
** Netto bedeutet ohne Futtermittelimporte
Quellen: Agrarbericht. 20 Minuten. Stand 2015.


Definition: Der Selbstversorgungsgrad bezeichnet das Verhältnis der Inlandproduktion zum inländischen Gesamtverbrauch.
 


Der Selbstversorgungsgrad wird mit einem täglichen Pro-Kopf-Konsum berechnet. 2012 betrug dieser 14’091 kJ (Quelle)



11‘900 Fr. statt 4000 Fr. Mindestlohn
Arbeitnehmer mit «3500 Franken Lohn
im Jahr 1989 [müssten] heute
11‘900 Franken verdienen»
 

 

Im internationalen Vergleich:

Der Brutto-Selbstversorgungsgrad der Schweiz durch die inländische Produktion beträgt im Jahr 2016 55%. 2015 waren es noch 59% und 2014 63%. Zieht man die Futtermittelimporte ab, deckt die inländische Produktion 2016 gerade noch 48% des Konsums ab.

Im internationalen Vergleich steht die Schweiz denkbar schlecht da.

Land Selbstversorgungsgrad
Australien 173%
USA 124%
Frankreich 111%
Deutschland 85%
Italien 78%
Schweiz 58%

 

Entwicklung des Selbstversorgungsgrades in der Schweiz:

Entwicklung des Selbstversorgungsgrades in der Schweiz.

Jahr Selbstversorgungsgrad
2016 55%
2012 62%
2011 63%
2010 60%
2005 63%
2000 62%
1979-1981 65,5%
1946-1955 55,7%
1943-1945 70,5%
1934-1936 52,2%
1908-1912 53,1%

Quelle.

Weiterführende Informationen:
Bei Selbstversorgung gibt es nur noch das zu essen (20 Minuten)

Quellen:
• Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)




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(Last updated: 16.07.2018, 15:30)