+33% mehr rassistische Übergriffe

Massiv mehr Rassismus-Übergriffe durch Fremdenfeinde auf offener Strasse. 27 Schweizer Rassismus-Fachstellen berichten im Jahresbericht des Beratungsnetzes für Rassismusopfer von 33 Prozent mehr Fällen rassistischer Diskriminierung im Jahr 2017.

Letztes Jahr gab es Insgesamt 301 Fälle von rassistischen Übergriffen - so viele wie noch nie in der zehnjährigen Statistik der Schweiz. Bisher waren es jährlich maximal 249 Fälle. Doch: «Die Zahlen widerspiegeln nur einen kleinen Anteil des Problems. Die Dunkelziffer liegt sicher höher», warnt EKR-Präsidentin Martine Brunschwig Graf in der «Sonntagszeitung».«Es ist davon auszugehen, dass die Mehrzahl der rassistischen Vorfälle nirgends gemeldet wird», konstatiert der Mitautor der Studie, David Mühlemann. Rassistische Diskriminierungen sind in der Schweiz längst keine Einzelerscheinungen mehr.

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Grotesk: Die meisten Rassismus-Opfer sind Schweizer

Im Vorjahr 2016 waren es noch 199 Fälle. 2017 sind es bereits 102 Diskriminierungen mehr. Die Zahlen werden im Jahresbericht der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus (EKR), der nächste Woche publiziert wird, bestätigt. 112 Fälle handelten von genereller Ausländerfeindlichkeit, 95 Fälle von Rassismus gegen Schwarze und 90 Fälle von Rassismus gegen Muslime und Menschen aus dem arabischen Raum. Sechs Mal suchten Juden die Fachstelle auf und baten um entsprechende Hilfe. In 21 Fällen war auch körperliche Gewalt im Spiel.


Nationalität: Die meisten Opfer sind Schweizer (56), die zweitmeisten Eritreer (24) und Franzosen (16).
 

Racial Profiling: 24 Mal haben sich Personen wegen "Racial Profiling" an eine Beratungsstelle gewandt, sprich weil Polizisten Personen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe kontrollierten.

 

Rechtsextremismus im Trend

Besonders auffallend ist die spürbare Zunahme rassistischer Übergriffe im Bildungsbereich. Rechtsextremismus an Schulen liegt im Trend: «In den letzten Jahren hat sich von der Polizei bis zur Schule alles auf Islamismus konzentriert», wird Lothar Janssen, Präsident des Schweizerischen Institut für Gewalteinschätzung (SIFG), in «20 Minuten» zitiert. «In dessen Windschatten konnte der Rechtsextremismus still gedeihen, hatte mit den Salafisten auch gleich ein Feindbild dazu.»

Schwarz Weiss Mauer


Weiterführende Informationen:
Sonntagszeitung - Busfahrer fährt nicht weiter, Badi stellt warmes Wasser ab
Aargauer Zeitung - Massiv mehr rassistische Übergriffe in der Schweiz
Swissinfo - Mehr Meldungen zu Rassismus und Paket-Betrüger in den Sonntagszeitungen

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(Last updated: 10.04.2018, 17:05)