Selbstfahrende PostAuto-Busse in der Schweiz - ab 2016

Autonom fahrende Elektro-Busse in der Schweiz: Das selbstfahrende PostAuto ab 2016 - Die Post rüstet auf und lanciert gelbe PostAutos ohne Chauffeur, Lenkrad und Gaspedal - 100% elektrisch.

Eine Chance? Die Einführung selber fahrender Fahrzeuge im Strassenverkehr schreitet unaufhaltsam voran. Trotz Kritik und Misstrauen von vielen Seiten beginnt langsam aber sicher das Zeitalter autonom fahrender Autos - und Busse. Auch die Schweiz mischt hier ganz vorne mit und gibt sich als Pionier in diesem Bereich. Eine ökologische Chance.

 


Wo & Wann? Die Schweizerische Post testet ab Frühling 2016 autonome Fahrzeuge im Busverkehr. Ihre PostAuto-Busflotte in Sitten (Sion) im Kanton Wallis (VS) dient dabei als Testfeld von selbstfahrenden Elektro-Shuttles.

Das vollautomatische Elektro-PostAuto: Das gelbe PostAuto der Zukunft kommt ohne Chauffeur, ohne Lenkrad, ohne Gas- und Bremspedal aus. Es manövriert mittels spezieller Sensoren auf den Zentimeter genau vollautomatisch. Tagsüber und auch des Nachts. Hindernisse, Signalisationen und Schilder im Strassenverkehr erkennt das selbstfahrende PostAuto ebenfalls. Und es fährt zu 100% komplett mit Elektroantrieb.
Selbstfahrende Elektro-PostAutos
Bild: PostAuto Schweiz AG.
Passagiere: Besagter Elektro-Bus ist kleiner als die herkömmlichen PostAutos. Insgesamt finden 9 Passagiere darin Platz.

Geschwindigkeit: Die Shuttles fahren mit einer Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde durch die Strassen.

Shuttle-Grösse: Die gelben Elektroshuttles sind 4,80 Meter lang und 2,05 Meter breit.

Der Test: Nach einer erfolgreichen Testphase im Dezember 2015 auf einem abgesperrten Privat-Areal ohne Passagiere fahren ab Frühling 2016 in einem erstem Schritt zwei selbstfahrende PostAuto-Shuttles für die Dauer von zwei Jahren vollautomatisch im öffentlichen Raum durch die Altstadt von Sitten (33'000 Einwohner). Das Pilotversuch-Gebiet umfasst die Sittener Fussgängerzone, die Begegnungszone der Altstadt sowie das touristische Zentrum von Sion mit dem Schloss Tourbillon und dem Schloss Valère.

Sicherheit: Die Busse verfügen über keinen Buschauffeur mehr, allerdings werden die Shuttles während der Testphase mit einer Begleitperson ausgestattet. Diese Person kann in einer Notfall-Situation per Drücken auf den Notfallknopf den Bus umgehend stoppen lassen.

Technik: Fahrzeuge und die 100% elektrisch angetriebene selbstfahrende Fahrzeugtechnik stammt von Navya, einem Unternehmen aus Frankreich. In Kooperation mit der ETH Lausanne (EPFL). Die Navigation übernimmt ein spezielles Software-Programm von BestMile (siehe unten).

NAVYA ARMA : Die technischen Spezifikationen [VIDEO]:

Betreiber: Hinter dem Projekt stehen die PostAuto Schweiz AG und das Start-up-Unternehmen BestMile aus Lausanne, welches für die Überwachung und Steuerung der neuen PostAuto-Shuttles verantwortlich ist.

Mobilitätslabor und Expansion: Eine Ausweitung auf die Aussenbezirke, andere Schweizer Orte sowie eine Anbindung an den Öffentlichen Verkehr sollen folgen. Zu diesem Zweck betreibt PostAuto zusammen mit der der Stadt Sitten, dem Kanton Wallis, der ETH Lausanne und der Fachhochschule HES-SO eigens ein Mobilitätslabor in der Walliser Kantonshauptstadt. So sollen auch bislang vom ÖV nicht bediente Gebiete in den Genuss der Verkehrsanbindung kommen.

Integration ins ÖV-System: Neben der Lancierung der Elektro-Busse forscht das Urban Transport Systems Laboratory (LUTS) der ETH Lausanne gemeinsam mit BestMile ausserdem an optimalen Lösungen, wie die selbstfahrende PosttAuto-Flotte in das bestehende ÖV-System eingegliedert werden kann. Hierzu arbeiten sie an der Entwicklung eigens hierfür ausgeklügelter Algorithmen. Diese speziellen Algorithmen sollen flexible Fahrpläne, PostAutos auf Abruf und Haus-zu-Haus-Services ermöglichen.

 

Wojtek Bernet   Autor: Wojtek Bernet
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(Last updated: 18.11.2015, 14:51 Uhr)