Nestlé: Anklage wegen Beihilfe zur Sklaverei in Thailand

Der Nestlé-Konzern wurde in den USA wegen Beihilfe zur Sklaverei angeklagt.

Dem multi-nationalen Unternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz wird in einer Klageschrift vorgeworfen, auf thailändischen Fischerei-Schiffen bewusst Sklaverei und den damit zusammenhängenden Menschenhandel zu unterstützen. Nestlé hatte Anfang 2016 die Sklaverei in ihrer Lieferkette für Seafood bzw. Meeresfrüchte bestätigt.

Im Frühjahr 2016 musste Nestlé dann auch noch Sklavenarbeit auf ihren brasilianischen Kaffeeplantagen eingestehen. Gut möglich, dass der brasilianische Nestlé-Kaffee, den Sie morgens trinken, aus Sklavenhänden produziert wurde.

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Anklage wegen Sklaverei

Die auf verbraucherrechtliche Sammelklagen spezialisierte Anwaltskanzlei Hagens Berman hat letzten August bei einem Bundesgericht in Kalifornien (USA) Klage gegen Nestlé wegen Beihilfe zur Sklaverei eingereicht.

Käufer von Tiernahrungsmitteln kritisieren, dass Nestlé in Thailand in vollem Wissen ein System der Versklavung unterstützt.

Nestlé unterstütze folglich auch den damit zusammenhängenden Menschenhandel. Im Fokus stehen die Arbeitsbedingungen auf thailändischen Schiffen zur Produktion von Nestlé-Katzenfutter und -Meeresfrüchten. Der Kanzlei zufolge verberge Nestlé bewusst die damit einhergehenden Menschenrechtsverletzungen.

 

Meeresfrüchte unter Sklaverei-Bedingungen:

Nestlé: Anklage wegen Beihilfe zur Sklaverei in ThailandNestlé importiere über seinen thailändischen Lieferanten Thai Union Frozen Products mehr als 12'000 Tonnen Tiernahrung für die grossen Nestlé-Marken, die in den USA und in europäischen Supermärkten verkauft werden.

Die Tiernahrung basiert auf Meeresfrüchten. Ein Teil dieser Meeresfrüchte, wie Garnelen und Krabben, werde wissentlich unter Sklaverei-Bedingungen gewonnen.

 

Menschenhandel in Thailand:

Auf einigen dieser Schiffe würden der Klage zufolge Männer und Burschen aus ärmeren Ländern wie Myanmar und Kambodscha arbeiten, die zuvor an die Fischer-Kapitäne verkauft worden sind - und dazu noch misshandelt werden.

Die Arbeiter müssten 20 Stunden am Tag unter gefährlichen Bedingungen arbeiten - und erhalten wenig oder gar kein Geld.

Die Anwaltskanzlei ruft weitere Konsumenten dazu auf, sich der Sammelklage gegen Nestlé anzuschliessen.

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Nestlés Reaktion und Eingeständnis

Nestlé reagierte auf die Anklage: «Zwangsarbeit hat keinen Platz in unserer Lieferkette.» Die Konzernrichtlinien Nestlés für Fisch und Meeresfrüchte würden sämtliche Lieferanten verpflichten, die Menschenrechte zu beachten und Arbeitsgesetze einzuhalten. Mittlerweile musste der Konzern aber eingestehen, dass auf den thailändischen Schiffen Sklaverei tatsächlich existiere.

Der Schweizer Nestlé-Konzern gibt zu, dass zahlreiche Arbeiter seiner Fischlieferanten in Thailand unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeiten müssen.

Und später folgte auch das Eingeständnis, dass in der Lieferkette Nestlés auf brasilianischen Kaffeeplantagen unter Sklavenbedingungen gearbeitet wird.

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(Last updated: 20.11.2016, 17:39 Uhr)