So viel Sozialhilfe bezahlst DU pro Monat für Flüchtlinge

Viele Menschen in der Schweiz ärgern sich in sozialen Netzwerken darüber, dass sie selber arbeiten müssen, andererseits aber mit ihrem Geld nicht-arbeitende Flüchtlinge "durchfüttern müssen".

Besonders stören sie sich an den Sozialhilfeleistungen durch den Staat, denn Flüchtlinge kosten eine Menge Geld. Die Sozialhilfe wird grundsätzlich über die Steuern finanziert. Um aber für einmal den Sorgen eben dieser Bürger gerecht zu werden, wurden nachfolgend die Sozialhilfekosten ausschliesslich auf Erwerbstätige heruntergerechnet. Wie viel Flüchtlings-Sozialhilfe bezahlt der einzelne hart arbeitende Bürger monatlich?

Inhalte:


So viel kostet die Sozialhilfe für Asylbewerber und Flüchtlinge

 


 

Flüchtlinge "durchfüttern"?

Asylsuchende, vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge haben je nachdem Anspruch auf Sozialhilfe (reduzierter Ansatz). Das Geld wird in Form von Kopfpauschalen an die Kantone ausgeschüttet. Darin enthalten ist die materielle Grundsicherung: Unterkunft, Verpflegung, Krankenkasse, medizinische Grundversorgung etc.

Bund, Kantone und Gemeinden haben 2014 insgesamt 7,9 Milliarden Franken für die wirtschaftliche Sozialhilfe im weiteren Sinne inkl. Ergänzungsleistungen zur AHV und IV, Alimentenbevorschussungen oder Beihilfe für Rentner, Invalide, Familien und Arbeitslose ausgegeben. Total haben bis Ende Juni 2014 261'983 Personen der Schweizer Bevölkerung kantonale Sozialhilfe bezogen. Im selben Zeitraum bezahlte der Bund Sozialhilfe an 12'734 Asylsuchende, 14'897 anerkannte Flüchtlinge (Aufenthalt < 5 Jahre) und 7'081 vorläufig Aufgenommene (Aufenthalt < 7 Jahre).

Von rund 75'000 Personen im Asyl- & Flüchtlingsbereich bezogen damals 34'712 Sozialhilfe.

Das heisst: Weniger als 50% der Personen im Asylbereich erhielten Sozialhilfeleistungen.

So viel Geld bekommt ein Flüchtling pro Tag:

So viel Geld bekommt ein Flüchtling

So viel Geld bekommt ein Flüchtling: ?? https://www.conviva-plus.ch/?page=2452

Posted by INFO Schweiz on Mittwoch, 21. Juni 2017


Alle Asylgesuche-Rekorde in der Schweiz
Rekordmonate, Rekordjahre, Rekordherkunft

 

So viel bezahlst Du:

Kosten pro Flüchtling: Die vom Bund an die Kantone gewährte Globalpauschale für Sozialhilfe betrug im Jahr 2014 schweizweit durchschnittlich 1485 Franken. Der Anteil für die Sozialhilfe machte 623,28 Franken aus. Die effektiven Kosten betrugen hingegen 1096 Franken für Asylsuchende resp. 1043 Franken für vorläufig Aufgenommene. Der Anteil der Sozialhilfe hiervon lag bei 410 Franken für Aslysuchende und 428 Franken für vorläufig Aufgenommene.

8,43 Millionen Einwohner zählt die Schweiz mittlerweile. Davon gehen 5,03 Millionen Personen einer bezahlten Erwerbstätigkeit nach. 34'712 Asylsuchende & Flüchtlinge bezogen bis Ende Juni 2014 Sozialhilfe.

Macht gerechnet auf Erwerbstätige pro Arbeitnehmer 0,007 Asylsuchende mit Sozialhilfe.

Total 1: Nimmt man nun die Globalpauschale so kostete die effektive Sozialhilfe für Personen im Flüchtlingsbereich insgesamt 259,62 Millionen Franken. Zum Vergleich: Die Stadt Zürich saniert das Volkshaus und die Tonhalle für 240 Millionen Franken.

Total 2: Nimmt man noch die Mietkosten, Krankenkasse und die Betreuung mit rein, sind es total 618,56 Millionen Franken. Zum Vergleich: Die Armee "schenkt" der Mowag für die Sanierung 2200 überholter Duro-Fahrzeuge 558 Millionen Franken (Einkaufskosten damals: 140'000 Franken → Sanierungskosten heute: 250'000 Franken pro Stück). Siehe auch: Wie die Armee diskret Milliarden verpulvert.

Doch kommen wir zum Punkt. Würden theoretisch nur die Erwerbstätigen die Sozialhilfe-Kosten für Flüchtlinge und Asylsuchende über ihren Lohn finanzieren, wie viel würde dies denn jeden einzelnen Arbeitnehmer kosten?

So viel bezahlst Du pro Tag: Jeder Arbeitnehmer zahlt theoretisch 51,61 Franken pro Jahr für die effektive Sozialhilfe von Asylsuchenden und Flüchtlingen. Oder 4,3 Franken pro Monat. Oder 0,14 Franken pro Tag. [Stand 2014]

In Tat und Wahrheit ist der Betrag aber weitaus geringer. Denn die Sozialhilfe wird nicht von den 5 Millionen Arbeitnehmern über deren Lohnabgaben finanziert, sondern von der steuerpflichtigen Bevölkerung (natürliche und juristische Personen). Zu den über 5 Millionen Arbeitnehmern gesellen sich folglich sämtliche steuerpflichtigen Unternehmen, arbeitslose Steuerpflichtige sowie alle AHV-Rentner hinzu. Dies lässt den durchschnittlichen Pro-Kopf-Preis noch einmal gewaltig purzeln. Um aber beim Rechenbeispiel zu bleiben:

Die 51,61 Franken pro Kopf und Jahr sind kein Vergleich mit dem, was der Steuerzahler hinuntergerechnet für die Landesverteidigung hinblättern muss. Würde man ebenfalls nur die Erwerbstätigen nehmen, ergäbe dies für jeden Arbeitnehmer durchschnittlich 934,39 Franken pro Jahr für die Armee. Oder 77,86 Franken pro Monat. Oder 2,56 Franken pro Tag.

Zwar sind die Asyl- und Sozialhilfekosten seither weiter merklich gestiegen. Pro Kopf bleibt der ausgegebene Betrag aber verschwindend klein. Im Übrigen gilt in den meisten Kantonen eine sozialhilferechtliche Rückerstattungspflicht. Es besteht nicht wirklich ein nachvollziehbarer Grund, sich künstlich dermassen darüber aufzuregen. Da sorgen die jährlich steigenden ÖV-Preise (bei gleichzeitigem Leistungsabbau), die steigenden Krankenkassenprämien und die krassen Rentenkürzungen für die wesentlich roteren Köpfe.

Jeder sollte sich bei Gelegenheit unbedingt dieses Video anschauen:

«Hätte ich persönlich mehr Geld ohne Flüchtlinge?» [video]:



Die Armee hätte übrigens beinahe über 1 Milliarde Franken für das unbrauchbare Flugabwehrsystem Bodluv in den Sand gesetzt (siehe: Raketen-Debakel – die internen Protokolle), hätte die Armeeführung aufgrund von Indiskretionen innerhalb der Armeeführung und auf Druck der Öffentlichkeit das geheime Projekt nicht stoppen müssen. Die Liste millionenschwerer Verfehlungen von Armeeprojekten liesse sich ohne weiteres verlängern. Es gäbe also viele Posten, bei denen man ansetzen könnte.

Quellen:
- Wie teuer ist das Asylwesen wirklich? (Flüchtlingeshilfe)
- Sozialhilfe (Bundesamt für Statistik BfS)

Weiterführende Informationen:
- Diese 4 Ausgabenposten verschlingen praktisch das ganze Budget (Watson)
- Die Sozialhilfekosten steigen weiter (Tagesanzeiger)

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(Last updated: 09.08.2017, 17:06)