PNOS feiert Neonazi-Konzert im «Konzertparadies Schweiz»

Die rechtsextreme Partei PNOS organisierte im Kanton Luzern schon wieder ein Neonazi-Konzert. Mit dabei: Bands, die zur Gewalt aufrufen und sich als Rassisten bezeichnen. Die Schweiz gilt in der Neonazi-Szene als das «Konzertparadies» schlechthin.

Die rechtsextreme Partei national orientierter Schweizer (PNOS) lud Hunderte Neonazis aus dem Inland und Ausland zu einem Konzert in die Schweiz ein. Laut PNOS möchte man mit den Einnahmen möglichst viel Geld für ein eigenes "Parteihaus" sammeln.

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Rechtsextreme PNOS feiert Neonazi-Konzert in der Schweiz

Das PNOS-Konzert

Erster Treffpunkt war die Ortschaft Rothrist im Kanton Aargau (AG) beim Möbel Hubacher, anschliessend ging es zur Veranstaltung im Kanton Luzern (LU). Der Ort war vorab geheim gehalten worden. Gefeiert wurde dann in einem privaten Veranstaltungsraum in Willisau.

Bereits im Oktober trafen sich über 5000 Neonazis aus ganz Europa in der Schweiz im Toggenburg zum Konzert mit einschlägig bekannten deutschen Neonazi-Bands. Es war das grösste Neonazi-Konzert Europas.

In Willisau LU sollte unter anderem der deutsche Rapper «MaKss Damage» auftreten. Ein verurteilter Nazi-Verherrlicher und Judenhasser: «Zu mir kannst du ruhig Nazi sagen, denn ich stehe dazu.» In einem Song heisst es etwa: «Bist du rot, wirst du tot geboxt und im Ofen verkohlt.» [Quelle: Blick]

 

Handyverbot für Neonazis:

«Polizeikontrollen in Rothrist, neuer Treffpunkt Willisau». So lautete die SMS der Konzertveranstalter kurz vor 20:00 Uhr. Laut «Luzerner Zeitung» war der Veranstaltungsort der Kantonspolizei Luzern bereits im Vorfeld bekannt: «Wir sind vor Ort präsent und beobachten die Entwicklung.» Die Beamten würden bei strafbaren Handlungen sofort einschreiten, so Polizei-Sprecher Kurt Graf.

Ein präventives Verbot des Neonazi-Konzerts lehnte die Luzerner Polizei ab.

«Es gilt die Versammlungsfreiheit», so der Sprecher.

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Alle Besucher des Neonazi-Konzerts wurden eingangs vom hauseigenen PNOS-Sicherheitsdienst «Ahnensturm» gefilzt. Im Konzertsaal galt ein striktes Handyverbot. Damit wollte man verhindern, dass strafbare Handlungen seitens der Neonazis - also Beweismaterial - online veröffentlicht werden. Diese Vorsichts-Massnahme der Rechtsextremen gilt seit dem Neonazi-Konzert von Unterwasser im Kanton St. Gallen (SG), als Videomaterial online gestellt wurde, die aufzeigten, wie die Neonazis rechtsextreme Parolen skandierten.

 

«Völlig überrascht»

Die Stadtpräsidentin von Willisau, Erna Bieri-Hunkeler, hat vom jüngsten Neonazi-Konzert erst durch die Medien erfahren. Sie sei vom Aufmarsch der Rechtsextremen «völlig überrascht» worden. «Das macht natürlich gar keine Freude. Es steht uns wohl eine turbulente Nacht bevor – aber ich hoffe es kommt nicht zu grösseren Zwischenfällen.»

Konsequenzen haben die rund 150 Rechtsextremen wohl keine gewichtigen zu befürchten. Es gab im Vorfeld ein paar Kontrollen durch die Kantonspolizei Aargau, Festnahmen gab es aber keine. «Die Stimmung war friedlich und die Personen kooperierten», so der Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Allerdings registrierte die Polizei dabei einzelne Verstösse gegen das Waffengesetz und gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Personen seien daraufhin aus dem Kantonsgebiet weggewiesen worden.

Die Konzertveranstalter werden wohl maximal mit einer Anzeige wegen fehlender Bewilligung für den Veranstaltungsort rechnen müssen. Weitere strafrechtliche Konsequenzen sind zur Zeit nicht absehbar.

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(Last updated: 15.01.2017, 16:58 Uhr)