Sklavenarbeit bei Nespresso, Nescafé und Dolce Gusto


Im Nestlé-Kaffee steckt Sklavenarbeit: Nestlé kaufte nachweislich Kaffeebohnen von Sklaven-Plantagen, die in Produkten wie Nescafé, Nespresso oder Dolce Gusto stecken.

Nach der Klage wegen Beihilfe zur Sklavenarbeit in Thailand steht auch der Kaffee von Nestlé im Fokus. Der Schweizer Nahrungsmittelmulti soll für seinen Kaffee unter unmenschlichen Bedingungen geerntete Kaffeebohnen verwenden.

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Nestlé-Plantagen

Das Investigativ-Netzwerk Danwatch hat über einen Zeitraum von rund 7 Monaten die Kaffeeindustrie Brasiliens näher untersucht, dem mit Abstand wichtigsten Kaffee-Produktionsland. Das Resultat des Danwatch-Berichts ist erschreckend. Die Organisation stiess auf einigen Kaffeeplantagen auf erschreckende Zustände und Sklavenarbeit.

Besonders im Visier stehen zwei brasilianische Plantagen, bei denen die Behörden wegen Zwangsarbeit eingeschritten sind. Nestlé soll von beiden Plantagen geerntete Kaffeebohnen für seine Produkte verwenden.

 

Zwangsarbeit

Nestlé-Kaffee: Sklavenarbeit nachgewiesenDie Menschen auf diesen Plantagen würden zu fast keinem oder gar keinen Lohn zur Plantagearbeit gezwungen. Dabei müssten die Arbeiter Danwatch zufolge auf Abfallbergen wohnen oder in Unterkünften ohne Türen, ohne Matratzen und ohne Trinkwasser hausen. Während der Arbeit seien die Arbeiter ausserdem schutzlos tödlichen Pestiziden ausgesetzt.

 

Sklavenarbeit in Nestlé-Produkten

Nestlé hat die Sklavenarbeit auf den Kaffeeplantagen gegenüber «The Guardian» bestätigt, wie bereits schon das Eingeständnis vom letzten November, dass auf den Fischerei-Schiffen der thailändischen Nestlé-Lieferanten sklavenähnliche Bedingungen herrschen.

Die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in Nestlés Lieferketten stehen nicht zum ersten Mal am Pranger.

Doch der Fall in Brasilien scheint besonders gravierend.

Wie kommt es dazu, dass unter sklavereiähnlichen Zuständen geerntete Kaffeebohnen in Nestlé-Produkten wie Nescafé, Nespresso oder Dolce Gusto vorkommen?

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Dem Danwatch-Bericht und Nestlé zufolge geschehe dies, weil der Schweizer Konzern nicht die Namen aller Plantagen kennt, die ihn mit Kaffeebohnen beliefern. Die Kaffeebohnen würden von Nestlé teilweise über Mittelsmänner eingekauft.

 

Nestlés Verantwortung

Ein billige Ausrede, kontert die Erklärung von Bern (EvB):

«Dass Nestlé schon wieder in einen Sklavenskandal involviert ist, zeigt, dass das Unternehmen ganz grundsätzliche Transparenzprobleme in seinen Lieferketten hat.»

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Nestlé entgegnet, dass Zwangsarbeit in Brasilien ein länderspezifisches Problem sei. Daher könne «kein Kaffeeproduzent [..] vollends garantieren, dass sie in seiner Lieferkette nicht vorkommt». Von den zwei fraglichen Plantagen werde sich Nestlé nichts mehr liefern lassen, bis die Untersuchung der Behörden abgeschlossen sei.

Laut EvB-Sprecher Oliver Classen sei der Fall in Brasilien besonders gravierend, weil Brasilien das mit Abstand wichtigste Kaffee-Produktionsland sei.

«Wenn Nestlé es ernst meint mit seiner Unternehmensverantwortung, muss der Konzern auch hier endlich von Ignoranz auf Engagement umschalten»

Neben Nestlé steht auch der niederländische Kaffeeproduzent Jacobs Douwe Egberts wegen Sklaverei auf seinen Kaffeeplantagen in der Kritik. Zusammen mit Nestlé beherrschen beide 40% des weltweiten Kaffeemarktes.

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(Last updated: 20.08.2016, 15:43 Uhr)