99%-Initiative: «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern»


Bei einem JA fliessen 5-10 Milliarden Franken zurück zum Rest der Bevölkerung (siehe Initiativtext).
 

Die 99%-Initiative will die Kapitalgewinne der Reichsten (wie Zinsen, Dividenden etc.) ab einem Freibetrag von 100'000 Fr. pro Jahr gerechter besteuern, um «dabei gleichzeitig Millionen von Menschen in der Schweiz» mit tieferen und mittleren Einkommen zu entlasten.

Der Wohlstand der Schweiz beruht auf der Arbeit von Millionen Menschen, nicht einiger weniger:

• Die hart arbeitende Bevölkerung muss 100% ihres Einkommens versteuern und zudem immer höhere Alltagskosten (Mieten, Krankenkassenprämien etc.) berappen.

• Ganz anders die Grossaktionäre. Sie müssen nur auf 60% ihres Einkommens Steuern bezahlen.

Die 300 Reichsten der Schweiz besitzen 673,65 Mrd. Franken. Ihr durchschnittliches Vermögen beträgt 2,246 Mrd. Franken pro Kopf.

Inhalte:

 




Abstimmung: Das will die 99-Prozent-Initiative

Börse Gewinn Wirtschaft

Was fordert die Initiative? Kapitalgewinne (ab einer Freigrenze von 100'000 Franken) sollen nicht mehr zu 60%, sondern neu zu 150% versteuert werden.

Wen trifft die Initiative? Von dieser Regel wären laut Initianten rund 60'000 reiche Steuerpflichtige in der Schweiz betroffen. Also 1% der Bevölkerung: "Die Superreichen".

Wo fliessen die Gelder hin? Die Mehreinnahmen sollen dazu verwendet werden, dass Millionen von Menschen der Mittel- und Unterschicht finanziell entlastet werden:

  • Haushalte mit tiefen und mittleren Einkommen sollen weniger hoch besteuert werden.

  • Krankenkassenprämien sollen verbilligt werden.

  • Kinderkrippen sollen finanziert werden.

  • und weitere soziale Leistungen, die der Mehrheit der Bevölkerung zugute kommen, sollen mit diesem Geld finanziell unterstützt werden.

 

Der Initiativtext:

Die Bundesverfassung wird wie folgt geändert:

Art. 127a Besteuerung von Kapitaleinkommen und Arbeitseinkommen

1 Kapitaleinkommensteile über einem durch das Gesetz festgelegten Betrag sind im Umfang von 150 Prozent steuerbar.

2 Der Mehrertrag, der sich aus der Besteuerung der Kapitaleinkommensteile nach Absatz 1 im Umfang von 150 Prozent statt 100 Prozent ergibt, ist für die Ermässigung der Besteuerung von Personen mit tiefen oder mittleren Arbeitseinkommen oder für Transferzahlungen zugunsten der sozialen Wohlfahrt einzusetzen.

3 Das Gesetz regelt die Einzelheiten.



Die AHV-Revolution zur Volkspension:
4000 CHF Mindestrente
2. Säule abschaffen

Die Linke plant die Volkspension: Indem die 2. Säule (berufliche Vorsorge) abgeschafft und die 1. Säule (AHV) gestärkt wird, sollen die Mindestrente (4000 Fr.) und die Maximalrente (6000 Fr.) deutlich erhöht werden ...


 

Die Ungleichheit ist kein Märchen:

Die 99%-Initiative will Kapital statt Arbeit besteuern

Die Initiative, wie radikal ihre Forderungen auch sein mögen, spricht ein hochaktuelles Thema an: Die Steuern für Reiche und Konzerne purzeln im freien Fall nach unten (manche milliardenschwere Unternehmen wie Glencore haben gar steuerfreie Abkommen ausgehandelt), während die Steuern auf Lohn (Arbeitnehmer) und Konsum stetig weiter nach oben steigen. Ein Missstand, der sich zunehmend verschärft. Die Reichen werden immer reicher. Der Rest (99%) muss immer höhere Alltagskosten berappen.

Die Ungleichheit ist kein Märchen. Weder global noch national. Acht reiche, weisse Männer besitzen so viel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Sprich ein einziger Mann besitzt so viel wie 470 Millionen Menschen zusammen.

Auch in der Schweiz existiert extreme Ungleichheit. Eine kleine Finanzelite wird immer reicher, während für alle anderen die Mieten, Krankenkassenprämien etc. steigen. Bei stagnierenden Löhnen wohlgemerkt.


Bald schon in absehbarer Zeit besitzt das reichste Prozent in der Schweiz gleich viel wie der Rest der Bevölkerung zusammengezählt (99%).
 

Aktuelle Situation: Kapital und die Kapitaleinkommen werden immer stärker privilegiert. Dividenden müssen oft nicht mehr voll versteuert werden. Immer steuerfrei sind sogenannte Kapitalgewinne, z.B. Profite aus Aktienverkäufen. Die Unternehmenssteuern werden laufend gesenkt, was wiederum höhere Profite für die Aktionäre bedeutet.

Auf der anderen Seite steht die Lehrerin, der Krankenpfleger, die Kassiererin, der Fabrikarbeiter oder Handwerker - sie alle leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft. Für ihre Arbeit erhalten sie einen Lohn. Das Arbeitseinkommen, das immer höher besteuert wird. Während Reiche "ihr Geld für sich arbeiten" lassen und durch Zinsen immer reicher werden, ohne einen Beitrag an die Gesellschaft zu leisten. Die Juso hat mit der Unterschriftensammlung begonnen. Wir halten Euch hier auf dem Laufenden.


11‘900 statt 4000 Franken Mindestlohn

Ein Arbeitnehmer mit «3500 Franken Lohn im Jahr 1989 müsste heute 11‘900 Franken verdienen» ...


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(Last updated: 12.08.2018, 21:13)