Neue Nestlé-Fabrik zahlt 10 Jahre keine Steuern


Auf allen Medienkanälen wurde begeistert über die neue Nespresso-Fabrik in Romont im Kanton Freiburg (FR) berichtet. Doch niemand stellt die zurecht kritische Frage:

Weshalb muss ein Unternehmen wie Nestlé, mit einem Umsatz von 91,6 Milliarden Franken (2014), 10 Jahre lang keine Steuern zahlen? Und erhält erst noch billiges Bauland?

 



Bauland: Die Gemeinde Romont hat für 2 Millionen Franken Industrieland gekauft, um es dann günstig an Nestlé zu verkaufen. Doch es geht noch vorteilhafter: Nestlé muss das Bauland erst in 10 Jahren bezahlen.

Steuern: 10 Jahre lange wird Nestlé in Romont keine Unternehmenssteuern zahlen müssen. Das ist der Deal für die Ansiedelung.

AUCH INTERESSANT:
NESTLÉ-KAFFEE: Sklavenarbeit
bei Nespresso, Nescafé und Dolce Gusto nachgewiesen

Nestlé zahlt mit seiner Nespresso-Fabrik 10 Jahre keine SteuernInfrastruktur-Ausgaben: Um die neue Nespresso-Fabrik in Romont anzusiedeln, musste die Gemeinde nebst dem Kauf von Bauland kräftig in die Infrastruktur investieren. So bezahlte Romont 1 Million Franken für ein Trottoir und Veloweg zum Nespresso-Fabrikgelände. Ausserdem galt es für Romont vorab das Fabrikgelände zu sanieren und aufzuwerten. Hierfür gab die Gemeinde insgesamt 3 Millionen Franken aus. Dies ergibt Totalausgaben von 6 Millionen Franken bei einem jährlichen Gemeindebudget von 20 Millionen, für ein milliardenschweres Unternehmen, das 10 Jahre lang keine Steuern zahlt.

AUCH INTERESSANT:
Nestlé kauft Schweizer Wasser auf

Nespresso-Standorte: Romont ist der dritte Nespresso-Standort in der Schweiz nach Orbe (2002) und Avenches (2008) im Kanton Wallis (VS). Eine Investition, die lukrativ ist für Nestlé. Denn laut CEO Paul Bulcke exportiert die Schweiz wertmässig "mehr Kaffee als Schokolade und Käse zusammen" (siehe auch: Kaffeehandel Schweiz).

Nespresso-Fabrik: Das neue Fabrikgebäude hat eine Grösse von 21'000 Quadratmeter. Die Fabrik bietet 125 qualifizierten Fachkräften einen Arbeitsplatz. Diese stellen in Romont die traditionellen Nespresso-Kapseln her, aber auch Sorten der neusten Nespresso-Linie VertuoeLine.

Fazit: Klar hat der Nahrungsmittel-Multi während der zweijährigen Bauzeit des Fabrikgebäudes regional einige temporäre Arbeitsplätze geschaffen. Trotzdem ist es ethisch und moralisch mehr als fragwürdig, dass ein derart milliardenschwerer Konzern wie Nestlé, der unter anderem mit Grundwasser in der 3. Welt dubiose Geschäfte macht, auf 10 Jahre hinaus keine Steuern bezahlen muss und erst noch das Bauland beinahe geschenkt bekommt.

Jetzt kommentieren?
Teile uns hier Deine Meinung mit ...

→ → → DEINE STIMME ZÄHLT! ← ← ←

 

Vielleicht interessiert Dich auch:

Lokal. Regional. National. CH - www.ConvivaPlus.ch  Autor: Schweiz - Redaktion
Die Schweiz kompakt - ConvivaPlus.ch
Lokales, regionales und nationales Wissen.

(Last updated: 23.08.2016, 01:03 Uhr)

Sharing is caring!