Die Schweiz will Vollmitglied der Nato-CCDCoE werden

Die Schweiz will eine volle Mitgliedschaft beim Nato-Zentrum Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence (CCDCoE) in Estland.

Inhalte:

Schweiz - NATO: Die CCDCoE-Partnerschaft

 



Schweiz will Nato-CCDCoE-Mitglied sein

CCDCoE ist das 2008 in Tallinn gegründete Kompetenzzentrum der Nato im Kampf gegen Cyberangriffe. Bisher arbeitete die Schweiz ohne eine institutionelle Anbindung mit dem Nato-Anti-Hacking-Zentrum zusammen. Nun soll sie Vollmitglied werden.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt: «Die Schweiz ist gegenwärtig daran, eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem Kompetenzzentrum zu prüfen.» Die Schweiz strebe eine Vollmitgliedschaft an, erklärte EDA-Sprecher Pierre Eltschinger gegenüber der «Aargauerzeitung».

Die Nato-Cyberabwehr unterscheidet zwischen:

- «Sponsoring nations» (15 Nato-Staaten, unter anderem USA, Grossbritannien oder Deutschland), NATO-Mitgliedsstaaten.

- «Contributing participants» («mitwirkende Teilnehmer»). Das sind Nicht-Nato-Länder wie Finnland und Österreich.

Die Schweiz leistet laut EDA «keinen regelmässigen finanziellen Beitrag», da sie bislang nicht Mitglied ist. Das soll sich aber ändern: «Die Prüfung einer vertieften Zusammenarbeit umfasst unter anderem eine Vollmitgliedschaft, welche die Schweiz zu einer «contributing nation» machen würde», so das EDA.

 

Bundesrat drängt auf Mitgliedschaft

Das EDA unter FDP-Bundesrat Didier Burkhalter gilt als starker Befürworter eine Cyber-Kooperation mit dem Transatlantischen Militärbündnis Nato. Ins gleich Horn bläst auch das Verteidigungsdepartement (VBS) unter SVP-Bundesrat Guy Parmelin.

→ Siehe auch →
NATO + Schweiz:
Gemeinsame F/A-18 Manöver

Das EDA betont, dass es sich hierbei um ein Forschungszentrum für Cybersicherheit handle, das für die Nato-Militärallianz nicht operativ tätig sei. Falls nun der Bundesrat den Antrag auf eine CCDCoE-Mitgliedschaft der Schweiz stellt, wird sie jährlich einen Betrag von 10'000 Euro bezahlen müssen. Auch muss sie für die Dauer von zwei Jahren eine entsprechende Fachkraft zur Verfügung stellen.

Wann genau die Anbindung an die Nato-CCDCoE auf der Traktandenliste des Schweizer Bundesrates stehen wird, ist dem EDA zufolge offen.

 

Schweiz bei Locked Shields dabei

Locked Shields ist die weltweit grösste Übung zur Live-Cyberabwehr und findet jährlich statt.

Mit an Bord sind über 550 Personen und total 26 Nationen. Aber auch private Organisationen. Das VBS hat dem EDA zufolge bereits 2012 und 2016 an den Nato-Cyberübungen teilgenommen. 2017 möchte das VBS wieder mit dabei sein, um die Schweiz in Zukunft besser gegen Hacker-Angriffe zu wappnen.

EDA-Sprecher Eltschinger: «Das CCDCoE führt jährlich eine technische Übung durch, die weltweit als Locked Shields bekannt ist. Locked Shields ermöglicht es den Nato-Mitgliedern, Nato-Partnerländern und diversen privaten Organisationen, ihre eigenen Fähigkeiten zur Erkennung, zum Schutz und zur Abwehr zu testen.»

Das schreiben andere:
- Schweiz prüft Nato-Mitgliedschaft gegen Cyberangriffe (Tele Basel)
- Kampf gegen Putins Hackertrupps: Schweiz will sich mithilfe der Nato vor Cyberangriffen schützen
(Aargauerzeitung)
- Schweiz sucht bei der Nato Schutz vor Hackern (Der Bund)

Vielleicht interessiert Dich auch:

Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch  Autor: Schweiz - Redaktion
Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

(Last updated: 24.01.2017, 10:40 Uhr)