Asylbewerber in Uster arbeiten für 1.80 CHF pro Stunde

Die Stadt Uster erlaubt Flüchtlingen & Asylsuchenden, einer bezahlten Arbeit nachzugehen - für 1.80 Franken pro Stunde. Mit vollem Erfolg.

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Asylbewerber dürfen in Uster für 1.80 CHF pro Stunde arbeiten

 



Beschäftigungsprogramm für Flüchtlinge

Die drittgrösste Stadt im Kanton Zürich (ZH) leistet schweizweite Pionierarbeit. Mit dem Beschäftigungsprogramm für Migranten will Uster seit Juni 2016 den Asylsuchenden eine Tagesstruktur bieten und sie auf diese Weise langsam mit der Schweizer Arbeitswelt vertraut machen.

Das Programm ist von Erfolg gekrönt und macht durchaus Sinn. Denn die Stadt Uster geht davon aus, dass die Flüchtlinge langfristig in der Schweiz bleiben. Auf diese Weise sollen die Flüchtlinge weniger lang auf Soziahlilfe angewiesen sein.

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Jobs für Asylbewerber:

Zu den Arbeiten zählen unter anderem Holz spalten, diverse Malerarbeiten, Schneeräumen und die Bewachung der Velostation beim Bahnhof Uster.

Der Stadt zufolge ist es gelungen, für fast jeden erwachsenen Flüchtling eine Arbeit zu finden.

Die Migranten (fast alle mit Aufenthaltsstatus N) arbeiten normalerweise drei bis vier Tage pro Woche (nachmittags). Der Morgen ist jeweils für Deutschkurse reserviert.

Laut Jörg Schilter, Leiter der Flüchtlinges- und Asylkoordination Uster, existiere zwar kein Arbeitszwang für Flüchtlinge, doch ein Arbeitseinsatz im Rahmen des Beschäftigungsprogramm wird von den Usterner Behörden durchaus erwartet.

 

Der Lohn:

Die Arbeitsentschädigung fällt mit gerademal 1.80 Franken Lohn pro Stunde zwar relativ gering aus.

Letztes Jahr waren es noch 2 Franken auf die Stunde. Doch das Feedback ist durchwegs positiv. Die meisten Asylsuchenden sind froh um die Beschäftigung.

 

Bilanz:

Auch die Stadt Uster ist vom Konzept überzeugt. Seit dem Start des Beschäftigungsprogramms sei die Akzeptanz der Flüchtlinge in der Bevölkerung spürbar gestiegen. Denn ein Asylbewerber, der arbeitet, wird eher akzeptiert, als ein Asylbewerber, der nicht arbeitet und seine Zeit am Bahnhof oder im Park totschlägt.

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Kritik vom Kanton Zürich

Anders sieht das der Kanton Zürich. Der Regierungsrat steht trotz der positiven Bilanz und guten Erfahrungen dem Beschäftigungsprogramm kritisch gegenüber. Er befürchtet, dass die Flüchtlinge so andere Arbeitskräfte aus dem Arbeitsmarkt drängen.

Ein weiterer Problempunkt sei die vorschnelle Integration der Flüchtlinge. Obschon über deren Asylgesuch noch nicht einmal entschieden worden sei. Dies führe dann zu erschwerten Abschiebungen bei negativem Asylbescheid seitens der Behörden.

Quellen: TagesAnzeiger, Watson.

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(Last updated: 10.01.2017, 15:23 Uhr)