Mehr Sexualdelikte in der Schweiz?


Die neue Kriminalstatistik zeigt: Die Anzeigen gegen Asylbewerber steigen in der Schweiz überdurchschnittlich. Titelt zumindest die «Sonntagszeitung». Und hantiert dabei mit prozentualen Werten, die ein gefährliches Bild vermitteln. Doch sind diese Werte tatsächlich so aussagekräftig wie absolute Zahlen?

Inhalte:

Polizeiliche Kriminalstatistik der Schweiz

 


Sexualstraftaten

Fakt ist, im Jahr 2016 registrierte die Polizei schweizweit insgesamt 7329 Widerhandlungen gegen die sexuelle Integrität. Was einer Zunahme von +573 Straftaten oder eben +8.5% entspricht. Doch was ist als Widerhandlung zu verstehen? Als Sexualstraftat gilt unter anderem auch die unzulässige Ausübung von Prostitution (+211 Straftaten oder +18.6%), Pornografiestraftaten (+174 Straftaten oder +15.6%) sowie die Förderung der Prostitution (+51 Straftaten oder +39.2%).


HOHE Ausländerkriminalität?

So viele kriminelle Ausländer hat die Schweiz ...


 

Übersicht:

Sexualdelikte der Schweizer und Ausländer zusammen:

STRAFTATEN 2016 2015 2014 2013 2012
Total gegen die sexuelle Integrität 7329
(+573)
6756
(+272)
6484
(-755)
7239
(+756)
6483
Vergewaltigung
(Art. 190)
588
(+56)
532
(-24)
556
(-15)
571
(+3)
569
Sexuelle Nötigung
(Art. 189)
702
(-34)
736
(+46)
690
(+90)
600
(-39)
639
Exhibitionismus
(Art. 194)
547
(-44)
591
(+77)
514
(+55)
459
(-132)
591
Pornografie
(Art. 197)
1286
(+174)
1112
(-95)
1207
(-294)
1501
(+605)
896
Sexuelle Handlungen Kind
(Art. 187)
1230
(+2)
1228
(-72)
1300
(-30)
1330
(+127)
1203
Sexuelle Belästigung
(Art. 198)
1286
(+228)
1058      
Schändung
(Art. 191)
199
(+23)
176      
Übrige Straftaten gegen die sexuelle Integrität 1587
(+264)
1323      

 

Vergewaltigungsstatistik:

588 Vergewaltigungen gab es laut polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2016. Das sei ein Anstieg um +11%, so die Zeitung. Der Statistik zufolge sind es tatsächlich aber +10.5%. Oder in absoluten Zahlen +56 Straftaten (genaue Zahlen siehe oben).


Die Anzahl an Vergewaltigungen hat also tatsächlich zugenommen, ist im Jahresvergleich bis 2012 plus minus aber etwa im selben Rahmen.
 

Aufteilung: Von 588 Vergewaltigungen ist in 495 Fällen die Identität des Beschuldigten bekannt. 298 waren Ausländer (60%), davon 51 Asylbewerber (10%), darunter zwei Abgewiesene. Vor sieben Jahren im 2010 waren es laut «Sonntagszeitung» noch 6% Asylbewerber.

Tatorte von Vergewaltigungen durch Asylbewerber finden vor allem in Asylunterkünften statt.

Alter der Beschuldigten:

  • Unter 18 Jahre: 43 Personen
  • 18-24 Jahre: 110 Personen
  • Über 24 Jahre: 342 Personen

Alter der Geschädigten:

  • Unter 18 Jahre: 120 Personen
  • 18-24 Jahre: 140 Personen
  • Über 24 Jahre: 308 Personen

 

Sexuelle Belästigung:

Gestiegen sind 2016 auch die Anzeigen wegen sexueller Belästigung von schweizweit 1058 auf 1190 Straftaten. Ein Anstieg um +132 Straftaten oder +12.5%.

Asylbewerber: 2015 waren es insgesamt 35 Anzeigen gegen Asylbewerber wegen sexueller Belästigung, im 2016 waren es deren 82 Anzeigen. Der Anteil der Flüchtlinge an allen sexuellen Belästigungen, die zur Anzeige gelangten, stieg von 6% (2015) auf 12% (2016). Oder in absoluten Zahlen: Um +47 Anzeigen.


Allerdings ist es von Fall zu Fall unterschiedlich, was als sexuelle Belästigung angezeigt wird. «Das reicht vom Streicheln am Arm bis zum Griff an die Brüste oder zwischen die Beine.»
 

Tatorte bei sexuellen Übergriffen durch Asylbewerber seien allen voran Züge, Bahnhöfe und Einkaufszentren.


Die 122 grössten Ausländer-Gruppen

in der CH nach Herkunft aufgeschlüsselt ...


 

Fazit:

Jede Straftat ist eine zu viel. Mit prozentualen Angaben wird jedoch ein medial überspitztes Bild geschaffen.


Denn je geringer die Anzahl Straftaten, desto mehr prozentuales Gewicht erhält eine einzelne Straftat mehr oder weniger.
 

Dessen sollte man sich stets bewusst sein. Allen voran die Autoren besagter Zeitung, die bewusst oder unbewusst ein verfälschtes Bild implizieren, indem sie prozentuale Werte den absoluten Zahlen vorziehen. Und ein Klima der Angst erschaffen, das so nicht existiert. Mit der Schlussfolgerung, die Schweiz würde «sexuelle Gewalt richtiggehend importieren».

Quelle:
- Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) - 2016
(Bundesamt für Statistik BfS)

Das schreiben andere:
- Mehr Sexualdelikte in der Schweiz
(Sonntagszeitung)

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(Last updated: 07.12.2018, 07:15)