Religionen + Konfessionen Schweiz - Statistik & Aufteilung

Die Schweiz vereint Menschen unterschiedlichster Religionsgemeinschaften und Konfessionen miteinander. Das religiöse Leben ist vielfältig und bunt, auch wenn es sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert hat. Die Differenzen lassen sich durch Befragungen der Bevölkerung leicht erkennen.

Inhalte:

 

Aufteilung der Religionen in der Schweiz

Religion Anteil
Römisch-Katholisch 38%
Evangelisch-Reformiert 26%
Konfessionslos 22%
Andere christliche Gemeinschaften * 5,7%
Muslime ** 5%
Andere evangelikale Gemeinden *** 1,7%
Hindus 0,5%
Buddhisten 0,5%
Juden 0,2%

22 Prozent der Schweizer Bevölkerung ist konfessionslos.

 



* Zu dieser Kategorie gehören ostkirchlich-orthodoxe Kirchen und andere christliche Ostkirchen (2,2%), die evangelisch-lutherischen Kirchen und andere auf die Reformation zurückgehende Kirchen (1%), anglikanische (0,1%), sowie die christkatholische und die ökumenischen Gemeinden.

** Unter diese Kategorie fallen die sunnitischen, die schiitischen, aber auch die alevitischen und die sufistischen Gemeinschaften. Zur Vereinfachung wird in dieser Publikation die Bezeichnung «muslimische Gemeinschaften» verwendet.

*** Zu dieser Kategorie zählen regionale freie evangelische Gemeinden (FEG, FREE), die internationalen evangelischen Gemeinden aber auch baptistische, täuferische, charismatische und adventistische Gemeinden, Heiligungs-, Pfingst- und Endzeitgemeinden sowie die apostolischen Kirchen.

 

Entwicklung und Religions-Trend:

Seit Jahren verlieren die Kirchen an Mitgliedern, während die Zahl der Konfessionslosen stetig wächst. Deutlich wird dies durch Umfragen aus älteren Jahrgängen.

Protestanten: 1970 waren 48,8 Prozent aller Schweizer den Protestanten zugehörig. Bis 2000 verliert die evangelische Kirche beinahe 15 Prozent ihrer Mitglieder und schrumpft auf 33,9 Prozent. 2014 sind es noch 26 Prozent.

Katholiken: Die Katholiken verzeichnen einen Verlust von lediglich 8 Prozent. 1970 waren 46,7 Prozent der Schweizer katholisch. 2000 liegt ihre Zahl bei 42,3 Prozent. 2014 sind es nur noch 38 Prozent.

Während auch die jüdische Glaubensgemeinschaft in der Zeit von 1970 bis 2012 einen Mitgliederschwund aufweist, ist der Islam die einzige wachsende Religion.

Muslime: 1970 betrug die Zahl der Muslime 0,2 Prozent, im Jahr 2000 ist sie bei 0,7 Prozent angelangt. Umso überraschender der plötzliche Anstieg auf 4,9 Prozent bis 2012 und 5% bis 2014. Er ist auf die Zuwanderung aus den ehemals jugoslawischen Republiken zurückzuführen.

Der deutlichste Trend führt jedoch hin zur Konfessionslosigkeit (siehe nächster Abschnitt)

 

Konfessionslose in der Schweiz:

Mit dem Wandel der Religonszugehörigkeiten ändert sich auch der Teil der Konfessionslosen. 1970 sind gerade einmal 1,2 Prozent der Schweizer konfessionslos. Bis 2000 wächst ihre Zahl stetig, erreicht 11,4 Prozent, um anschliessend bis 2012 in die Höhe zu schiessen. 2014 sind es bereits 22 Prozent.

Innerhalb von 12 Jahren steigt der Anteil um weitere 10 Prozent, sodass sich 2014 22 Prozent der Schweizer gegen eine Religion entschieden haben.

 

Verteilung der Religionszugehörigkeit:

Auffällig bei der Verteilung der Religionszugehörigkeiten ist die grosse Schwankung innerhalb der föderalen Länder. In den wenigsten liegt ein gleichmässiger Anteil vor.

Stattdessen gehören in Bern mehr als die Hälfte der Menschen der protestantischen Kirche an, während in Wallis und Tessin die römisch-katholische dominiert. Die Zahl der Juden und Muslime ist in Zürich und Bern am höchsten, in den anderen Ländern bildet sie meistens nur einen Bruchteil der gesamten vertretenen Religionen. Die meisten Konfessionslosen leben in Zürich, Bern, Waadt und Aargau.

 

Mitgliederschwund bei den Kirchgängern:

Die Schweizer Kirchengemeinden mussten nicht nur einen prozentualen Verlust an Mitgliedern einbüssen, auch die Zahl der regelmässigen Kirchgänger ist zurückgegangen.

Im Jahr 2000 war die Religion lediglich für 16 Prozent der Schweizer wichtig. In den letzten zehn Jahren hat sich der Teil der Kirchgänger und Kirchgängerinnen um zehn Prozent reduziert. 50,7 Prozent der Protestanten geben an, den Gottesdienst nicht aufzusuchen und 38,5 Prozent der Katholiken.

Dennoch sagen 71 Prozent der Schweizer, grundsätzlich an Gott zu glauben. (Stand 2012)

 

Die Gleichgültigkeit gegenüber der Kirche nimmt zu

Wandel der Religionszugehörigkeit hat laut Experten ihren Ursprung in der mangelnden Beziehung der Menschen zur Kirche. Mit jeder Generation würde der Wert, welcher die Kirche im Leben der Bevölkerung hat, abnehmen und die Gleichgültigkeit steigen.

Der Trend hat vor Jahren eingesetzt und scheint sich weiter fortzusetzen. Der wachsende Abstand zur Religion lässt sich bei Katholiken und Protestanten an den genannten Zahlen erkennen.

Als Grund für die Abkehr wird neben Desinteresse Enttäuschung und Wut aufgezählt.

Fokus ist hier insbesondere die Hierarchie der katholischen Kirche sowie die traditionellen Normen. Ein anderer Grund, aus der Kirche auszutreten wird im finanziellen Aspekt, im Form der Kirchensteuer, gesehen.

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Konfliktpotenzial Religion

Die Religionen fördern zudem ein gewisses Konfliktpotenzial innerhalb der Bevölkerung.

Besonders hoch ist dieses Konfliktpotenzial zwischen streng religiösen Menschen und Personen, die eine strikte Trennung von Kirche und Staat fordern.

Die Mehrheit der Schweizer sieht Religion als Teil der Privatsphäre an und lehnt Missionierungen sowie extremistische Tendenzen ab. Zehn Prozent glauben an alternative Formen der Spiritualität.

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Der Islam in der Schweiz

Die zweitgrösste Religionszugehörigkeit in der Schweiz nach dem Christentum ist der Islam. Durch die Einwanderung von Türken und Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien ist der Teil der Muslims stetig gewachsen.

Historisches: Die ersten Muslime erreichten die Schweiz im 10. Jahrhundert, als das Gebiet noch als Teil Hochburgund bezeichnet wurde. Im Mittelalter eroberten Araber 939 Genf und beherrschten in den folgenden Jahren einige Teile der Schweiz. Bis 975 expandierten die Araber, ehe sie in eben diesem Jahr gestoppt wurden.

Aktuell: Im 20. Jahrhundert erreichten 1945 die ersten Muslims das Land. Ihr Ziel war es, sich in der Schweiz ausbilden zu lassen und später in ihr Heimatland zurückzukehren, was die Mehrheit der Muslime nach Erreichen des Abschlusses auch in die Tat umsetzte. Zwischen 1960 und 1970 wanderten Gastarbeiter aus Teilen des ehemaligen Jugoslawien sowie der Türkei ein. 1970 betrug die Zahl der Muslime in der Schweiz 0,2 Prozent, im Jahr 2000 lag der Anteil bei 0,7 Prozent. Umso überraschender der plötzliche Anstieg auf 5% bis 2014. Er ist auf die Zuwanderung aus den ehemals jugoslawischen Republiken zurückzuführen.

Der grösste Teil der muslimischen Gesellschaft lebt heutzutage in der Westschweiz.

Religionen & Konfessionen in der Schweiz

Heute macht der Anteil der Muslime an der Schweizer Bevölkerung gerade mal 5 Prozent aus.

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Treffpunkt in Hinterhofmoscheen:

Trotz der Repräsentation der Muslime wurde 2009 der Bau eigener Minarette durch einen Volksentscheid an der Abstimmungsurne abgelehnt. Um ihre Religion dennoch ausüben zu können, treffen sich zahlreiche Muslime in so genannten Hinterhofmoscheen, bei denen es sich im Grunde genommen um alte Fabriken oder Wohnungen handelt. Zwischen Herkunft und Kultur der schweizerischen Muslime herrschen teilweise grosse Unterschiede. Dies führt dazu, dass die Gruppen untereinander nur wenig Kontakt haben.

Im Kontrast zu Minaretten befinden sich in der Schweiz Moscheen, buddhistische Kloster sowie Synagogen, welche die Auslebung der Religionsfreiheit auch für religiöse Minderheiten ermöglichen sollen.

 

Droht eine Islamisierung der Schweiz?

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Religion in der Schweiz in den letzten Jahren einen immensen Wandel mitgemacht hat. Während das Christentum und die Bedeutung der Religion stetig abnimmt, kommt es zu einem Wachstum des Islams.

Die Sorge der Islamisierung bleibt jedoch schon aufgrund des geringen prozentualen Anteils (5%) unbegründet und ist reine mediale sowie parteistrategische Panikmache.

Quellen: Religiöse und spirituelle Praktiken und Glaubensformen in der Schweiz: Erste Ergebnisse der Erhebung zur Sprache, Religion und Kultur 2014 (zur Publikation)

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(Last updated: 06.10.2016, 18:22 Uhr)

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