So viel Sozialhilfe bezahlst DU pro Monat für Flüchtlinge



Viele Menschen in der Schweiz ärgern sich in sozialen Netzwerken darüber, dass sie selber arbeiten müssen, andererseits aber mit ihrem Geld nicht-arbeitende Flüchtlinge "durchfüttern müssen".
 

Besonders stören sie sich an den Sozialhilfeleistungen durch den Staat, denn Flüchtlinge kosten eine Menge Geld. Die Sozialhilfe wird grundsätzlich über die Steuern finanziert. Um aber für einmal den Sorgen eben dieser Bürger gerecht zu werden, wurden nachfolgend die Sozialhilfekosten ausschliesslich auf Erwerbstätige heruntergerechnet. Wie viel Flüchtlings-Sozialhilfe bezahlt der einzelne hart arbeitende Bürger monatlich?

Inhalte:

 


So viel kostet die Sozialhilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge

 

Flüchtlinge "durchfüttern"?

Die Sozialhilfe umfasst die persönliche Hilfe (Sozialberatung) und die wirtschaftliche Hilfe (Sach-, Geldleistung). Wer für seinen Lebensunterhalt und den seiner Familienangehörigen nicht hinreichend oder rechtzeitig aus eigenen Mitteln aufkommen kann, hat Anspruch auf wirtschaftliche Hilfe (§ 15 ShG). Die wirtschaftliche Hilfe erstreckt sich auf die Gewährung des notwendigen Lebensunterhaltes im Sinne eines sozialen Existenzminimums - der Grundbedarf, die Wohnkosten sowie die Kosten für die medizinische Grundversorgung.

Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge haben je nachdem Anspruch auf Sozialhilfe (reduzierter Ansatz). Das Geld wird in Form von Kopfpauschalen an die Kantone ausgeschüttet. Darin enthalten ist die materielle Grundsicherung: Unterkunft, Verpflegung, Krankenkasse, medizinische Grundversorgung etc.

 

Sozialhilfe-Kosten:

Bund, Kantone und Gemeinden haben 2016 insgesamt 8,2 Milliarden Franken für die wirtschaftliche Sozialhilfe im weiteren Sinne inkl. Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, Alimentenbevorschussungen oder Beihilfe für Rentner, Invalide, Familien und Arbeitslose ausgegeben. Im engeren Sinne 2,7 Milliarden Franken.

59,9% davon (4,9 Mrd. Franken) entfielen auf die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, ein weiteres Drittel auf die Sozialhilfe im engeren Sinn. Die übrigen Leistungen der Sozialhilfe im weiteren Sinn (Alters- und Invaliditätsbeihilfen, Arbeitslosenhilfen, Familienbeihilfen, Alimentenbevorschussungen und Wohnbeihilfen) umfassten gesamthaft lediglich 6,8% der Ausgaben.

 

Anzahl Bezüger:

Total haben 2016 342'731 Personen der Schweizer Bevölkerung Sozialhilfe bezogen. Davon 273'273 Personen (79%) wirtschaftliche Sozialhilfe (Sozialhilfequote 3,3%). Ein kleinerer Teil ist in der Sozialhilfestatistik im Asylbereich (15%) oder in der Sozialhilfestatistik im Flüchtlingsbereich (7%) zu finden.

 

Schweizer:

Total haben 2016 140'335 Schweizerinnen und Schweizer Sozialhilfe bezogen (41,2% Anteil).


Die 122 grössten Ausländergruppen der Schweiz

Alle Ausländerinnen und Ausländer nach Nationalität aufgeschlüsselt ...


 

Flüchtlings- und Asylbereich:

Im selben Zeitraum bezahlte der Bund Sozialhilfe an 25'544 Beziehende im Flüchtlingsbereich sowie 55'504 Beziehende im Asylbereich. Davon 39'189 Personen Asylsuchende mit einer Aufenthaltsbewilligung N und 15'498 Personen vorläufig Aufgenommene mit höchstens sieben Jahren Aufenthalt in der Schweiz. Für Flüchtlinge und Personen im Asylbereich ist es besonders schwierig, eine Arbeit zu finden. Die Personen im Asylbereich sind bei der Arbeitsmarktintegration mit den gleichen Schwierigkeiten konfrontiert wie die Flüchtlinge. Asylsuchenden ist es zudem verboten, in den ersten drei bis sechs Monaten nach der Einreichung ihres Gesuchs zu arbeiten.

 

Nach Kontinent:

Ausländische Sozialhilfebeziehende nach Ländergruppen im Jahr 2016.

Wirtschaftliche Sozialhilfe:

Ländergruppe Anzahl Sozialhilfebezüger Anteil
in %
SH-Quote
Total ausländische Nationalität 128'888 100% 6,3%
Europa   74'970 58,1%  
 EU28 Total 41'815 32,4% 3,1%
 • Angrenzende Länder 20'631 16,0% 2,7%
 • EU17 ohne angrenzende Länder 16'417 12,7% 3,6%
 • EU28 ohne Länder der EU17 4'767 3,7% 3,9%
 Übrige Länder Europas inkl. EFTA 33'155 25,7% 8,8%
Übrige Länder der Welt Total 52'568 40,8% 16,8%
 • Afrika 29'160 22,6% 31,1%
 • Nordamerika 313 0,2% 1,2%
 • Lateinamerika 6'751 5,2% 12,9%
 • Asien 16'344 12,7% 12,0%
Übrige, Weiss nicht und unbekannt 1'350 1,0% ...

Quelle: BfS

 

Nach Nationalität:


4 von 10 Sozialhilfebeziehenden sind schweizerischer Nationalität, 2 stammen aus anderen europäischen Ländern, 3 aus afrikanischen oder asiatischen und einer aus einem anderen Land.
 

Total Sozialhilfe:

  Nationalität SH-Beziehende        
    Anzahl Anteil
in %
Anteil in Wirtschaftliche SH Anteil in SH-Flüchtlingsbereich Anteil in SH-Asylbereich
  Total (Personen) 340'441 100% 100% 100% 100%
1. Schweiz 140'335 41,2% 52,4% - -
2. Eritrea 31'526 9,3% 3,8% 53,0% 22,4%
3. Syrien 15'520 4,6% 0,6% 17,2% 18,4%
4. Serbien, Montenegro, Kosovo 14'817 4,4% 5,3% - 1,4%
5. Afghanistan 13'792 4,1% 0,4% 2,4% 21,9%
6. Türkei 11'530 3,4% 3,9% 2,3% 1,3%
7. Portugal 10'795 3,2% 4,0% - -
8. Italien 10'603 3,1% 3,9% - -
9. Sri Lanka 8'035 2,4% 1,7% 6,9% 4,4%
10. Somalia 6'221 1,8% 1,2% 1,8% 5,5%
11. Irak 6'081 1,8% 1,0% 1,4% 5,9%
12. Deutschland 5'309 1,6% 2,0% - -
13. Mazedonien 4'386 1,3% 1,6% - 0,3%
14. Spanien 3'863 1,1% 1,4% - -
15. Frankreich 3'726 1,1% 1,4% - -
  Andere Nationalitäten* 53'902 15,8% 15,3% 15,0% 18,4%

* In der Tabelle werden lediglich die Nationalitäten mit einem Anteil von mindestens 1% am Total der Sozialhilfebeziehenden aufgeführt. [Stand 2016]

 

Nach Geschlecht:

Männer sind unter den Beziehenden von wirtschaftlicher Sozialhilfe insgesamt nur leicht übervertreten (51,1%), wobei ihr Anteil im Flüchtlingsbereich (57,4%) etwas höher ist und im Asylbereich (65,8%) sogar eine deutliche Mehrheit ausmacht.


So viel Geld bekommen
Flüchtlinge pro Tag [VIDEO]

So viel Geld bekommt ein Flüchtling

So viel Geld bekommt ein Flüchtling: ?? https://www.conviva-plus.ch/?page=2452

Posted by INFO Schweiz on Mittwoch, 21. Juni 2017

 


Nothilfe-Kosten für Asylbewerber in der CH

So viel Geld kostet die Nothilfe für abgewiesene Asylbewerber ...


 

So viel bezahlst Du

Kosten pro Flüchtling:

Im Asylbereich: Die vom Bund für den Asylbereich an die Kantone gewährte Globalpauschale für Sozialhilfe betrug im Jahr 2016 schweizweit durchschnittlich 1487,40 Franken (2015: 1490,10 Franken). Der Anteil für die Sozialhilfe machte 614,63 Franken (2015: 623,28 Franken) aus. Die effektiven Kosten betrugen hingegen 1087 Franken (2015). Der Anteil der Sozialhilfe hiervon lag bei 410 Franken für Aslysuchende (2014).
 

Im Flüchtlingsbereich: Die vom Bund für den Flüchtlingsbereich an die Kantone gewährte Globalpauschale für Sozialhilfe betrug im Jahr 2016 schweizweit durchschnittlich 1467,42 Franken (2015: 1487,08 Franken). Der Anteil für die Sozialhilfe machte 824,17 Franken (2015: 835,77 Franken) aus. Die effektiven Kosten betrugen hingegen 1043 Franken (2014). Der Anteil der Sozialhilfe hiervon lag bei 428 Franken für vorläufig Aufgenommene (2014).

 

Pro Arbeitnehmer:

8,41 Millionen Einwohner zählte die Schweiz 2016. Davon gingen 5,03 Millionen Personen (2015: 4,90 Mio.) einer bezahlten Erwerbstätigkeit nach. Im Asylbereich bezogen 2016 insgesamt 55'504 Personen Sozialhilfe.


Macht gerechnet auf Erwerbstätige pro Arbeitnehmer 0,01 Personen im Asylbereich mit Sozialhilfe.
 


 

Total:

Total 1: Nimmt man die Globalpauschale von 2016, so kostete die effektive Sozialhilfe für Personen im Asylbereich (55'504) und im Flüchtlingsbereich (25'544) insgesamt 665,55 Millionen Franken (2016). Zum Vergleich: Die Armee "schenkt" der Mowag für die Sanierung 2200 überholter Duro-Fahrzeuge 558 Millionen Franken (Einkaufskosten damals: 140'000 Franken → Sanierungskosten heute: 250'000 Franken pro Stück). Siehe auch: Wie die Armee diskret Milliarden verpulvert.

Total 2: Nimmt man noch die Mietkosten, Krankenkasse und die Betreuung mit rein, sind es total 1440,4 Millionen Franken (2016).

Die Armee hätte übrigens beinahe über 1 Milliarde Franken für das unbrauchbare Flugabwehrsystem Bodluv in den Sand gesetzt (siehe: Raketen-Debakel – die internen Protokolle), hätte die Armeeführung aufgrund von Indiskretionen innerhalb der Armeeführung und auf Druck der Öffentlichkeit das geheime Projekt nicht stoppen müssen. Die Liste millionenschwerer Verfehlungen von Armeeprojekten liesse sich ohne weiteres verlängern. Es gäbe also viele Posten, bei denen man ansetzen könnte.

 

Pro Tag, Monat, Jahr:

Doch kommen wir zum Punkt. Würden theoretisch nur die Erwerbstätigen die Sozialhilfe-Kosten für Flüchtlinge und Asylsuchende über ihren Lohn finanzieren, wie viel würde dies denn jeden einzelnen Arbeitnehmer kosten?


So viel bezahlst Du pro Tag: Jeder Arbeitnehmer zahlt theoretisch 132,31 Franken pro Jahr für die effektive Sozialhilfe von Asylsuchenden und Flüchtlingen. Oder 11,02 Franken pro Monat.

Oder 0,36 Franken pro Tag. [Stand 2016]
 

 

In Tat und Wahrheit:

In der Realität ist dieser Betrag aber noch weitaus geringer. Denn die Sozialhilfe wird nicht wie in diesem Rechenbeispiel von den 5 Millionen Arbeitnehmern über deren Lohnabgaben finanziert, sondern von der steuerpflichtigen Bevölkerung (natürliche und juristische Personen). Zu den über 5 Millionen Arbeitnehmern gesellen sich folglich sämtliche steuerpflichtigen Unternehmen, arbeitslose Steuerpflichtige sowie alle AHV-Rentner hinzu.

Dies lässt den durchschnittlichen Pro-Kopf-Preis noch einmal gewaltig purzeln.

Um aber beim Rechenbeispiel zu bleiben ...

 

So viel bezahlst DU für die Armee:


Die 132,31 Franken pro Kopf und Jahr sind kein Vergleich mit dem, was der Steuerzahler hinuntergerechnet für die Landesverteidigung (2016: 4,51 Mrd. Franken) hinblättern muss. Würde man ebenfalls nur die Erwerbstätigen nehmen, ergäbe dies für jeden Arbeitnehmer durchschnittlich 896,62 Franken pro Jahr für die Armee (also knapp das 7-fache). Oder 74,71 Franken pro Monat.

Oder 2,46 Franken pro Tag. [Stand 2016]
 

 

So viel bezahlst DU für Radio&TV:

Ein weiterer Vergleich: Für die Radio- & Fernsehgebühren (Billag) bezahlt man 1 Franken pro Tag ab 2019 (allerdings pro Haushalt). Siehe: Neue Serafe-Gebühren 2019.

 

Hätte ICH mehr Geld ohne Flüchtlinge?

Zwar sind die Asyl- und Sozialhilfekosten weiter gestiegen. Pro Kopf bleibt der ausgegebene Betrag aber auch 2017 bis 2018 ähnlich verschwindend klein. Im Übrigen gilt in den meisten Kantonen eine sozialhilferechtliche Rückerstattungspflicht. Künstliche Aufregung ist hier angesichts der Zahlen und Fakten fehl am Platz. Da sorgen die jährlich steigenden Krankenkassenprämien und die krassen Rentenkürzungen für die wesentlich roteren Köpfe.

Jeder sollte sich bei Gelegenheit unbedingt dieses Video anschauen:


«Hätte ich persönlich mehr Geld ohne Flüchtlinge?» [video]:


 


Zahlen Flüchtlinge auch Steuern?

«Flüchtlinge zahlen keine Steuern in der Schweiz. Wir zahlen alles!» - Falsch ...




Quellen:
- Wie teuer ist das Asylwesen wirklich? (Flüchtlingshilfe)
- Sozialhilfe (Bundesamt für Statistik BfS)

Weiterführende Informationen:
- Diese 4 Ausgabenposten verschlingen praktisch das ganze Budget (Watson)
- Die Sozialhilfekosten steigen weiter (Tagesanzeiger)

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Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch Autor: Schweiz - Redaktion

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(Last updated: 24.07.2018, 23:42)