Migros produziert Edelweiss-"Heimat“-Mützen in China


Die Migros wirbt mit Edelweiss-Mützen für ihre Marke «Aus der Region. Für die Region». Lässt diese aber billig in China produzieren. Und verrät wieso.

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Edelweiss-Mützen als Schwingfest-PR

Migros produziert Edelweiss-Mützen in ChinaAm 27. August findet in Estavayer (FR) das Eidgenössische Schwingfest statt. Eine perfekte Marketing-Möglichkeit für einen der Hauptsponsoren, um vom Schwing-Fieber zu profitieren und eigene Marken zu bewerben.

Dazu lässt die Migros bereits jetzt an verschiedenen Schwingfesten eigene Edelweiss-Chäppli mit dem Schriftzug «Mein Stück Heimat» verteilen.

 

«Mein Stück China»

Die Aktion ist als Reklame für das Migros-Label «Aus der Region. Für die Region» gedacht. Unter diesem Label verkauft die Migros laut eigenen Aussagen Produkte, die in der Region hergestellt worden sind. Nun verschenkt die Migros dieses Jahr insgesamt 30'000 solcher Heimat-Chäppli. Doch die Mützen mit dem Schriftzug «Mein Stück Heimat» werden nicht etwa in der Schweiz hergestellt, sondern im Billiglohnland China.

Der Clou: Die Herkunft aus China wird auf den Heimat-Chäpplis nicht einmal deklariert.

Bild: BlickAuf der Etikette steht: «Manroof setzt sich aktiv für faire Arbeitsbedingungen in der Herstellung des Produkts ein»

Begründung: «Bei den Mützen handelt es sich um ein Give-Away. Hier ist eine Deklaration der Herkunft nicht üblich», so die Erklärung von Migros-Sprecherin Monika Weibel gegenüber dem «Blick».

 

Keine Produktions-Maschinen in der Schweiz?

Der Migros zufolge wurde eine mögliche Herstellung in der Schweiz geprüft. Allerdings gäbe es keine entsprechenden Maschinen in der Schweiz, die solche Mützen produzieren. «Es wäre nur mit sehr viel Handarbeit möglich, und somit wären die Mützen gar nicht finanzierbar»

Die Migros garantiert aber, dass die Edelweiss-Mützen in China «unter sozialverträglichen Arbeitsbedingungen» produziert werden.

 

Finden Sie das in Ordnung? - Kein Verstoss gegen Werberecht

Die Migros verstosse mit der Mützen-Produktion in China nicht gegen das Werberecht. «Persönlich finde ich es aber unschön, dass die Migros im Umfeld eines Schwingfests Werbemittel verteilt, die in einem Billiglohnland hergestellt werden», so der Rechtsanwalt mit Spezialgebiet Werberecht Marc Schwenninger im «Blick». «Erst recht, wenn sie (die Migros) so für ihre regionale Produktelinie wirbt.»

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(Last updated: 18.08.2016, 13:47 Uhr)